Wanderparkplatz Gasse Neureuth Weide
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Am Wanderparkplatz grast die Rinderherde der Familie Berghammer. Als ein nicht angeleinter Husky dort aus einem Auto sprang, kam es zu gefährlichen Szenen.

Hund springt aus Auto und rast auf die Weide zu

Am Neureuth-Wanderparkplatz: Husky versetzt Mutterkuh-Herde in wilde Panik - Rinder brechen durch Zaun

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Ein Husky entwischte am Neureuth-Parkplatz seinen Besitzern und jagte eine Mutterkuh-Herde über die Weide. Die Rinder gerieten in Panik - und die Hundebesitzer selbst in Gefahr.

  • Husky springt am Wanderparkplatz aus dem Auto und rennt auf angrenzende Weide
  • Besitzer versuchen, den Hund zu stoppen und bringen sich dabei selbst in Gefahr
  • In Panik brechen die Rinder durch den Elektro-Zaun

Gmund – Die Herde der Berghammers grast am Fuß der Neureuth, nahe dem Wanderparkplatz in Gmund/Gasse. Neun Kühe, sieben Kälber, ein Ochse, ein Stier. Eine Idylle, wenn sie nicht gestört wird. So wie am Sonntag, gegen 10.30 Uhr. Da öffnete ein Pärchen aus München auf dem Wanderparkplatz die Türen seines Autos. Heraus schoss ein junger Husky, die Rinder im Visier. Er jagte über die Wiese und versetzte die Herde in wilde Panik.

Auf die Rufe seiner Besitzer reagierte der Hund nicht, hängte sich im Jagdfieber an die Hacken der aufgescheuchten Rinder, die nun ihrerseits den Husky attackierten. Die Münchner versuchten, ihren Hund zur Räson zu bringen und rannten auf die Weide. Keine gute Idee. „Das ist wirklich sehr gefährlich“, weiß Landwirtin Maria Berghammer. Aufgebrachte Mutterkühe können einen Menschen zu Boden stoßen und überrennen. „Dagegen ist unser Stier harmlos“, meint Berghammer.

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Es war ihr Ehemann, der die Münchner auf der Weide entdeckte, inmitten des wilden Spektakels. „Schaut, dass ihr da rauskommt“, schrie Sepp Berghammer den Hundebesitzern entgegen. Die flüchteten von der Weide und konnten schließlich ihren Vierbeiner einfangen. Die in Panik geratenen Rinder jedoch durchbrachen den Zaun und stürmten in Richtung Straße davon. „Dabei ist es ein doppelter Zaun“, berichtet Berghammer. Ihre Kühe seien eigentlich sehr brav. Aber in der Panik, in die sie der Hund versetzt hatte, gab’s kein Halten mehr.

Durch den Ausbruch wurde die Lage erst recht gefährlich. „Wir hatten riesige Angst, dass die auf die Bundesstraße laufen“, meint Berghammer. Die Landwirte holten sich Helfer, um die Herde wieder einzufangen. Nach etwa eineinhalb Stunden war es endlich geschafft.

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Berghammer will mit ihrer Schilderung eines erreichen: „Die Leute müssen verstehen, dass Hunde an die Leine gehören.“ Den Besitzern sei offenbar nicht bewusst, was sie anrichten können, wenn sie ihre Tiere nicht fest im Griff haben. Das Münchner Paar, dem der Husky entwischt war, sei „völlig aufgelöst“ gewesen, berichtet Berghammer. „Denen hat es sehr leidgetan.“ Die beiden hätten nie für möglich gehalten, dass ihr Hund die Herde so in Panik versetzen würde.

Anzeige bei der Polizei haben die Berghammers bisher nicht erstattet. „Wir überlegen noch“, sagt die Bäuerin. Schadenersatz wird zu entrichten sein. Das niedergerannte Stück Zaun muss ersetzt werden. Und auch die Zeit, die die Berghammers und ihre Helfer aufs Einfangen der Herde verwenden mussten, soll nicht ganz kostenlos sein. Da gehe es weniger ums Geld, erklärt Maria Berghammer: „Wir wollen auch ein Zeichen setzen.“

Nicht nur an Hundebesitzern, auch an Rafahrern verzweifeln Landwirte im Oberland aktuell.

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