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Alfons Besel 

Im Interview erklärt Bürgermeister Alfons Besel Details

Gmund macht mit bei „Kommunen for future“

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Gmund macht mit bei „Kommunen for future“. Bürgermeister Alfons Besel (FWG) erklärt im Interview, wie es dazu kam und was es damit auf sich hat.

Gmund – „Fridays for future“, die Freitags-Demo junger Klimaschützer, ist inzwischen weltweit bekannt. Aber was hat es mit „Kommunen for future“ auf sich? Die Gemeinde Gmund macht bei diesem noch vergleichsweise elitären Kommunal-Zirkel mit. Bürgermeister Alfons Besel (FWG) erklärt im Interview, wie es dazu kam und was es damit auf sich hat.

Herr Besel, gehen Sie jetzt für die Gemeinde zum Demonstrieren?

Nein, keinesfalls. „Kommunen for future“ steht für „Wandel vor Ort gestalten“. Das ist ein Zirkel von interessierten Kommunen, die Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen einer nachhaltigen Kommunalpolitik diskutieren und erarbeiten.

Wie kamen Sie darauf, da mitzumachen?

Da ich die Agenda für nachhaltige Entwicklung im Auge habe, bin ich natürlich mit entsprechenden Adressen verknüpft. Eines Tages hatte ich die Ausschreibung des Zentrums für nachhaltige Kommunalentwicklung in Bayern auf dem Schreibtisch und mich für die Aufnahme beworben. Bis Anfang Juli war Zeit dafür. Wir haben natürlich begründen müssen, warum wir mitarbeiten wollen.

Welche Argumente haben Sie aufgeführt?

Ich habe die gut funktionierende Beteiligungskultur, gerade auch hinsichtlich des Bahnhofsareals, in die Waagschale geworfen, habe unsere Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommune genannt, die Agmunda mit den zwei Arbeitskreisen Verkehr und Energie und auch die Beteiligung an den Leader-Projekten Öko-Modellregion und Baukultur.

Das erste Treffen hat schon stattgefunden.

Ja, in Pegnitz. Da ging es darum, sich kennenzulernen und sich selbst zu hinterfragen und zu schauen: Wo stehen wir, was den Weg zur nachhaltigen Gemeindeentwicklung betrifft.

Was ist die Erkenntnis? Wo steht Gmund jetzt schon?

Vieles entwickelt sich gerade, aber im Grunde genommen haben wir schon vieles, was wir vorweisen können. Zum Beispiel den Bebauungsplan Hirschbergstraße, den wir unter dem Vorzeichen „flächensparendes Bauen“ entwickelt haben. Dann aber auch der Energiebereich mit der Teilnahme am Energie-Coaching und der Auftragsvergabe für den Energie-Nutzungsplan. Dann sind es auch so Dinge wie die Frischeküche, die unsere Grundschule beliefert, eine Fair-Trade-Schule mit nachhaltiger Beschaffung. Aber auch Blühwiesen, Nachbarschaftshilfe und die Mitgliedschaft im Landschaftspflegeverband sind Beispiele. Wir müssen uns nicht verstecken.

Lesen Sie hier: Die große Karte zur Verkehrsbelastung

Wie viele Kommunen sind denn schon dabei?

Derzeit sind es 32 Kommunen. Aus dem Landkreis Miesbach ist Gmund die Einzige. Südbayern war im Wesentlichen durch uns und die Stadt Waldkraiburg vertreten. Ansonsten kommen die Gemeinden eher aus Nord- und Ostbayern.

Konnten Sie aus dem ersten Treffen schon Tipps mitnehmen?

Vom Gefühl her weiß ich, dass wir schon auf einem guten Weg sind. Aber mir fehlt die große Klammer, die Gesamtstrategie. Wir haben auch erarbeitet, auf welchen Handlungsfeldern und in welchen Rollen die Gemeinden hier agieren können – das sind ziemlich viele. Konkret habe ich noch keinen Handlungstipp mitgenommen, aber ich habe erfahren, dass wir mitspielen können in der Liga. Bei allen Kommunen war erkennbar, dass ihnen das Thema unter den Nägeln brennt, und dass man sich gemeinschaftlich mit den Bürgern auf den Weg machen muss.

Ist ein Regierungsvertreter dabei mit einem Leitfaden?

Eine Vertreterin des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz war dabei, zwei Vertreterinnen vom Zentrum für nachhaltige Kommunalentwicklung in Bayern sowie der Präsident der Bayerischen Akademie für Ländlichen Raum, Professor Manfred Miosga. Sie greifen den Kommunen unter die Arme.

Wann findet das nächste Treffen statt?

Am 7. Oktober. Aber der Ort ist noch nicht klar. Der Austausch mit den anderen Bürgermeistern tut sehr gut.

Alle Infos aus der Region lesen Sie hier

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