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Die Reklame der Firma Xmobil im Baugebiet Landbaderfeld in Dürnbach ist nicht nach dem Geschmack der Gemeinde.

Gemeinde hat Vorschrift verbummelt

Landbaderfeld: Firma eckt mit leuchtender Reklame an

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Gmund - Das Neubaugebiet Landbaderfeld in Gmund ist fast komplett bebaut. Ist alles nach den Vorstellungen der Gemeinde gelaufen? Nicht ganz, wie der Fall der Firma Xmobil zeigt.

Ein leuchtendes „X“ an der Wand, orangefarbene Leuchtreklame, die Tag und Nacht die Blicke der Passanten auf das Interieur zieht. Was Firmenchef Christian Grübl (54) bewusst so gestaltet hat, gefällt der Gemeinde ganz und gar nicht. „Dass das eine solche Dimension hat, haben wir uns so nicht vorgestellt“, gesteht Bauamtsleiterin Christine Lang.

Bei der Sitzung des Ortsplanungsausschusses am Dienstagabend brachte Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) die Firmenreklame zur Sprache und bezweifelte, dass diese rechtmäßig ist. Ob die auffällige Beleuchtung der Gemeinde nun gefällt oder nicht: Sie ist offenbar rechtlich in Ordnung, wie sich nun herausstellt. „Als der Bauantrag von Xmobil genehmigt wurde, lagen die Gewerbebauten noch in einem reinen Gewerbegebiet“, informierte Lang. „Und in einem Gewerbegebiet ist diese Art der Werbung mit unserer Werbeanlagensatzung vereinbar.“ Inzwischen hat die Gemeinde aus dem Gewerbegebiet ein Mischgebiet gemacht – den offiziellen Satzungsbeschluss fasste der Ortsplanungsausschuss gegen die Stimme von Barbara von Miller (SPD) am Dienstagabend. Mit dieser Änderung kommt die Gemeinde einem Handwerksbetrieb entgegen, der neben Betriebsräumen und einer Betriebswohnung auch normalen Wohnraum schaffen will. In einem reinem Gewerbegebiet wäre dies aber nicht möglich. „Xmobil war einfach schneller und hat vor dieser Änderung gebaut, alles war rechtens“, erklärte Bürgermeister Georg von Preysing (CSU). 

Mit Verwunderung nahmen die Mitglieder am Ratstisch dies zur Kenntnis. „Wir hätten in unserer Satzung zum Bebauungsplan festhalten sollen, dass wir so eine auffällige Werbung nicht wollen“, sagte Rabl. „Das hat unser Planer wohl übersehen.“ Preysing musste einräumen: „Das ist uns durch die Lappen gegangen.“ Er kündigte an, mit dem Firmenchef ein persönliches Gespräch zu führen, um Nachbesserungen zu erreichen. Am Mittwoch erklärte Grübl, dass er sich durchaus entgegenkommend zeigen werde. Was die restlichen Betriebe betrifft, die gerade am Entstehen sind, so hofft die Gemeinde, dass diese eine „verträgliche“ Werbung an ihren Gebäuden errichten, um das Landbaderfeld nicht wie ein Industriegebiet erscheinen zu lassen.

Insgesamt befindet sich die Bebauung des 27.000 Quadratmeter großen Landbaderfelds im Endspurt. „Zwei Häuser fehlen noch“, erklärt die Bauamtsleiterin auf Nachfrage. Die Bauherren werden im Frühjahr wohl loslegen.

Ein weiteres Problem ist für die Gemeinde noch nicht ausgestanden. Es geht um den Hag, der das Baugebiet nach Norden hin begrenzt. Nach vielen Debatten und Ortsterminen mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt wurde der Abstand der Häuser zum Hag von ursprünglich 13 auf neun Meter verringert. „Fünf Meter wurden als absoluter Schutzstreifen festgelegt, vier Meter dürfen gärtnerisch genutzt werden“, erklärt Lang. Der Hag wurde an eine Dürnbacher Familie übereignet, die namentlich nicht genannt werden will. „Die Familie ist also für die Verkehrssicherungspflicht des Hags zuständig“, sagt Lang. Das heißt: „Der Eigentümer muss den Hag pflegen und ist dafür verantwortlich, wenn herabfallende Äste in dem Vier-Meter-Streifen Schaden anrichten.“ Die Übereignung des Hags sei ein Fehler gewesen, räumt die Familie inzwischen ein. Sie führe derzeit noch Gespräche mit der Gemeinde und hofft auf Unterstützung, berichtet die Bauamtsleiterin.

Dass die Häuser dem Hag derart nahe sind, ist der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) ein Dorn im Auge. Deren Vorsitzende Angela Brogsitter-Finck kritisiert in einer Stellungnahme die „Schutzpraktiken zum Umgang mit unserer wertvollen und einmaligen Egartenlandschaft“ und die „Verkleinerung der Schutzgebiete mit fast selbstverständlicher Regelmäßigkeit“.

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