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Auf dieser Wiese vor dem Wascherhof in Finsterwald soll das ungewöhnliche Haus gebaut werden. Gegen den Willen der Gemeinde will das Landratsamt den Bau genehmigen.

In Finsterwald

Gemeinde wehrt sich weiter gegen Schachtelhaus am Wascherhof

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Gmund - Die Gemeinde will es partout nicht haben - und legt sich jetzt mit dem Landratsamt an: Am Wascherhof in Finsterwald soll ein Schachtelbau entstehen. Zu schlicht, zu wenig passend, findet das Gremium.

Da hat der Gmunder Ortsplanungsausschuss Einigkeit bewiesen: Im Oktober hatte er ein rechteckiges, 20 mal 6,80 Meter großes Haus mit integrierter Garage, zwei Geschossen, durchgängiger Holzverschalung und unsymmetrisch angeordneten Fenstern einstimmig abgelehnt. Das schnörkellose Haus, das auf einer Wiese vor dem einst prächtigen Wascherhof in Finsterwald geplant ist, sei ein totaler Fremdkörper und passe nicht in das dörflich geprägte Ortsbild, lautete das Argument. Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) war klar, dass sich Gmund damit mit der Baubehörde im Landratsamt Miesbach anlegen würde, weil der Antrag – rein rechtlich – alle Vorgaben einhalten würden. Und so kam es jetzt auch.

Der Bauantrag stand erneut auf der Tagesordnung, um der Gemeinde die Gelegenheit zum Umdenken zu geben. „Andernfalls wird unsere Ablehnung dann durch die Zustimmung des Landratsamts ersetzt“, informierte Preysing den Ortsplanungsausschuss. Die Kreisbehörde unterstütze den Bauherrn und dessen Architekten, sagte Preysing. Er empfahl jedoch seinem Gremium, bei der Ablehnung zu bleiben. „Andernfalls könnten wir den Bauausschuss genauso gut auflösen“, fand der Rathauschef und räumte offen ein: „Es entsetzt mich, wie wenig Geschmack unser Kreisbaumeister doch hat.“ Der Ausschuss stand komplett hinter der Empfehlung des Rathauschefs. Einstimmig blieb er dabei, das schnörkellose Schachtelhaus mit integrierter Garage nach wie vor abzulehnen.

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