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Die Erweiterung der Firmengebäude geht zügig voran. Inhaber und Geschäftsführer Florian Kohler (M.) bespricht die Pläne mit dem Technischen Leiter Stephan Treske (l.) und dem Kaufmännischen Leiter Reiner Schuster.

In zwei Abschnitten

Büttenpapierfabrik baut aus für die Zukunft

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Gmund - Seit 187 Jahren produziert die Büttenpapierfabrik Gmund in ihrem Firmensitz an der Mangfall edle Papiere. Mit einer Erweiterung rüstet sich das Familienunternehmen für die Zukunft.

„...and the Oscar goes to...“ – zum fünften Mal in Folge steckten die Gewinner der 88. Oscar-Verleihung am vergangenen Sonntag in Los Angeles in 24 goldenen Umschlägen der Büttenpapierfabrik Gmund. Ein Erfolg, auf den Inhaber Florian Kohler stolz ist. Sein Unternehmen, das 1829 gegründet wurde, seit 1904 in Familienbesitz ist und in vierter Generation von ihm als Inhaber und Geschäftsführer geleitet wird, macht Tradition zur Innovation. 

Um sich für die Zukunft zu rüsten, wird seit 2012 kräftig erweitert. In sechsmonatiger Bauzeit entstand in einem ersten Abschnitt zunächst ein fünfgeschossiges Gebäude mit 3500 Quadratmetern Nutzfläche. 90 Säulen wurden dafür zwölf Meter tief im Boden versenkt. 100 Tonnen Stahl, mehr als 2000 Tonnen Beton und 1000 Quadratmeter Filigrandecken wurden verbaut. „Das Gebäude ist inzwischen teilweise in Betrieb und bietet einer der modernsten Schneideanlagen der Welt, Service- und Logistikabteilungen Platz“, erklärt Sprecherin Caroline Pastor. 

Dort, wo früher das alte Kesselhaus stand, ist seit eineinhalb Jahren ein zweiter Bauabschnitt in vollem Gang. Hier entsteht ein viergeschossiger Bau mit 1680 Quadratmetern Nutzfläche. Er soll möglichst bald in Betrieb gehen. Neue Hightech-Maschinen zur Papierverarbeitung finden darin ihren Platz, Logistiksysteme werden erweitert und hier installiert. Das Unternehmen schaffe damit die idealen Voraussetzungen für innovatives und zukunftsfähiges Arbeiten, heißt es in einer Pressemitteilung. „Wir sind sehr stolz darauf, unseren Standort hier in Gmund weiter ausbauen zu können“, sagt Kohler. 

Für die rund 120 Mitarbeiter entspannt sich damit auch die Raumsituation. „Wir ermöglichen kurze Wege, bestmögliche Arbeitsplätze und eine gute interne Kommunikation und Interaktion“, ist der Inhaber überzeugt. „Viel Licht und ein offenes und funktionales Raumkonzept sollen die neuen Arbeitsplätze prägen, die auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter zugeschnitten sind.“ Gebaut wurde bei laufendem Betrieb. „Das war eine große Herausforderung, die wir alle zusammen sehr gut gemeistert haben“, erklärt Stephan Treske, Technischer Leiter.

Über die Höhe der Investitionskosten will sich das Unternehmen nicht äußern. Dass seit 187 Jahren an der Mangfall produziert wird, sei kein Zufall, so das Unternehmen. „Der Fluss ist Inspiration und Energiequelle zugleich“, findet Florian Kohler. Die Büttenpapierfabrik nutzt die Kraft des Wassers, bis zu 50 Prozent der benötigten Energie gewinnt das Unternehmen mit Wasserkraft. Auf Innovation und Ökologie legen die Papiermacher besonders viel Wert.

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