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Eine Umgehung würde von der B 318 zwischen Moosrain und Dürnbach abzweigen. Der Korridor für die Trasse ist im Gmunder Flächennutzungsplan enthalten. Bad Wiessee lehnt die Umgehung ab.

Lösung muss her

Gmund befürchtet mehr Verkehr wegen Jodbad-Projekt

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Gmund - Bad Wiessee hat die Weichen für die Neubebauung des Jodbad-Areals gestellt. Und für Gmund ergibt sich nun die Frage: Muss die Gemeinde den Verkehr hinnehmen, der da auf sie zurollt?

Alle Träger öffentlicher Belange sind gerade aufgefordert, ihre Stellungnahmen zum Bebauungsplan Jod-Schwefelbad und Wandelhalle abzugeben. Gmund ist die erste Kommune, die jetzt im Rahmen der Sitzung des Ortsplanungsausschusses öffentlich eine Meinung dazu äußerte. Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) hielt sich dabei sehr zurück mit kriEine tischen Äußerungen: „Ich werde keine Retourkutsche fahren zu dem, was sich im Sommer 2015 zwischen Gmund und Bad Wiessee abgespielt hat“, sagte Preysing. 

Gemeint war damit der zwischen ihm und seinem Amtskollegen Peter Höß (Wiesseer Block) öffentlich ausgetragene Disput in Sachen Baulandausweisung am Osterberg. Wie berichtet, hatte Höß im Kreistag gegen die Herausnahme von Grünland aus dem Landschaftsschutzgebiet gestimmt. Inzwischen ist so gut wie klar, dass am Osterberg trotzdem gebaut werden darf – und die dicke Luft zwischen Gmund und Bad Wiessee verzieht sich. 

Also sagte Preysing jetzt zum Jodbad: „Ich werde der bisherigen Devise im Tegernseer Tal treu bleiben, wonach wir untereinander die Planungs-Hoheit der jeweils anderen Gemeinden respektieren.“ Sonst werde es „krass“ am Tegernsee „und wir können die Zusammenarbeit untereinander aufkündigen“. Er wolle sich also nicht einmischen, meinte Preysing, erinnerte aber beiläufig daran, dass Spielarena-Betreiber Josef Niedermayer bereits in Gmund vorstellig geworden sei, um die Möglichkeiten für einen neuen Standort am Freizeitgelände Oedberg auszuloten. 

Ein Thema war den Mitgliedern des Ortsplanungsausschusses aber wichtig: der Verkehr. „Wenn eine Bauangelegenheit die Nachbarn belastet, dann sollte man da schon drauf hinweisen“, fand Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) und forderte eine überregionale Verkehrsplanung. „Und die muss eigentlich vorher erfolgen“, fügte Franz von Preysing (CSU) an. Überhaupt sei die Gemeinde Gmund Leidtragende des zunehmenden Verkehrs, und der sei wohl zu erwarten. „Die Gäste müssen ja alle durch Gmund, oder?“ Für Rathauschef Preysing steht die Verkehrszunahme außer Frage: „Daher werden wir uns überlegen, was wir unternehmen.“ 

Eigentlich, so Preysing, hätten die Tal-Gemeinden schon lange an einer Verkehrslösung arbeiten wollen, „aber es ist noch nie was passiert“. Für Peter Heerklotz (CSU) war das Thema nicht so brisant. „114 Zimmer, das spannen wir gar nicht“, sagte Heerklotz. Auch Barbara von Miller (SPD) bezweifelte den negativen Effekt der Wiesser Kurviertel-Pläne auf die Geeinde Gmund: „Da müssten wir ja jedes Hotel-Projekt hier in Frage stellen.“ 

Mehrheitlich wurde schließlich vereinbart, dass das Thema Verkehr in der Stellungnahme eine Rolle spielen soll. Gegen zwei Stimmen verabschiedete das Gremium dann folgende Formulierung: Einwände zum Jodbad-Projekt habe die Gemeinde nicht, allerdings müsse eine Lösung zum Thema Verkehr gesucht werden. 

Wie diese aussehen könnte, ist bisher offen. Im künftigen Flächennutzungsplan von Gmund ist ein Korridor für eine Umgehungsstraße eingezeichnet. Er existiert seit 1993 und sieht in groben Zügen den Verlauf einer Straße vor, die von der B 318 zwischen Moosrain und Dürnbach abzweigt und über die Felder Richtung Finsterwald verläuft. Die Diskussion zur Trasse im April 2014 in Gmund hatte wiederum Bad Wiessee aufgeschreckt. In seiner Stellungnahme zum Gmunder Flächennutzungsplan hatte Bad Wiessee dann den Verlauf abgelehnt. Der Grund: Nach dem Bau der Umgehung würde der Durchgangsverkehr Richtung Kreuth und Achensee ausschließlich über Bad Wiessee rollen. Und das sei nicht hinnehmbar.

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