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Stehen zusammen: (v.l.) Melanie, Monika und Peter Kittelt mit Hund Lucky. Eltern und Tochter wollen zusammenziehen, damit Melanie bei der Pflege helfen kann. Das erweist sich als riesiges Problem.

Wo darf Hund Lucky mit einziehen? 

Gmunder Familie sucht verzweifelt neue Wohnung

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Gmund - Bis zu jenem Tag im November war der Gmunder Peter Kittelt (65) ein sportlicher Mann. Dann: der Zusammenbruch. Heute braucht er rund um die Uhr Pflege. Frau und Tochter sind bei ihm – und Lucky, der Hund. Aber genau der ist jetzt ein Problem.

Wenn Monika Kittelt (57) über den 15. November 2015 spricht, fließen bei ihrem Mann Tränen. Die Erinnerung an das alte Ich schmerzt. Peter Kittelt war scheinbar kerngesund, als er an jenem Tag mit Frau und Tochter zum Essen ins Restaurant Seeglas ging. Plötzlich fasste er sich an die Brust, sackte zusammen. Ein Arzt, zufällig ebenfalls Gast, eilte zur Hilfe. Im Krankenhaus stellte man später fest: Die Aorta war geplatzt. Eine Notoperation rettete den Patienten. Bis Februar musste er in Kliniken bleiben. Und jetzt ist für ihn nichts mehr so wie es war. 

Peter Kittelt leidet schwer unter den Folgen des Sauerstoffmangels. Ihm zur Seite stehen Frau Monika und Tochter Melanie (31). „Wir teilen uns die Pflege“, sagt Monika Kittelt. Allein wäre es auch kaum zu schaffen. Peter Kittelt braucht für alles Unterstützung, kann nicht alleine bleiben. Ein Trost ist auch Lucky, der dreijährige Labradorrüde von Melanie. „Für meinen Mann ist der Hund unwahrscheinlich wichtig“, sagt Monika Kittelt. Aber nicht nur für ihn. „Wir würden Lucky nie hergeben“, sagen auch die beiden Frauen. 

Aber jetzt, in der neuen Situation, ist der Hund ein Problem. Denn: Die kleine Familie braucht eine neue Wohnung. Und die war mit Hund und einem pflegebedürftigen Menschen bisher nicht zu finden. Zumindest nicht in Gmund, wo die Kittelts seit 32 Jahren wohnen und bleiben wollen. „Wir haben wirklich alles versucht“, sagt Monika Kittelt. Dabei ist das Ehepaar Mieter einer Gmunder Gemeindewohnung an der Wiesseer Straße. Sie liegt im ersten Stock, ist nur über Treppen zu erreichen. Für Peter Kittelt fast unüberwindbar. Die Familie braucht eine Wohnung, die im Parterre liegt und so groß ist, dass auch Tochter Melanie einziehen kann – mit Lucky. Monika Kittelt hat sich darum hilfesuchend an Bürgermeister Georg von Preysing gewandt. „Aber da kam nichts zurück. Darüber bin ich sehr enttäuscht“, sagt Kittelt.

Tatsächlich liegen die Dinge aber komplizierter. „Wir hatten schon eine Lösung. Aber die wollte Frau Kittelt nicht“, erklärt Bürgermeister Preysing. Mehr wolle er dazu nicht sagen – da gehe es um ganz private Dinge. Wohl um Streitereien unter Nachbarn. Denn: In den Gmunder Gemeindewohnungen sind Hunde grundsätzlich nicht erlaubt. Melanie war mit Lucky trotzdem oft in der elterlichen Wohnung zu Besuch. Die Nachbarn fühlten sich belästigt, beschwerten sich bei der Gemeinde. Aktuell wohnt die Familie in Melanies kleiner, von privat gemieteten Wohnung, ebenfalls in Gmund. Dort ist Lucky erlaubt. „Aber es ist einfach zu eng“, sagt Monika Kittelt. Die Tochter hat den Eltern das Schlafzimmer überlassen, nächtigt auf der Couch. Auf Dauer ist das keine Lösung. 

Die kleine Familie ist deprimiert von der vergeblichen Wohnungssuche und traurig, weil sie sich wohl aus dem Tegernseer Tal verabschieden muss. „Dabei“, sagt Monika Kittelt, „kann doch jedem passieren, was uns passiert ist.“

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