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In Gmund lief's in Sachen Tourismus 2015 nicht so rosig.

Gemeinde will geringeren Anteil an TTT entrichten

Dickes Minus beim Tourismus in Gmund

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Gmund - 2015 war kein gutes Tourismusjahr für Gmund. Als einzige der fünf Tal-Gemeinden weist die Gmunder Jahresbilanz im Vergleich zum Vorjahr ein Minus aus. Der Bürgermeister meint die Gründe zu kennen.

Die Zahl der Übernachtungen ist um 6,13 Prozent zurückgegangen, die Zahl der Gäste um 2,62 Prozent. Im Schnitt fiel die Talbilanz dennoch positiv aus. Das größte Plus verbucht Kreuth mit einem Zuwachs von 6,75 Prozent bei den Übernachtungen und 9,04 Prozent bei den Gästen.

„Da gibt es nichts zu beschönigen“, kommentiert Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) das Minus. Als Ursachen hat er zwei Dinge ausgemacht. Zum einen fehlen Gäste, die eigentlich keine waren: die Arbeiter, die bei der Baustelle für die Realschule tätig waren und in Pensionen gewohnt haben. Zum zweiten fehlten wegen Umbauten beim Kistlerwirt und auch beim Feichtner Hof zeitweise Betten. „Wir haben aber auch insgesamt zu wenig Betten“, erklärt Preysing. Um das zu ändern, sehe der noch in Arbeit befindliche Bebauungsplan für das Gebiet am Bahnhof ein Hotel vor. Allerdings könne Gmund sicher nicht mit Bad Wiessee und Tegernsee mithalten, wo insgesamt fünf neue Hotels in Planung seien.

Für Preysing ist klar: Angesichts der geringen Übernachtungszahlen muss die Summe sinken, die Gmund jährlich an die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) zu entrichten hat. 2015 waren es in Gmund 260.000 Euro. Der Betrag scheine vielleicht gar nicht so hoch, meint Preysing. „Aber wenn man sich ansieht, wie viel wir pro Gast zahlen müssen, dann ist das viel.“ Darum müsse der Anteil, den Gmund an die TTT zu zahlen habe, künftig deutlich geringer werden.

Darüber verhandelt wird in diesem Jahr. Der jetzige Schlüssel für die Verteilung der TTT-Kosten auf die fünf Talgemeinden gilt heuer noch und wird dann voraussichtlich für die Jahre 2017 bis 2019 festgeschrieben. „Aber es geht nur um eine Aktualisierung, nicht um eine neue Festlegung des Verteiler-Schlüssels“, erklärt TTT-Prokurist Christian Kausch. Derzeit dienen die Zahlen 2012 als Basis, künftig soll das Ergebnis 2015 Berechnungsgrundlage sein.

Was jeder Ort zu zahlen hat, errechnet sich aus drei Komponenten. Zum einen ist der Grundbetrag von 250.000 Euro für das TTT-Engagement zu stemmen. Die Verteilung dieser Summe orientiert sich an der Steuerkraft der einzelnen Gemeinden. Maßstab ist die Kreisumlage, also der Betrag, den jede Kommune an den Landkreis zu zahlen hat. Dazu kommt die Marketingumlage von 1,77 Millionen Euro. Sie wird anhand der Übernachtungszahlen errechnet. Als dritter Punkt stehen die Kosten für die örtlichen Tourist-Infos auf der Rechnung.

Gmund zahlt viel Kreisumlage, hat aber wenig Übernachtungen. Preysing wünscht sich, dass bei der neuen Festsetzung des TTT-Beitrags die Übernachtungen noch stärker ins Gewicht fallen. Gmunds Anteil an der TTT-Finanzierung ist im Vergleich zu den anderen Gemeinden aber auch jetzt schon der geringste. Kreuth hat 2015 483.000 Euro bezahlt, Tegernsee 503.100 Euro, Rottach-Egern 789.300 Euro und Bad Wiessee 1.210.769 Euro.

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