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Stolz auf die Auszeichnung: Filippa und Anna (vorne v.l.) vom Fairtrade-Team nehmen das Siegel Fairtrade-Schule entgegen.

Feier mit Ehrengästen 

Gmund ist erste „Fair Trade Schule“ im Landkreis Miesbach: Ein Erfolg, der verpflichtet

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Die Grundschule Gmund darf sich jetzt als erste Grundschule im Landkreis Miesbach „Fair Trade Schule“ nennen. Die Schüler feierten die Ernennung  mit ihren Ehrengästen.

Gmund – Eins wurde beim Festakt in der Turnhalle der Grundschule Gmund klar: Das Prädikat „Fair Trade Schule“ ist nicht bloß ein Aufkleber, den man einfach so bekommt. Das Siegel will konsequent erarbeitet sein, und das hat das Fair-Trade-Team mit 32 Schülern, Lehrern und Eltern auch geschafft. Vor der ganzen Schulfamilie ließen die Kinder mit ihren Lehrerinnen, darunter Schulleiterin Gudrun Klotzsche und Fair-Trade-Projektleiterin Martina Reiner, die zurückliegenden beiden Jahre Revue passieren, in denen sie sich mit Projekten für das Prädikat empfohlen hatten.

Fair Trade in Grundschule Gmund

Fair – das ist für die Gmunder Grundschüler gleichbedeutend mit gerecht, respektvoll, ehrlich, anständig, korrekt und legitim. Dafür setzten sie sich mit Kopf, Herz und Hand ein. Die Schule beließ es nicht bei der Vermittlung von Informationen über fair gehandelte Bananen, Kakao- und Kaffeebohnen oder Fußbälle und den Effekt auf eine friedvollere, gerechtere Welt im Unterricht. Sie verkaufte selbst gemachte Produkte aus fair gehandelten Rohstoffen beim Nikolausmarkt, beim Sommerfest und bei der Schuleinschreibung. Die Kinder unternahmen Ausflüge etwa zu örtlichen Supermärkten, um dort das Fair-Trade-Sortiment unter die Lupe zu nehmen, in den Eine-Welt-Laden in Miesbach und ins Fair-Handelshaus Bayern in Haimhausen (Kreis Dachau). Bei der Schulobst-Aktion kommt nur noch fair gehandeltes, regionales Obst auf den Teller, im Lehrerzimmer nur fairer Kaffee und Tee in die Tassen. An Projekttagen entstandene T-Shirts mit individuellen Designs, die die Schüler nun stolz auf dem Laufsteg präsentierten. In Anlehnung an das Kettenlied „Drunt in der greana Au“ machten die Kinder auf die größeren ökologischen Zusammenhänge aufmerksam und unterstrichen die Bedeutung von fairem Handel.

Bürgermeister Besel dankt Grundschule Gmund

Bürgermeister Alfons Besel lobte, dass die Grundschüler weit über ihren Tellerrand hinausschauten, Verantwortung übernähmen und so für eine bessere Welt sorgten. Er dankte für das faire Engagement. Auch mit Blick auf die Juniorhelfer und Streitschlichter pries er die Schule als vorbildlich: „Der Weltfrieden fängt vor der eigenen Haustür an.“

Gerhard Schneider, Leiter des Fachbereichs Schulpastoral der Erzdiözese München und Freising, der das Projekt Fair Trade Schule förderte, zollte den Kindern Anerkennung und versprach ein weiteres Engagement im kommenden Schuljahr. Ina Schicker vom Verein TransFair zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt überreichte schließlich die Urkunde. Damit ist die Grundschule Gmund nicht nur die erste Fair Trade-Schule im Landkreis, sondern die 614. in Deutschland und die 210. in Bayern. „Ihr spielt eine wichtige Rolle für die Zukunft und könnt helfen, dass ganz Gmund zu einer Fair Trade-Kommune wird“, sagte Schicker und nahm auch Bezug auf die Fridays for Future, mit denen Kinder und Jugendliche die Erwachsenen in die Pflicht nähmen. „Ruht Euch nicht auf Euren Lorbeeren aus“, forderte Schicker und versprach, in zwei Jahren wieder zu kommen, um zu sehen, ob die Schüler noch mehr Menschen ins Boot holen konnten.

Aufmunterung gab es auch vom Landrat. „Ihr vermittelt Werte“, lobte Wolfgang Rzehak und appellierte: „Erinnert Eure Eltern im Supermarkt daran, fair und regional zu kaufen. Halten wir zusammen, damit wir die Heimat und die ganze Welt erhalten.“

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