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Justitia sei Dank: Der 47-jährige Gmunder kam mit einer Geldauflage davon

Amtsgericht lässt Milde walten

Irres Überholmanöver endet glimpflich

Gmund - Beinahe hätte es bei einem Überholmanöver eines 47-jährigen Gmunders gekracht -  der entgegenkommende Fahrer reagierte aber schnell. Der Gmunder muss jetzt blechen.

Eine lange Autokolonne hatte sich im Juli des vergangenen Jahres auf der B 318 Richtung Gmund gebildet. Aus dieser Reihe von Fahrzeugen schoss plötzlich ein BMW-Cabrio von hinten heran und überholte in einer Linkskurve die Autos vor ihm – obwohl sich der Fahrer dabei ohne ausreichende Sichtweite auch auf die Gegenfahrbahn begab. 

Der Angeklagte behauptete, bei dem Beinahe-Unfall nicht dabei gewesen zu sein

Auf der musste ein BMW auf den Grünstreifen ausweichen, „sonst hätte es einen Zusammenstoß gegeben“, sagte ein Holzkirchner Zeuge vor dem Miesbacher Amtsgericht aus, wo der Fall verhandelt wurde. Vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs lautete die Anklage. Auf der Anklagebank saß ein 47-jähriger Gmunder. Der jedoch will von dem Ganzen nichts gewusst haben. „Er ist an dem Tag zwar mit diesem Auto gefahren“, erklärte Rechtsanwalt Ulrich Fuchs für seinen Mandanten, „doch bei der Aktion war er nicht dabei.“

Ein Zeuge notierte das Kennzeichen des Gmunders

Der Zeuge, der ebenfalls in der Kolonne fuhr, notierte jedoch das Kennzeichen des Gmunders und alarmierte die Wiesseer Polizei. Die Beamten hielten den Mann kurz darauf in Gmund auf. Ebenfalls im Auto saß die Tochter des Angeklagten. Wie vom Holzkirchner beschrieben, saß „eine junge Frau mit dunkelblonden Haaren“ auf dem Beifahrersitz – die Beschreibung würde auf die Tochter des Beschuldigten passen. Es deutete also alles darauf hin, dass der Gmunder entgegen seiner Behauptung an diesem Tag auf der B 318 den Straßenverkehr gefährdete. 

„Wenn man sich beim Autofahren so verhält wie er, dann ist das gemeingefährlich“

„Wenn man sich beim Autofahren so verhält wie er, dann ist das gemeingefährlich“, echauffierte sich der Zeuge. Durchgezogene Linien hätten den Gmunder laut der Aussage des Zeugen nicht davon abgehalten, seine Überhol-Tour zu starten. Auch an einer Linksabbiegespur störte sich der 47-Jährige anscheinend kein bisschen und fuhr auf dieser einfach geradeaus weiter. Die Gelegenheit dazu, früher einzuscheren, hatte der Gmunder aber allemal. „Vor meinem Auto waren bestimmt 20 Meter Abstand zu meinem Vordermann“, meinte der Holzkirchner. Nach seinen am Ende glimpflich ausgegangenen, dennoch mehr als waghalsigen Überholmanövern fuhr der Angeklagte laut der Zeugenaussage einfach weiter, als wäre nichts gewesen – ohne sich darum zu kümmern, dass seinetwegen ein Auto auf der Gegenfahrbahn gerade noch ausweichen konnte.

Das verfahren wurde gegen Entrichtung einer Geldauflage eingestellt 

Von Glück kann der bereits mit vier Einträgen im Fahreignungsregister belegte Gmunder nun reden, dass Amtsrichter Walter Leitner kein Urteil sprach. Weil Fuchs der Staatsanwaltschaft vorschlug, das Verfahren gegen Entrichtung einer Geldauflage vorläufig einzustellen und der Staatsanwalt dem zustimmte, kam der Angeklagte mit einer Zahlung von 800 Euro an die Kreisverkehrswacht Miesbach davon.

hph

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