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Das erste Führungstrio (v.l.) Louisa Geismann, Thomas Tomaschek und Hella von Ketelhodt.

„Die Menschen wollen grün wählen“

Gmund: Grüne gründen Ortsverband für gesamtes Tegernseer Tal

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Die Grünen haben einen Ortsverband für das gesamte Tegernseer Tal gegründet. Bei der Kommunalwahl 2020 wollen sie in allen Tal-Gemeinden mit eigenen Listen antreten. 

Gmund – Thomas Tomaschek weiß noch, wie alles anfing. „Beim Tegernseer Waldfest, nach zwei Maß Bier, hat mich mein alter Schulfreund Beppo (Landrat Wolfgang Rzehak, Anm. d. Red.) angesprochen, ob ich nicht in die Lokalpolitik gehen will.“ Tomaschek hatte gerade mit einer Unterschriften-Aktion und Medienrummel den Abriss des Gasthof Glasl verhindert und dabei gemerkt: Wer sich engagiert, kann etwas bewegen. Sechs Jahre ist das her. Seit fünf Jahren ist er der einzige Grüne im Rottach-Egerner Gemeinderat.

Die Vorankündigung zur Gründungsversammlung: Das Tegernseer Tal wird „begrünt“

Gmund: Darum gründen die Grünen einen Ortsverband für das gesamte Tegernseer Tal

Bei der Kommunalwahl im März 2020 will Tomaschek sein politisches Single-Dasein beenden. Sein Ziel: In allen Orten im Tal mit einer grünen Liste antreten. Den Grundstein dafür legten er und etwa 50 Gäste am Sonntag im Gasthof Herzog Maximilian in Gmund. Sie gründeten den Grünen-Ortsverband Tegernseer Tal. Der soll Strukturen und Ansprechpartner schaffen, damit die Grünen bei der Kommunalwahl talweit vertreten sind. „Wir haben viel Potenzial“, sagt Tomaschek, „wir müssen es nur nutzen.“

Darum wird er sich federführend kümmern. Die 16 anwesenden Mitglieder des neuen Ortsverbandes wählten Tomaschek zum Vorsitzenden. Seine gleichberechtigte Co-Vorsitzende wurde die ehemalige Rechtsanwältin Hella von Ketelhodt aus Rottach-Egern, Schriftführerin ist Louisa Geismann. Es gab weder Gegenkandidaten noch Gegenstimmen. Die Beisitzer sollen im Herbst gewählt werden, wenn sich die Mitgliederstruktur gefestigt hat.

Damit das klappt, erhielt das frisch gewählte Führungsteam auch prominente Unterstützung. Unter anderem vom gebürtigen Tegernseer und Landtagsmitglied Benjamin Adjei. „Die Menschen wollen grün wählen“, sagte er, „aber dafür brauchen sie ein Angebot. Diese Strukturen werden nun geschaffen.“ Das sei entscheidend für eine bunte, nachhaltige, soziale Zukunft.

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Als Geburtshelfer aktiv waren Katharina Schulze (r.) und Benjamin Adjei (neben Wolfgang Rzehak).

Grünen Ortsverband Tegernseer Tal: Prominente Geburtshelfer

Ähnlich sah es Katharina Schulze, Fraktionssprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag. Auch sie war nach Gmund gekommen, um dem Ortsverband bei der Geburt zu helfen. Es mache Sinn, einen Verband über fünf Gemeinden zu gründen, sagte sie. „Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, müssen wir zusammenarbeiten.“ Die Menschen merkten, dass diese Werte bei den Grünen am besten aufgehoben seien. Aber die Partei brauche mehr Unterstützer, um ihre Ziele erreichen zu können. Deswegen sei es wichtig, dass die Grünen flächendeckend ansprechbar sind.

„Grün tut gut“, fand auch Rzehak. Er könne sich noch an seine Anfänge als erster grüner Gemeinderat des Landkreises in Gmund erinnern. Dass es einmal einen talweiten Ortsverband geben würde, konnte er sich damals nicht vorstellen. „Aber jetzt sind wir in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“ Bei den Kommunalwahlen könnten die Grünen die zweitstärkste Kraft werden.

Diese Vision kam an. Drei Besucher der Gmunder Gründungsversammlung traten noch vor Ort dem neuen Ortsverband bei. Unter ihnen auch der ehemalige Tegernseer Bürgermeister Peter Janssen, der bei der Bezirkstagswahl noch für die Freie Liste Oberbayern kandidiert hatte. Tomascheks politisches Single-Dasein dürfte also bald vorbei sein.

Mehr zu den Grünen: Arbeitsgemeinschaften gegründet: Kreis-Grüne wollen sich mehr Expertise holen

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