Tegernseer Straße Gmund
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Gmund sichert sich die Planungshoheit für das Gebiet an der Tegernseer Straße.

Bebauungsplan und Veränderungssperre beschlossen

Gmund sichert sich Planungshoheit für Tegernseer Straße

Entlang der Tegernseer Straße hat sich zuletzt vieles verändert. Um die Planungshoheit nicht aus der Hand zu geben, wurde jetzt die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen.

Gmund – Die Gmunder Ortsmitte ab der Mangfallbrücke Richtung Seeglas hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Östlich der Tegernseer Straße prägen das neue Wirtshaus Maximilian und der Rewe-Markt das Bild, gegenüber sind es vor allem die Neubauten der Unternehmer Christian Werth und Michael Much mit etlichen neuen Läden. Eine sogenannte Mischnutzung liegt hier vor. Um die Entwicklung des Gebiets nicht aus der Hand zu geben, haben die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses jetzt die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen.

Auslöser für die Entscheidung war der Antrag für die Nutzungsänderung von zwei Ladeneinheiten im Arkadenbau an der Tegernseer Straße 1 in gewerblich genutzte Beherbergungsstätten. „Wir wollen das Gebiet attraktiv für Geschäfte machen und Passanten das fußläufige Flanieren und Einkaufen ermöglichen“, sagte Bürgermeister Alfons Besel (FWG). Deshalb müsse ebenerdig gewerblicher Einzelhandel vorhanden sein. Um dies zu regeln, sei ein Bebauungsplan das richtige Instrument, erklärte der Rathauschef und betonte: „Ferienwohnungen wollen wir ausschließen.“ Ein Bebauungsplan stelle zwar einen Eingriff dar, räumte Besel ein. Auch liege der Gedanke, dass Radler und Wanderer im Zentrum Übernachtungsmöglichkeiten bräuchten nicht fern. „Andererseits muss uns daran gelegen sein, die Funktionalität der Ortsmitte zu wahren“, sagte der Rathauschef.

Tegernseer Straße: Wohnungen ebenerdig nicht erwünscht

Besel erinnerte an eine ähnliche Anfrage am Ludwig-Erhard-Platz. 2018 hatte der Ortsplanungsausschuss dort die Umwandlung eines Ladens in eine Wohnung abgelehnt. „Es gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz“, fand Besel und war dafür, dass die Gemeinde ihre Planungshoheit wahren müsse.

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Am Ratstisch gab es nichts zu diskutieren. Einstimmig wurde die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen. Dieser sieht eine Mischnutzung vor, die sich unter anderem auf Geschäfte, Büros, Verwaltung, Schank- und Speisewirtschaften und sonstiges Gewerbe beschränkt. Gartenbaubetriebe, Vergnügungsstätten, Ferienwohnungen oder Wohnungen sind hingegen ausgeschlossen. Die Gemeinde stützt sich hier laut Besel auf einen Katalog der Bayerischen Bauordnung. Wohnungen sollen nur im Obergeschoss zulässig sein. „Das dient der Belebung des Orts und der Versorgung der Bevölkerung“, fasste Besel zusammen.

Um zu verhindern, dass bis zum Inkrafttreten des Bebauungsplans Dinge passieren, die nicht in dieses Konzept passen, wurde zudem einstimmig eine Veränderungssperre beschlossen. Sie gilt zwei Jahre. Dass der Antrag für die Nutzungsänderung des bisherigen Ladens in der Tegernseer Straße 1 einstimmig abgelehnt wurde, war am Ende die logische Folge.

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