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Vhs-Leiterin Eugenie Lückerath soll in Gmund vor Ort bleiben, das fordert die Gemeinde.

Landkreisweite Strukturreform

Vhs: Gmund macht Kurswechsel mit

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Wie ein Fels in der Brandung hat die Volkshochschule (vhs) Gmund um ihre Eigenständigkeit gekämpft. Dennoch wird sich die Gemeinde Reformplänen anschließen, die gerade landkreisweit im Gang sind.

Gmund Mit einem launigen Fest feierte die vhs 2017 noch das 70-jährige Bestehen. Nicht nur Vorsitzende und zugleich Kreischefin Anna Maria Stark, sondern auch die langjährige Leiterin Eugenie Lückerath sind stolz auf die Geschichte, die mit der mutigen Gründung in der Nachkriegzeit durch die Gmunder Anton Keck und Hieronymus Feichtner begann. Die Gmunder vhs steht stark da: Mit ihren 17 000 Teilnehmer-Doppelstunden nimmt sie einen Spitzenplatz im Landkreis ein. Sowohl bei den Veranstaltungen (463), also auch bei den Teilnehmern (5202) wurden zuletzt Steigerungen erzielt.

Und dennoch muss Gmund jetzt seine Eigenständigkeit als Verein aufgeben. „Der Staat hat die Kriterien geändert“, sagte Bürgermeister Alfons Besel (FWG) im Gemeinderat. 30 000 Teilnehmer-Doppelstunden müssen vorgewiesen werden, um überhaupt Staats-Zuschüsse zu bekommen. 22 600 Euro fließen derzeit nach Gmund.

Lesen Sie hier auch, wie die vhs Holzkirchen-Otterfing entschieden hat.

Eigenständig weitermachen und auf das Geld verzichten oder einscheren in eine neue, noch zu bildende Landkreis-vhs, um damit die „hochwertige Erwachsenenbildung“ auch künftig auf sichere Beine stellen, fördern und ausbauen zu können – mit dieser Frage musste sich das Gremium befassen. Besel stellte klar: Das Kursangebot müsse erhalten, die vhs müsse sozialer Treffpunkt bleiben, Gmund müsse auch weiter auf ihr Kurs-Angebot Einfluss haben können. „Wenn die Rechnung stimmt, dann sollten wir den Zusammenschluss versuchen“, fand der Rathauschef.

Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) räumte ein, in seiner Meinung gespalten zu sein. „Unsere vhs ist eine der ältesten und war immer gut aufgestellt. Ich fände es schade, wenn man jetzt mit einem großen Schwamm darüber wischen würde.“ In einem neuen Konstrukt müssten alle Gemeinden mithelfen, forderte Rabl. „Es geht mir nämlich gegen den Strich, dass sich da einige komplett raushalten.“ Aktuell sind nur elf der 17 Landkreiskommunen Mitglied im Kreisverband, sie stellen ihrer jeweiligen vhs Räume zur Verfügung und übernehmen Personalkosten.

Michael Huber (SPD) wollte Näheres zur künftigen Struktur und dem Personal vor Ort wissen. Besel informierte, dass derzeit von allen Kommunen zunächst Absichtserklärungen abgegeben werden. Ein Arbeitskreis sei damit befasst, eine zeitgemäße Organisationsstruktur und ein neues Finanzierungsmodell zu entwickeln. Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis moderiert die Arbeitsgruppe. „Wir sind bisher darin nicht berücksichtigt“, monierte Besel, „werden aber darauf drängen, dabei zu sein und mitzugestalten.“ In welcher Organisationsform sich die Volkshochschulen im Landkreis am Ende zusammenfinden, ist noch offen. Besel favorisiert einen Zweckverband, „denn damit haben wir gute Erfahrungen.“ Johann Schmid (SPD) war der Ansicht, dass langfristig kein Weg an einen Zusammenschluss vorbei führe. Er forderte jedoch Zwischenberichte über den Werdegang. Für Barbara von Miller (SPD) war Arbeitsgrundlage, dass Eugenie Lückerath vor Ort bleiben müsse. Ihrer Forderung, dass die Filiale Gmund Bestand haben müsse, schloss sich auch Franz von Preysing (CSU) an.

Unter weiteren Bedingungen, etwa, dass die Rechtsform klar ist, die Ziele der örtlichen Erwachsenenbildung gesichert sind, der Kostenplan und notfalls auch Alternativen vorliegen, wurde die Strukturreform einstimmig unterstützt.

gr

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