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Auf dem Kreisverkehr in Seeglas soll eine Blumenwiese entstehen.

Kunst kein Thema mehr

Seeglas-Kreisel: Posse endet mit einer Blumenwiese

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Gmund - Seit 2013 gibt es den Kreisverkehr in Seeglas. Und immer noch ist er kahl. Die Gestaltung hatte die Gemeinde zurückgestellt, weil ein Idee-Wettbewerb völlig ausuferte. Jetzt war der Kreisel wieder Thema.

Zu Beginn der Diskussion im Gemeinderat über die Gestaltung des Kreisels stellte Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) die entscheidende Frage: Soll Gmund viel Geld in die Hand nehmen für eine auffällige Gestaltung oder sich eine eher bescheidenere Optik für die Grünfläche überlegen? Es geht also um die Frage: Kunst im Kreisverkehr oder einfache Blumenwiese? 

Eigentlich war die Gemeinde mit viel Elan an die Sache herangegangen: Nachdem gleich nach der Fertigstellung einige Künstler ihre Vorschläge eingereicht hatten, entschied die Gemeinde, einen Ideen-Wettbewerb zu starten. Die Gmunder CSU wollte sogar 500 Euro zur Verfügung stellen, für die beste Idee sollte ein 50-Euro-Gutschein für eine Gaststätte spendiert werden. Der Aufruf fand ein großes Echo: 37 konkrete Gestaltungsvorschläge flatterten bis dato bei Rathaus-Geschäftsführer Florian Ruml auf den Tisch. Kreative Künstler-Köpfe lieferten sich dabei einen regelrechten Wettstreit. Die Ideen reichten von rostbraunen Skulpturen über Symbiosen aus Stein und Glas bis hin zu gekreuzten Holzstelen oder einer kreisrunden Stahlkonstruktion. 

Preysing fühlte sich von der Ideen-Flut für die Grünfläche regelrecht überrollt und trat auf die Bremse: Im März 2014 stufte er die Kreisel-Gestaltung als „keine vorrangige Aufgabe“ ein und fand, man solle zunächst Gras darüber wachsen lassen. Und so kam’s auch. Im Kreisel wurde angesät, und zur vorübergehenden Verschönerung wurden einige Hochstamm-Bäumchen gepflanzt. 

Um dem Gemeinderat eine Entscheidungsgrundlage zu bieten, hatte das Staatliche Bauamt Rosenheim, als Herr über die Bundesstraße, eine 57-seitige Präsentation nach Gmund geschickt. Voller Unfallbilder auf Kreiseln in ganz Deutschland, Zeichnungen und Empfehlungen. Ruml fasste zusammen: Aus Sicherheitsgründen sollten auf starre Gebilde verzichtet und biegsame, überfahrbare Elemente bevorzugt werden. Fast jeder am Ratstisch sagte dann seine Meinung: Sie reichte von „gar nichts machen, das kostet nichts und gefährdet niemanden“ (Franz von Preysing, CSU) bis zum Gmunder Wappen aus Kieselsteinen (Alfons Wagner, CSU) oder einem Obstbaum in der Mitte (Christine Zierer, FWG). 

Die Mehrheit hielt Bepflanzung für angebracht – als bunte Blumenwiese (Helga Wagner, Grüne), auf der sich Bienen tummeln (Laura Wagner, Grüne), mit pflegeleichtem Blumenschmuck (Johann Schmid, SPD) bis zu einfach und schlicht (Johann Huber, CSU). Martina Ettstaller (CSU) stand ziemlich alleine da mit ihrer Auffassung, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen: „Der Kreisverkehr ist das Tor zum Tal“, fand Ettstaller. „Ich reg’ mich jedes Mal auf, wenn ich vorbeifahr’, weil er so greislig ist.“ Eine schöne Gestaltung sei angebracht, schließlich werbe man um Touristen. Gmund solle sich ein Beispiel an Österreich nehmen, wo fast jeder Kreisverkehr schön gestaltet sei. Weil Preysing den Eindruck hatte, dass eine Blumenwiese „mit Akzenten fürs Auge“ den meisten Gemeinderäten am besten gefallen würde, ließ er darüber abstimmen. Alle stimmten diesem Vorschlag zu. Nun wird ein Gestaltungsvorschlag erarbeitet, der möglichst schon im Frühjahr umgesetzt werden soll.

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