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Der Gmunder Stachus ist ein neuralgischer Punkt, an dem Radfahrer und Autofahrer auf der Bundesstraße zusammentreffen.
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Der Gmunder Stachus ist ein neuralgischer Punkt, an dem Radfahrer und Autofahrer auf der Bundesstraße zusammentreffen.

Talweit abgestimmtes Radverkehrskonzept

Gmund fährt nicht auf Grünen-Antrag ab

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Wenn’s um Fahrradkonzepte geht, dann sollte das ganze Tegernseer Tal an einem Strang ziehen, findet die Grünen-Fraktion in Gmund. Dort ist sie aber mit ihrem Antrag für ein talweit abgestimmtes Vorgehen gescheitert.

  • Grünen-Faktion forderte talweit abgestimmtes Radverkehrskonzept.
  • Gemeinderat lehnt Antrag mehrheitlich ab.
  • Bisherige talweite Zusammenarbeit und individuelle Konzepte für ausreichend erklärt.

Gmund – Ein Fahrradstreifen da, eine neue Beschilderung dort: Dass sich jede Kommune im Tegernseer Tal ins Zeug legt für ihr individuelles Fahrradkonzept, sei zwar in Ordnung, geht den Grünen aber nicht weit genug. Sie wollen ein talweit abgestimmtes Radverkehrskonzept und haben daher im Gemeinderat einen entsprechenden Antrag eingereicht. Doch am Ende sind sie mehrheitlich damit abgeblitzt.

Mit dem Antrag forderten die Grünen, dass sich Gmund an einem abgestimmten Konzept für alle Talgemeinden beteiligt. In der schriftlichen Begründung war von einer bedeutenden Zunahme des Radverkehrs sowie des Individualverkehrs und vermehrten Konflikten die Rede. Zwar seien Initiativen im Gange – Bad Wiessee, Gmund und Rottach-Egern wollen fahrradfreundliche Kommune werden, Kreuth erarbeitet ein ganzheitliches Verkehrskonzept – doch wäre es nötig, dass auch die Stadt Tegernsee das Prädikat anstrebe. Diese Aktivitäten der einzelnen Kommunen sollen in einem talweiten Konzept gebündelt und verknüpft werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen und Synergien zu schaffen, hieß es in dem Antrag. Die Radwegenetze sollten an den Gemeindegrenzen ineinander übergehen, sich sinnvoll ergänzen und als Einheit betrachtet werden. Das Ergebnis, so die Grünen, wäre eine ersichtliche Steigerung an Attraktivität und Sicherheit für den Radverkehr. Das Konzept sollte talweit von nur einem Planungsbüro erstellt werden, was wiederum zur Einsparung von Kosten beitragen könnte.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um zu kooperieren.

Laura Wagner (Grüne)

Grünen-Sprecherin Laura Wagner fügte Erklärungen hinzu und meinte, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, um zu kooperieren. „Jeder hat schon die Erfahrung gemacht, dass man bei uns zwar radeln kann, dass das Netz aber noch nicht ausgegoren, durchgängig und flüssig ist“, argumentierte Wagner. Radler wüssten nicht, ob und wo sie auf Gehwegen radeln dürften. „Da kollidiert viel.“ Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, um sich zu vernetzen und auch Geld zu sparen. Zudem bräuchten Bürger noch mehr Anreize, um aufs Rad zu steigen.

Bürgermeister Alfons Besel (FWG) erinnerte daran, dass Gmund bereits ein Fahrradkonzept mit rund 140 Maßnahmen habe, die es zunächst innerorts abzuarbeiten gelte. „Unser Fahrradkonzept schaut über die Grenzen hinaus“, fand Besel und erklärte, dass sich die Fahrradbeauftragten der Gemeinden bereits intensiv austauschen. Die ADFC-Regionalgruppe Tegernseer Tal würde Maßnahmen im Blick haben und abstimmen. Er erwähnte auch die regelmäßigen Bürgermeister-Treffen und andere Gesprächsrunden, bei denen die Radfahrer Thema seien. Besel hielt wenig davon, eine Initiative zu starten, die zusätzlich Zeit kosten, aber wenig bewirken würde.

Johann Huber (CSU) kam auf den Radstreifen zu sprechen, den es in Bad Wiessee und mit einem kleinen Abschnitt auch in Gmund gebe. Der trage lediglich zum Autostau bei, fand Huber. Fraktionskollege Tobias Bauer pflichtete ihm bei. Barbara von Miller (SPD) lobte die verschiedenen Gmunder Initiativen. „Wir kooperieren doch schon total. Wir sind auf einem guten Weg.“ Was die Grünen fordern, passiere bereits, so von Miller.

Georg Rabl (FWG) war ebenfalls dafür, Kompetenzen und Entscheidungen bei den bestehenden Gremien zu belassen. Von einem „künstlichen Wasserkopf obendrüber“ hielt er nichts. Michael Huber (Grüne) versuchte die Skeptiker davon zu überzeugen, dass es um eine intensivere Abstimmung der jetzt schon in Auftrag gegebenen Konzepte gehe. Korbinian Kohler (CSU) war für den Antrag: „Wir würden ein atmosphärisches Zeichen setzen, das im ganzen Tegernseer Tal ein Ansporn sein könnte.“

Die Mehrheit war am Ende der Meinung, dass Gmund auf einem guten Weg sei – auch ohne explizite Zusammenarbeit. Mit 15:5 Stimmen wurde der Antrag daher abgelehnt.

Lesen Sie hier: Gmunder gründen Bürgerinitiative „Endstation Lint“.

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gr

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