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So sollen die beiden Mehrfamilienhäuser aussehen, die auf dem Gemeinde-Grundstück hinter dem Gmunder Bauhof geplant sind.

Stellungnahmen zum Neubau an der Hirschbergstraße

Nachbarn machen Front gegen Wohnprojekt

Gmund - An der Hirschbergstraße soll ein Wohnprojekt für sozial schwache Mieter und Asylbewerber entstehen. Doch die Nachbarn wehren sich vehement. Ihre Stellungnahmen wurden jetzt behandelt.

Zwei Mehrfamilienhäuser mit 14 Wohneinheiten sollen an der Hirschbergstraße auf dem Gemeinde-Grundstück hinter dem Bauhof entstehen. Geplant ist dort die Unterbringung von sozial schwachen Mietern und bei Bedarf von anerkannten Asylbewerbern – zum Leidwesen einiger Anwohner. Der dem Vorhaben zugrunde liegende Bebauungsplan lag bis vor kurzem im Rathaus öffentlich aus, erwartungsgemäß sind mehrere Stellungnahmen eingegangen. Der allgemeine Konsens: Ablehnung.

Auf diesem Grundstück sollen die Wohnhäuser entstehen.

Im Ortsplanungsausschuss wurden die Stellungnahmen nun behandelt. Einige Anwohner fürchten, dass ihre Anwesen durch das Vorhaben an Wert verlieren, darunter Friedl Wandinger, der seinem Ärger bereits Mitte April gegenüber unserer Zeitung Luft gemacht hatte. Die gleiche Befürchtung haben die Eigentümer eines Einfamilienhauses kund getan, das direkt an das Planungsgebiet angrenzt. In ihrer Stellungnahme wollen die beiden deshalb wissen, an welchen anderen Örtlichkeiten sozialer Wohnungsbau möglich wäre. In der Beschlussfassung der Gemeinde heißt es: „Weitere Standortalternativen wurden vorab intern geprüft. Geeignetere bebaubare Grundstücke in Gemeindeeigentum sind nicht verfügbar.“

Der Betreiber des Früchtegroßhandels Max Wunderlich spricht sich in seiner Stellungnahme per Anwalt gegen die Ausweisung des Areals als Mischgebiet aus. Dies würde „mitunter erhebliche negative Konsequenzen“ für die ansässigen Betriebe nach sich ziehen. Er befürchtet, dass es künftig Probleme geben könnte bei der Genehmigung von Nutzungsänderungen oder von Änderungen am Gebäudebestand. Die Gemeinde sieht das anders: Durch die Bauleitplanung werde nicht in die Eigentumsposition des Einwendungsführers eingegriffen. Die vorhandenen Gewerbebetriebe hätten schon bislang Rücksicht auf ihre Nachbarn nehmen müssen, heißt es in der Beschlussfassung.

Der ausgelegte Bebauungsplan leide an erheblichen Fehlern, argumentiert der Anwalt weiterhin. Vor Gericht würde dieser wohl nicht standhalten. Er habe seinen Mandanten eine Anfechtung nahegelegt, erklärt der Anwalt. Diese würden aber aufgrund des guten Verhältnisses zur Gemeinde vorerst darauf verzichten.

Zwei weitere Grundstückseigentümer stören sich an der Größe der geplanten Bebauung. Deren Rechtsbeistand schätzt die Geschossfläche auf rund 2100 Quadratmeter, das Dreifache der umliegenden Bebauung. Laut Gemeinde orientieren sich die Festsetzungen an der Größe des Bauhofs und des Feuerwehrhauses. „Das gesetzliche Maß der baulichen Nutzung wird durch die im Bebauungsplan getroffenen Festsetzungen nicht überschritten“, heißt es in der Beschlussfassung. Sozialer Wohnungsbau beziehungsweise preisgünstige Mieten könnten eben nur dann angeboten werden, wenn ausreichend große Gebäude gebaut würden. Nur so ließen sich die Baukosten pro Wohneinheit auf ein Maß reduzieren, das eine preisgünstige Vermietung möglich mache.

Nach der Behandlung der einzelnen Stellungnahmen im Gmunder Ausschuss wird der Bebauungsplan für die Hirschbergstraße nun ein zweites Mal öffentlich ausgelegt.

Bastian Huber

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