Bahnhalt Finsterwald
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Das rote Band zur Eröffnung durchschnitten (v.l.) Wolfgang Rzehak, Helmut Schütz, Alfons Besel, Johannes Hagn, Heino Seeger und Georg von Preysing. 

Einweihung mit Schülern, Ehrengästen und kirchlichem Segen

Neuer Bahnhalt Finsterwald jetzt auch offiziell eröffnet

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Vier Monate nach dem Spatenstich wurde jetzt der neue Bahnhalt Finsterwald offiziell eröffnet. 

Gmund – „Wir sind die Schüler mit einem harten Job. Wir fahren mit der BOB.“ Das Gegenteil dessen, was die Chorklasse in ihrem umgeschriebenen Partyhit besang, erleben die Gmunder Realschüler seit drei Wochen: Da legte die Bayerische Oberlandbahn (BOB) erstmals einen Stopp am neuen Halt in Finsterwald ein. Seitdem, so schätzt Schulleiter Tobias Schreiner, nutzen rund 100 Schüler täglich die Bahn als Verkehrsmittel. Und auch Pendler im nahen Umkreis sind schon auf den Geschmack gekommen. Am Montagnachmittag folgten nun die offizielle Eröffnung und Einweihung.

„Das haben wir angerichtet“, scherzte Heino Seeger, Geschäftsführer der Tegernsee Bahn Betriebs GmbH (TBG) als Bauherr und blickte zu Alt-Bürgermeister Georg von Preysing. Die beiden hatten den dritten Bahnhalt in Gmund schon seit der Planung der Realschule vorangetrieben.Auch, als heuer im Mai feststand, dass die Kosten 1,6 Millionen Euro betragen werden, doppelt so viel als veranschlagt. Doch die Gesellschafter der TBG, die Gemeinde Gmund, die Stadt Tegernsee und der Landkreis, standen dahinter. Ebenso der Freistaat, der 50 Prozent der Kosten übernimmt.

Zur Einweihung, nur vier Monate nach dem Spatenstich, kam auch Ministerialdirektor Helmut Schütz, der der Schule gratulierte und die Initiatoren lobte. Die Ausgaben seien bestens angelegtes Geld, sagte Schütz, zumal der Ausbau des ÖPNV eine der „Mammutaufgaben“ für die neue Staatsregierung sei. Für 2020 kündigte er den Flottenaustausch mit modernsten Diesel-Loks an, die etwa zwei Drittel weniger Schadstoffe ausstoßen. Beim Elektrifizierungs-Programm sei das Oberland zudem dabei, versprach Schütz. Heino Seeger überreichte er dann ein Signet des Sozialministeriums für umgesetzte barrierefreie Maßnahmen. Dieses Schild wird am Bahnsteig installiert.

Bürgermeister Alfons Besel dankte seinem Amtsvorgänger, den Mitgesellschaftern und auch den Anwohnern, vor deren Häusern nun stündlich die BOB hält. „Die Vorteile überwiegen“, fand Besel, der nach dem Wunsch für einen unfallfreien Betrieb das Rednerpult in der warmen Schulaula an Landrat Wolfgang Rzehak übergab. Der wertete den Bahnhalt als weiteren Baustein für den Ausbau des ÖPNV und das Ziel des Landkreises, die Menschen zum Umsteigen auf Bus und Bahn zu bewegen. Eltern sollten nun auf das Kutschieren ihrer Kinder verzichten, lautete sein Appell. Was die angekündigte Elektrifizierung, den 30-Minuten-Takt und die Wahlversprechen der Politiker betrifft, forderte Rzehak: „Jetzt müssen Nägel mit Köpfen gemacht werden.“ Die Elektrifizierung müsse bis 2032 stehen.

Draußen auf dem Gleis stand schon ein historischer Triebwagen von 1938 parat, ehe das rote Eröffnungsband durchtrennt und der ökumenische Segen durch die die beiden Pfarrer Wieland Steinmetz und Andreas Kopp-von Freymann gespendet wurde.

gr

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