Beim Seniorentag auf dem Gmunder Volksfest to go 2020 holten sich Besucher Hendl, Steckerlfisch und andere Schmankerl zum Mitnehmen (Archivbild).
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Beim Seniorentag auf dem Gmunder Volksfest to go 2020 holten sich Besucher Hendl, Steckerlfisch und andere Schmankerl zum Mitnehmen (Archivbild).

Nach reinem To-go-Angebot im vergangenen Jahr

Gmund: Festwirt plant 2021 das Volksfest als Biergarten

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Voriges Jahr gab‘s das Volksfest in Gmund zum Mitnehmen - zumindest die Schmankerl. Heuer will Festwirt Fahrenschon einen Biergarten herrichten - wenn Corona nicht dazwischenfunkt.

Gmund – Das Rezept stammt aus dem vergangenen Spätsommer: Mit seinem Biergarten-Volksfest hat Veranstalter Christian Fahren ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. In Bad Aibling, Geretsried und Vaterstetten. Nun will Fahrenschon die Freiluftalternative zum Zeltbetrieb auch nach Gmund holen.

Voraussichtlich Ende Juni könnte das einzige klassische Volksfest am Tegernsee heuer über die Bühne gehen. Zehn Tage lang will Fahrenschon den Bürgern mit Wiesn-Schmankerln und ein paar (Kinder-)Karussells schöne und gemütliche Stunden nach der langen Lockdown-Zeit ermöglichen. Mit seinen Bedienungen hat er schon gesprochen, um am Ende nicht ohne Personal dazustehen. „Die suchen sich sonst was anderes.“

Volksfest in Gmund heuer wieder am einst angestammten Termin

Dass das Gmunder Volksfest nun doch wieder auf seinen bis 2016 angestammten, späteren Termin im Juni zurückwandert, hat seinen Grund. Zum einen sei da die Gefahr, dass immer noch strenge Corona-Regeln gelten, etwas geringer, erklärt Fahrenschon. Zum anderen bezweifelt er, dass die See- und Waldfeste am Tegernsee heuer schon in gewohnter Weise stattfinden können. „Wegen denen sind wir ja zuletzt ins Frühjahr ausgewichen, um uns nicht gegenseitig die Leute wegzunehmen.“

Wie das Gmunder Volksfest letztlich konkret ablaufen wird, kann Fahrenschon noch nicht sicher sagen. Sollte sich die Corona-Lage bis dahin doch nicht entspannt haben oder das Wetter das Biergartengeschäft verhageln, könne er immer noch sein aus dem Vorjahr gut etabliertes „Volksfest to go“ anbieten. „Das geht immer“, ist Fahrenschon überzeugt.

Musik und Fahrgeschäfte mit Abstand, Biergarten statt Festzelt

Für ein bisschen Flair auf dem Platz wäre ein Biergarten mit Musik und kleinem Vergnügungspark aber schon die erste Wahl. Die Platzverhältnisse vor Ort würden eine großzügige Bestuhlung und Fahrgeschäfte mit ausreichend Abstand zueinander definitiv hergeben. „Wir werden all das in enger Abstimmung mit der Gemeinde und dem Gesundheitsamt planen“, versichert der Veranstalter.

Sorgen, dass örtliche Wirte seinen Biergarten als Konkurrenz auffassen könnten, macht sich Fahrenschon nicht. „Wir sollten uns nicht gegeneinander ausspielen.“ Für „reisende Festveranstalter“ wie ihn sei dieses Format gar die einzige Gelegenheit, überhaupt noch etwas zu verdienen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Branche seien schlimm. „Zwei Kollegen von mir mussten schon aufgeben.“

Mit den Corona-Auflagen hat sich Fahrenschon hingegen arrangiert. Nur die Erhebung und Speicherung der Kontaktdaten habe sich als unsinniger Aufwand entpuppt. Auf seinen drei Volksfesten in Aibling, Geretsried und Vaterstetten habe er insgesamt 40 000 Namen und Adressen gesammelt, berichtet der Festwirt. Wie viele von den Gesundheitsämtern zur Nachverfolgung abgefragt wurden? „Keine einzige“, seufzt Fahrenschon.

Große Hoffnung setzt er hingegen in Schnelltests. Sollten die auch als Zugangsbeschränkung in der Gastronomie zum Einsatz kommen dürfen, würde er gern darauf zurückgreifen, betont der Wirt. „Am Ende haben ja alle was davon.“

sg

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