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Ausbau von unten nach oben: An der Abzweigung von der Wiesseer Straße in Gmund beginnt die umfangreiche Sanierung der Tölzer Straße.

Über zwei Millionen soll das Ganze kosten

Tölzer Straße wird ausgebaut: So sieht der Plan aus

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Gmund - Die Tölzer Straße in Gmund ist eine holprige Piste. Wie berichtet, soll sie ausgebaut und auch der schmale Gehweg verbreitert werden. Wie die genaue Planung aussieht, steht jetzt fest.

5049 Autos, darunter 131 Lkw, sind täglich auf der Staatsstraße 2365 zwischen Gmund und Finsterwald unterwegs. Das ergab eine letzte Zählung im Jahr 2010. Die 750 Meter lange Strecke zwischen der Abzweigung von der Bundesstraße 318 in der Ortsmitte bis hinauf zum Bahnübergang an der Realschule ist nur 5,60 Meter breit, der talseitige Gehweg mit höchstens 1,50 Metern Breite viel zu schmal. Die Straße wurde oft geflickt. Das wird nun anders. Mit einem einstimmigen Beschluss hat der Gemeinderat festgelegt, dass die Sanierung heuer noch starten soll.

Die Maßnahme

Die Straße wird durchgängig auf sechs Meter verbreitert, erklären der Planer Sepp Schreder und Matthias Geitz vom Staatlichen Bauamt Rosenheim. Der Gehweg bekommt eine Breite von zwei Metern. Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) ist schon „sehr weit“ mit seinen Grundstücksverhandlungen, fast alle Eigentümer zu beiden Seiten der Straße müssen Flächen abtreten. „Das wird eine sehr umfangreiche Maßnahme“, kündigt Schreder an. Sämtliche Versorgungsleitungen liegen derzeit in oder neben der Straße, alles muss erneuert werden. Ein neuer Straßenentwässerungskanal ist geplant, denn bisher läuft das Regenwasser noch in die Kläranlage. Auch ein neues Glasfaserkabel wird verlegt, die Hauptwasserleitung sowie die Straßenbeleuchtung werden erneuert. An mehreren Stellen sind tal- und bergseitig Stützmauern erforderlich. Die Straße bekommt beidseitig eine etwa 30 Zentimeter breite Rinne, so dass künftig effektiv 5,90 Meter schwarze Fläche zu sehen sind. „Warum wird die Straße überhaupt verbreitert“, will Franz von Preysing (CSU) wissen. Sechs Meter sei ein innerorts übliches Maß, erklärte Geitz. Gmund habe viel Verkehr, der aktuelle Zustand sei für einen touristischen Ort nicht optimal. 

Der Zeitplan

Die Bauarbeiten werden in drei Etappen durchgeführt. Möglichst noch im Sommer soll’s losgehen. Gebaut wird von unten nach oben, „wegen des starken Längsgefälles von neun Prozent“, so Schreder. Der erste Abschnitt, etwa 300 Meter, beginnt an der Abzweigung von der Wiesseer Straße und ist kurz nach der Müllerstraße geschafft. Die Forderung von Johann Schmid (SPD), wonach die Geschäfte erreichbar bleiben müssen, kann Schreder zwar verstehen, man müsse sich aber auf Klagen einstellen. „Die Laufkundschaft wird’s schwer haben“, so der Planer. Als Umfahrung steht den Anwohnern der Weg über die Müllerstraße und den Dr. Kober-Weg zur Verfügung. Der zweite Abschnitt, etwa 250 Meter, reicht bis zur Bichlmairstraße. Hier wird auf Antrag des Elternbeirats der Realschule eine barrierefreie Überquerungshilfe eingerichtet, die Abzweigung zur Bichlmairstraße wird aufgeweitet. Die Bichlmairstraße soll zur Einbahnstraße Richtung Finsterwald werden. Abschnitt Nummer 3 umfasst die restliche Strecke (200 Meter) bis zum Bahngleis. Die „Sprungschanze“ dort, über die Autofahrer seit der Erneuerung des Bahnübergangs und der Straßensanierung im Rahmen des Realschulbaus klagen, wird zwar verbessert, „ganz beseitigen“ können sie die Bauarbeiter aber nicht. „Muss auch nicht sein“, findet Michael Huber (SPD). „Sie bremst den Verkehr.“ Abschnitt 2 und 3 sollen 2017 geschafft sein. Noch ungelöst ist, wie während der Bauphase 3 die Schülerströme zur Realschule sicher an der Baustelle vorbei geschleust werden. Der Hauptverkehr wird über Kaltenbrunn gelenkt. Am Montag, 4. April, werden alle betroffenen Anwohner im Neureuthersaal über sämtliche Maßnahmen, Behinderungen und Umleitungen informiert.

Die Kosten

Die Gemeinde Gmund muss die Hälfte der Grundstückskosten bestreiten, für die neue Beleuchtung, den breiteren Gehweg, die Stützmauern und für einen Anteil am Regenwasserkanal aufkommen. Ihr Anteil beträgt 935.000 Euro. Knapp 1,4 Millionen Euro übernimmt der Staat. Insgesamt 2,3 Millionen Euro wird die Sanierung verschlingen. „Das Geld ist schon eingeplant“, versichert der Fachmann vom Staatlichen Bauamt.

Neuralgischer Punkt 

Was passiert mit der Abzweigung an der Wiesseer Straße? „Da herrscht täglich Chaos“, findet Franz von Preysing. „Warum kein Kreisverkehr?“ Dieser sei erstens wegen des Längsgefälles der Tölzer Straße und zweitens wegen der nicht zur Verfügung stehenden Fläche nicht machbar, machen die Planer deutlich. Für diesen neuralgischen Punkt im innerörtlichen Verkehr, über den sich täglich auch große Linienbusse quälen müssen, wird es also keine Verbesserung geben.

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