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Der Standort der vhs in Dürnbach bleibt auch künftig bestehen.

Fusion der Volkshochschulen

vhs-Fusion: In Gmund bleibt’s spannend

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Gmund macht die Fusion der Volkshochschulen weiter spannend. Während der Gemeinderat weitere Beschlüsse gefasst hat, muss das Kuratorium noch abstimmen.

Gmund – Quer durch den Landkreis macht das Thema Zusammenschluss der Volkshochschulen gerade die Runde. Auch der Gemeinderat Gmund befasste sich damit und musste noch ausstehende Beschlüsse fassen.

Verschmelzung auf der Zielgeraden

Für die vhs Gmund-Dürnbach ist die Verschmelzung mit dem neuen Verbund namens vhs Oberland ein heikles Thema. Die 1947 gegründete und damit älteste vhs im Tegernseer Tal hat die Zustimmung bisher verweigert. Sie befürchtet unter anderem, dass die lokalen Interessen nicht mehr ausreichend gewürdigt werden. Gemeinde-Geschäftsleiter Florian Ruml informierte jetzt im Gemeinderat, dass alle vhs-Vorsitzenden im Landkreis den Verschmelzungsvertrag unter notarieller Aufsicht beurkundet haben, „einschließlich der vhs Gmund-Dürnbach, vertreten durch die Vorsitzende Anna-Maria Stark“. Allerdings, so Ruml, bedürfe der Vertrag zu seiner Wirksamkeit noch der Zustimmung des Gmunder Kuratoriums (siehe Kasten). „Eine entsprechende Abstimmung soll noch herbeigeführt werden“, sagte Ruml, der zudem über den aktuellen Sachstand informierte, wonach alle 17 Landkreis-Gemeinden Mitglieder des vhs-Vereins werden und diesen auch gemeinsam finanzieren.

Der jährliche Beitrag ist auf einen Euro pro Einwohner mit Erstwohnsitz festgelegt. Diese „solidarische Grundfinanzierung“ wird ergänzt durch den „kommunalen Mitfinanzierungsbeitrag“. Der bemisst sich nach einem allgemeinen Schlüssel, der sich nach der jeweiligen gemeindlichen vhs-Aktivität richtet und von jenen Gemeinden getragen wird, die einen eigenen vhs-Standort haben. „Da der bisherige vhs-Standort Gmund-Dürnbach weiter bestehen soll, wird auch die Finanzierung weiter getragen“, sagte Ruml. Es sei zu berücksichtigen, dass die Gemeinde Gmund bislang die Kursräume an der Münchner Straße mietfrei und ohne Abrechnung der Nebenkosten zur Verfügung stellt. Zudem leistet die Gemeinde bisher hohe Personalkostenzuschüsse – rund 72 000 Euro waren es im Jahr 2019 – sowie knapp 3000 Euro an Mitgliedsbeitrag für den bisherigen Kreisverband.

Der Vertrag sieht auch vor, dass nicht nur die Vereine, sondern auch die Vermögen verschmelzen. Zudem werden die bisherigen Arbeitsverträge übernommen. Wichtig auch: Der Vorstand besteht aus zwei hauptamtlich tätigen Mitgliedern, der Aufsichtsrat ist auf fünf Personen beschränkt und besteht aus Vertretern der aktiven Mitglieder.

Wenn sich die Mitglieder der bisherigen sieben Vereine am 17. Juni zur außerordentlichen Sitzung treffen, dann soll der Verschmelzungsvertrag endgültig unter Dach und Fach gebracht werden. Dies erfolge selbst dann, wenn Gmund nicht dabei sein sollte, machte Ruml deutlich. „Die weitere Zeitschiene für die vhs Oberland und die Verschmelzung sollen dadurch nicht in Gefahr gebracht werden.“

Trotz ausführlicher Darstellung blieben im Gemeinderat noch Fragen: „Was ist, wenn das Kuratorium doch Nein sagt“, fragte sich Martina Ettstaller (CSU). Er wisse, dass die Vorsitzende den Kuratoriumsmitgliedern die Zustimmung empfohlen habe, antwortete Bürgermeister Alfons Besel (FWG).

CSU-Sprecher Franz von Preysing hatte gleich mehrere Anmerkungen: Er hielt es für sinnvoll, den Chefposten öffentlich auszuschreiben. „Die reine Benennung einer Person hätte ein G’schmäckle“, fand von Preysing. Auch war er dafür, dass nicht fünf, sondern sieben Vertreter in den Aufsichtsrat kämen. Vor allem ging es ihm ums Geld: „Die Gmunder vhs hat ein Vermögen und gut gewirtschaftet“, sagte von Preysing und erinnerte daran, dass dies ohne Unterstützung der Gemeinde nicht möglich gewesen wäre. Es heißt, Gmund verfüge über Gelder im mittleren fünfstelligen Bereich. „Dass dieses Geld nun in der Allgemeinheit aufgeht und andere die Nutznießer sind, finde ich nicht gut.“ Alle Mitglieder sollten seiner Meinung nach gleich viel aufbringen, um eine Basis zu schaffen. Zudem sollte der Mitfinanzierungsbeitrag auf eine Höchstsumme gedeckelt werden, „sonst könnte das ein Fass ohne Boden werden.“

Besel versicherte, die Mitfinanzierung im Blick zu haben, damit sie nicht über den bisherigen Beitrag steige. Insgesamt sei er optimistisch, dass der Verbund funktionieren werde. Alle 17 Gemeinden seien nun solidarisch. Strategisches Ziel sei eine niveauvolle Erwachsenenbildung und der Erhalt des Standorts Gmund. „Packen wir’s an“, warb Besel, ehe dem Satzungsentwurf und der Beitragsordnung einhellig zugestimmt wurde. Außerdem bekam Besel das einstimmige Votum, bei der Versammlung am 17. Juni der Verschmelzung zuzustimmen. Vorbehaltlich der Kuratoriums-Zustimmung wurde auch beschlossen, dass sich die Gemeinde über den Mitfinanzierungsbe

itrag weiter am Standort Gmund-Dürnbach beteiligt. Spätestens 2021 solle eine Regelung für die Anrechnung der Raumnutzung gefunden sein.

Das sagt die Gmunder Vorsitzende Anna-Maria Stark:

Am 17. Juni findet nicht nur die außerordentliche Mitgliederversammlung des vhs-Kreisverbands im Waitzinger Keller in Miesbach statt. Bis zu diesem Tag müssen die 19 Kuratoriums-Mitglieder der vhs Gmund-Dürnbach über den Verschmelzungsvertrag abgestimmt haben. Durch eine Änderung im Vereinsrecht sei ermöglicht worden, dass wegen Corona die Abstimmung in schriftlicher Form erfolgen könne, erklärt die Gmunder Vorsitzende Anna-Maria Stark. 

Generell müssten 50 Prozent der Mitglieder ihre Stimme abgeben. Für eine Zustimmung zum Vertrag ist dann eine Dreiviertel-Mehrheit dieser abgegebenen Stimmen nötig. „Ich wage nicht, etwas über den Ausgang der Abstimmung zu sagen“, erklärt Anna-Maria Stark. Es sei zwar richtig, dass sie den Mitgliedern empfohlen habe, dem Verschmelzungsvertrag zuzustimmen. 

Es sei auch richtig, dass sie den Vertrag bereits unterzeichnet habe. Allerdings sei dieser so lange „schwebend unwirksam“, bis die Zustimmung des Kuratoriums tatsächlich erfolgt sei. Die Vorsitzende versichert, dass sie bis zuletzt um Änderungen im Vertrag zugunsten von Gmund gekämpft habe. Sie betont auch, dass sich für die Kursteilnehmer nach einer Verschmelzung zunächst wenig ändern werde. „Den Standort Gmund-Dürnbach wird es weiterhin geben“, versichert Anna-Maria Stark. 

Ob alleine oder im Verbund, diese Entscheidung liegt nun bei den 19 Mitgliedern. Wie es im Falle einer Ablehnung weitergeht, könne sie noch nicht sagen. Dann müsste Gmund seinen Betrieb alleine und ohne staatlichen Zuschüsse stemmen. Für die Vorsitzende steht fest: „Es bleibt spannend bis zum Schluss.“

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gr

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