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Schwierig: die Gestaltung der Tegernseer Straße in Gmund.

Gmund beschließt Gestaltung der Tegernseer Straße 

Parkplätze haben Vorrang

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Gmund möchte fahrradfreundlich werden, und die Gestaltung der Straßen- und Gehwegflächen an der Tegernseer- und Max-Obermayer-Straße waren eine erste Nagelprobe. 

Gmund Die Gemeinde möchte fahrradfreundlich werden, und die Gestaltung der Straßen- und Gehwegflächen an der Tegernseer- und Max-Obermayer-Straße waren eine erste Nagelprobe. Im Gemeinderat lagen jetzt die zuvor schon im Ortsplanungsausschuss diskutierten Pläne auf dem Tisch. Sie waren überarbeitet worden, Doch die Fakten haben sich nicht geändert, wie Josef Harraßer vom Bauamt deutlich machte. Es gibt zahlreiche Engstellen, der Weg ist teils nur 1,50 Meter breit. Für eine gemeinsame Nutzung von Fußgängern und Radlern müsste er mindestens vier Meter haben. Logische Folge: Es bleibt nur die Bundesstraße, um hier zu radeln.

Eine große Gefahr würden dabei die zwei bis drei Längsparkplätze darstellen, die vor dem Neubau des Unternehmers Christian Werth zur Debatte standen. „Wir müssen abwägen zwischen Parkangebot und Sicherheit für Radler“, gab Bürgermeister Alfons Besel (FWG) zu bedenken. Die Planung sei mit dem Landratsamt, dem Staatlichen Bauamt Rosenheim und dem Agmunda-Arbeitskreis „Verkehr“ besprochen. Alle seien zu der Überzeugung gekommen, dass wegen des geringen Platzangebots die Radler auf der Straßen bleiben sollten. Allerdings hat der Arbeitskreis auch gefordert, dass die Gemeinde auf die Längsparkplätze verzichten und zudem Tempo 30 einführen solle – zur Sicherheit für die Radler, wenn sie schon auf der Bundesstraße strampeln müssen.

Verkehr in Gmund: Wie steht‘s mit Tempo 30?

Die Debatte war erneut sehr kontrovers. „Wegen zwei Parkplätzen geht die Welt nicht unter“, fand Michael Huber (SPD), der Verzicht sei ein „Sicherheitsplus“. Christine Zierer (FWG) setzte sich vehement für die Radler ein: „Auf die Parkplätze dort können wir gut und gerne verzichten.“ Von Autofahrern müsse man erwarten können, dass sie am Volksfestplatz parken und 50 Meter gehen. Dass die Radler auf der Bundesstraße fahren müssten, sei „bedauerlich“. Zierer forderte, dass bei künftigen Planungen die Radler besser integriert und nicht vorrangig an Autofahrer gedacht werde. Zu Tempo 30 sagte Besel, dass die Einführung nicht in Gemeindehand liege, man werde dies aber weiterverfolgen.

So sieht das Gmunder Radlkonzept aus

„Wir gehen zu viel auf die Autofahrer ein“, wunderte sich Johann Schmid (SPD). Franz von Preysing (CSU) verteidigte die Längsparker. „Solange ich mich erinnern kann, sind sie an dieser Stelle.“ Die Radler schließe die Gemeinde damit nicht aus, „sie könnten ihr Rad auch ein paar Meter schieben.“ 

Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) war auf seiner Seite und verteidigte auch die neu situierte Bushaltestelle auf Höhe des Maximilian. Die Fraktionskollegen Bernd Ettenreich („Das ist ein Wahnsinn und geht garnicht“) sowie Johann Haslauer („sie sorgt für Stau und Chaos“) hatten sie zuvor kritisiert.

Rabl beantragte dann sogar drei Längsparker, was mit 10:9 Stimmen knapp abgelehnt wurde. Die Mehrheit von 11:8 war am Ende für zwei Längsparker.

Einfacher ist die Situation vor dem Much-Anwesen. Dort ist der Gehweg bis zu 3,50 Meter breit. Radler werden über eine Rampe von der Straße zum anschließenden Geh- und Radweg geleitet und bekommen zudem einen von Schmid angeregten Fahrradständer. Vor dem Anwesen mit Geschäften werden zudem fünf öffentliche Kurzzeit-Längsparker angesiedelt. Damit waren alle einverstanden.

gr

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