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Gut Schwärzenbach bei Gmund.

Umbau verschoben

BMW steigt auf Kostenbremse: Pläne für Gut Schwärzenbach auf Eis gelegt

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Überraschung in Gmund: BMW hat seine Pläne für Umbau und Erweiterung von Gut Schwärzenbach auf Eis gelegt.

Gmund – Eine milliardenschwere Rückstellung für eine mögliche EU-Kartellstrafe, Kosten für neue Technik und Modelle, gestiegene Rohstoffpreise: Der Münchner Autobauer BMW hat derzeit gleich mehrere Probleme und muss auf die Kostenbremse steigen. Betroffen ist davon auch das Gut Schwärzenbach bei Gmund. Am Ende der Ortsplanungsausschuss-Sitzung am Dienstagabend überraschte Bürgermeister Alfons Besel (FWG) mit der Nachricht, dass BMW die Umbau- und Erweiterungspläne auf Eis legt.

Er verlas einen Brief, den BMW nach einem persönlichen Gespräch im Gmunder Rathaus an die Gemeinde verfasst hatte. Darin heißt es, dass der Umbau der Tagungsstätte nicht komplett gestrichen, sondern auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werde – um zwei bis drei Jahre. Man wolle den Bestand sanieren, um damit wieder einen geregelten Betrieb zu ermöglichen. Bis Ende des Jahres soll das erledigt sein. „Gmund ist ein wichtiger Standort. Wir bleiben dem Ort verbunden“, heißt es in dem Schreiben, in dem sich der Konzern gleichzeitig für die bisherige gute Zusammenarbeit bedankt.

„Wir haben BMW gerne begleitet“, sagt Besel auf Nachfrage. „Aber wir haben auch deutlich gemacht, dass wir hoffen, dass Gut Schwärzenbach als Seminar-Standort fortgeführt wird und das Gut auch in den Händen von BMW bleibt.“

BMW legt Pläne für Gut Schwärzenbach auf Eis: Jetzt wird nur saniert

Viel Arbeit und Zeit wurden seit dem Frühjahr 2018 in ein ehrgeiziges Projekt investiert, das bis 2021 realisiert werden sollte. BMW wollte seine Denkschmiede, die der Konzern 1990 erworben hatte, aufpolieren. Hierhin, an diesen lieblichen, ruhigen Ort, dessen Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht, sollten sich Entscheider des Weltkonzern zurückziehen, um über die automobile Zukunft nachzudenken.

Bei seiner letzten Sitzung als Bürgermeister hatte Georg von Preysing das Projekt noch vorgestellt. Der Altbestand, in dem sich 40 Betten und die Gastronomie befanden, sollte saniert und zum 80-Betten-Haus umgebaut werden. Das frühere Wohnhaus sollte abgebrochen werden, parallel zum Bettenbau sollte ein dreigeschossiger Neubau mit Tagungsräumen entstehen, verbunden mit einem Querbau.

BMW legt Pläne für Gut Schwärzenbach auf Eis: Bebauungsplan ist rechtskräftig

Über das Projekt wurde kontrovers diskutiert – es ging um die Fassadengestaltung mit viel Glas, extravagante Dachformen, um Landschafts- und Naturschutz, um Bodenversiegelung, nächtliche Beleuchtung und Einsprüche der Nachbarn. Am Ende wurden die Pläne vom Bauausschuss genehmigt. „Der Bebauungsplan ist inzwischen rechtskräftig“, sagt Besel. Auch ein städtebaulicher Vertrag gehört dazu. Die Kosten des bisherigen Bauleitverfahrens trägt BMW.

Laut Besel solle der Bestand nun „aufgehübscht“ werden, auch die Tiefgarage werde saniert. Dann wäre das derzeit brach liegende Gut Schwärzenbach wieder mit Leben gefüllt. 

Lesen Sie hier: Baustopp auf dem SME-Gelände in Bad Wiessee.

gr

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