Bahnhalt Moosrain Parkplatz
+
Am Bahnhalt in Moosrain wird kräftig investiert: Ein neuer Parkplatz mit Fahrradabstellanlage ist geplant.

Gmund braucht einen Kredit über zwei Millionen Euro

Haushalt mit Corona-Puffer

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
    schließen

Gmund will heuer gut vier Millionen Euro investieren und damit auch Werte schaffen. Allerdings braucht die Gemeinde  dafür einen Kredit über zwei Millionen Euro. 

Gmund – Noch ehe Kämmerer Georg Dorn den Haushalt im Detail erläuterte, machte Bürgermeister Alfons Besel (FWG) deutlich: „Die Eckpunkte des Haushalts wurden noch vor der Coronakrise abgesteckt, zu einem Zeitpunkt, als man das Ausmaß noch nicht erwarten konnte.“ Die Krise sei eine Katastrophe für Geschäftsleute und Dienstleister, mahnte Besel, daher sei der Haushalt sehr konservativ und mit einem Puffer aufgestellt. „Deswegen nicht mehr zu investieren, wäre aber falsch. Wir sollten in die Zukunft schauen“, so der Rathauschef. Der vorliegende Entwurf sei seriös und transparent, die Leistungsfähigkeit der Gemeinde gegeben, so Besel.

Der Haushalt 2020 sei sehr komplex und umfangreich, stellte der Kämmerer fest. Umfangreich wegen des Gesamtvolumens von 20,6 Millionen Euro (Vorjahr 21,3 Millionen Euro), komplex aufgrund der Mehrjährigkeit vieler Projekte, die zwar 2019 beschlossen, aber noch nicht angepackt wurden. Bei der Planung mussten also nicht verbrauchte Mittel berücksichtigt und sogenannte Haushaltsausgabereste gebildet werden.

Eckdaten

Der Verwaltungshaushalt für laufende Einnahmen und Ausgaben beträgt heuer knapp 15,6 Millionen Euro und damit rund 700 000 Euro mehr als im Vorjahr. Die wesentlichen Säulen sind die Gewerbesteuereinnahmen (4,8 Millionen Euro) und der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer (4,6 Millionen Euro). Wegen Corona und Brexit, so Dorn, sei die Gewerbesteuer, die in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich sechs Millionen Euro betrug, heuer niedriger angesetzt. Dies sei auch eine Empfehlung des Gemeindetags. Gmund habe einen Puffer von 600 000 Euro eingeplant, so der Kämmerer. „Dennoch ist aufgrund der dramatisch veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Entwicklung der Steuereinnahmen schwer einschätzbar.“ Auf der Ausgabenseite sind die Kreisumlage mit 5,4 Millionen Euro und Personalkosten in Höhe von knapp 4,4 Millionen Euro die größten Posten. Der Vermögenshaushalt beträgt rund 5 Millionen Euro.

Investitionen

Rund vier Millionen Euro will Gmund heuer investieren, vor allem in Ortsentwicklung, Verkehrssicherheit, Nahwärmeversorgung, Familienfreundlichkeit und den Kommunalen Wohnungsbau. Dazu zählen die Neugestaltung des Kindergarten-Eingangsbereichs (gesamt 270 000 Euro) und die Sanierung der Dachterrasse (gesamt 275 000 Euro), die Erweiterung der Kinderkrippe (gesamt 872 000 Euro), die Schließung des Lückenwegs (80 000 Euro), die Neugestaltung der Freiflächen an der Tegernseer Straße (330 000 Euro), Planungskosten für das Bahnhofsprojekt (80 000 Euro), eine Ampelanlage in Finsterwald (gesamt 200 000 Euro), Querungshilfen an der Ringstraße, am Buchbergweg und in Kaltenbrunn (gesamt 382 000 Euro), ein neuer Parkplatz am Bahnhalt Moosrain (gesamt 509 000 Euro), Planungskosten für den Hochwasserschutz Moosrain (heuer 90 000 Euro), die Sanierung von Wasserleitungen (170 000 Euro), der Breitbandausbau (275 000 Euro) sowie die Hackschnitzelheizung an der Hirschbergstraße (670 000 Euro). Zudem sind 1,5 Millionen Euro für Grundstückskäufe eingeplant. Mit Zuschüssen für diverse Projekte rechnet die Gemeinde in Höhe von rund einer Million Euro.

Rücklagen

Rund vier Millionen Euro hat Gmund am Ende dieses Jahres noch auf der hohen Kante. Weil aber rund 2,5 Millionen Euro fest gebunden sind, beträgt diese Summe nur rund 1,5 Millionen Euro.

Schulden

Zur Deckung der Investitionssummen und auch in Bezug auf die kommenden Finanzplanungsjahre sind Kreditaufnahmen in Höhe von zwei Millionen Euro nötig. Der Schuldenstand wird sich damit zum Jahresende auf knapp 8,5 Millionen Euro erhöhen. So steht jeder Bürger mit 1382 Euro in der Kreide.

Ausblick

Investitionen in Höhe von 7,3 Millionen Euro kommen bis 2023 auf die Gemeinde zu, legte der Kämmerer dar. „Es werden jedoch Werte geschaffen und in die Zukunft von Gmund und der Bürger investiert.“ Bis 2023 geht Dorn von 8,1 Millionen Schulden aus. Die Rücklagen werden auf 430 000 Euro schmelzen. „Insgesamt kann die Finanzlage immer noch als solide bezeichnet werden“, so Dorn, der jedoch ein „maßvolles Haushalten“ anmahnte. Ehe der Haushalt einstimmig verabschiedet wurde, hob Rathauschef Besel die hohe Kreisumlage hervor, mit der sich Gmund wegen seiner Steuerkraft mit an der Spitze des Landkreises befinde. Michael Huber (SPD) regte wegen der wohl sinkenden Gewerbesteuer eine Zwischenbilanz an.

Auch der Mangfallsteg muss erneuert werden.

Alle Infos und neuesten Entwicklungen zu Corona lesen Sie hier.

gr

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mountainbiker ignoriert Absperrung und zwängt sich unter laufendem Bagger durch - „Wie lebensmüde...“
Sie ignorieren Absperrungen und bringen dadurch sich und andere in Lebensgefahr: Mountainbiker sorgen immer öfter für Ärger bei Forstarbeitern. Doch diese Aktion …
Mountainbiker ignoriert Absperrung und zwängt sich unter laufendem Bagger durch - „Wie lebensmüde...“
Mehr Einblick für die Bürger
Um die Forderung der Fraktion WIR/FW nach mehr Öffentlichkeit wurde im Waakirchner Gemeinderat gerungen. Mehr mitreden sollen die Bürger auf jeden Fall.
Mehr Einblick für die Bürger
Bremst ein neues Ortsschild die Raser am Ackerberg aus?
Raser sind den Anwohnern an der Kaltenbrunner Straße schon lange ein Dorn im Auge. Sie fordern Tempo 50. jetzt beschäftigt das Thema das Verwaltungsgericht.
Bremst ein neues Ortsschild die Raser am Ackerberg aus?
Rätselraten um Hotelprojekt
Ein ominöses Immobilien-Inserat, angeblich offene Pachtzahlungen sowie unerfüllte Forderungen der Gemeinde Waakirchen heizen Gerüchte um den Unternehmer Karl-Heinz …
Rätselraten um Hotelprojekt

Kommentare