Spektakuläre Wende! UEFA gibt nach: CL-Rückspiel des FC Bayern anders als geplant

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Hochwasserschutz Tegernsee
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Kurz hinter dem Mangfallsteg soll nach den bisherigen Plänen das Einlaufwerk installiert werden. 

Thema Hochwasserausgleich schlägt hohe Wellen

Hochwasserschutz: Gmund fordert Planungsstopp 

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Das Thema Hochwasserausgleich schlägt hohe Wellen. Der Gemeinderat Gmund reagierte jetzt auf die Kritik aus Rottach-Egern und hat eine knallharte Resolution verabschiedet.

Gmund – Dass Rottachs Dritte Bürgermeisterin Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG) den Nachbarn am Nordufer zuletzt die Haltung „Gmund first“ vorgeworfen hatte , lässt Rathauschef Alfons Besel (FWG) nicht auf sich sitzen. „Es ist beschämend, auf kommunalpolitischer Ebene mit Trumpscher Rhetorik aufzuwarten“, konterte Besel jetzt im Gemeinderat. Als „befremdlich“ habe er auch die Aussage seines Amtskollegen Christian Köck (CSU) empfunden, wonach „im Hintergrund“ fieberhaft gearbeitet werde. „Dabei arbeitet das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim sehr transparent, alle Pläne sind bekannt.“ Es sei nicht richtig, so Besel, wenn Christian Köck als Gesellschafter-Sprecher der Tegernseer Tal Tourismus GmbH nur einseitig auf wenige Grundstückseigentümer achte und nicht auf Gmund, den „wichtigsten touristischen Schatz am Nordufer“. Für ihn sei es ein „Naturfrevel“, den Tegernsee künstlich steuern zu wollen und die Natur somit unter Stress zu setzen. Es sei auch nicht nachvollziehbar, wenn man in der jetzigen wirtschaftlichen Situation den Freistaat auffordere, Millionen von Euro im wahrsten Sinne des Wortes den Bach runtergehen zu lassen. Besel bat die Gemeinderäte, die Resolution zu verabschieden.

Die Pläne zum Hochwasserausgleich

Barbara von Miller (SPD) zeigte sich erleichtert, dass es nun endlich zu einer solchen Aussage aus Gmunder Sicht komme. Es sei an der Zeit, einiges richtig zu stellen: „Mit der Druckleitung ist weit weniger möglich, als sich die Rottacher das gerne wünschen würden“, sagte von Miller und meinte damit den Schutz der Anwohner durch Absenken des Wasserspiegels vor dem Eintritt eines Extremhochwassers. Von Miller wunderte sich auch, woher die Rottacher Gemeinderätin Jaskolla ihre Informationen her habe, etwa zur Standsicherheit des Kirchenhangs. Besel konnte hier lediglich von Telefonaten mit dem WWA berichten, nicht aber von gesicherten Befunden. Die SPD-Rätin hielt die Formulierung „Gmund first“ für „das Allerletzte“.

Die Resolution könne es nicht besser ausdrücken, was Gmund denke, fand Laura Wagner (Grüne). „Der Tegernsee ist ein Ökosystem, das nicht als Rückhaltebecken dienen sollte.“ Es könne nicht sein, dass man auf Schuldzuweisungen nicht reagiere. Die Resolution sei sehr sachlich, fand Wagner.

Hochwasserausgleich Tegernsee: Wo bleibt der Talgedanke?

Korbinian Kohler (CSU) hatte eine weitaus differenziertere Meinung. Er appellierte an die Talgemeinschaft und hielt es für wichtig, keine unguten Signale auszusenden. „Ein zu harsches Auftreten könnte die Gemeinde noch mehr in die Ecke ’Gmund first’ drücken“, so Kohler. Er warnte davor, die Fronten zu verhärten.

Das sagt der Betreiber des Schuhmacherwehrs

Georg Rabl (FWG) war wichtig, dass sich alle Gemeinden, in denen Bäche in den See laufen, über Retentionsflächen Gedanken machen. Auch Rabl forderte den Tal-Gedanken ein: „Es kann nicht so sein, dass Gmund alles macht, und im restlichen tal ist man zufrieden.“ Michael Huber (Grüne) war überzeugt, dass viele Fakten zum Thema einfach nicht bekannt seien und daher die Emotionen kämen. „Die jetzige Bauplanung ist so ein brutaler Eingriff, dass wir das auch sagen dürfen, dass wir mit dieser Planung nicht leben können.“ Bernd Ettenreich (FWG) führte die Massivität der geplanten Baumaßnahme – den Einbau einer 600 Meter langen, 4,50 mal 2,30 Meter starken Druckleitung einen halben Meter unter der Mangfallsohle – noch einmal vor Augen: „Das ist so, als ob man eine Doppelgarage ins Mangfallbett einlassen würde. Da dürfen wir auch mal so einen Zettel schreiben.“

Mit dem Zettel meinte er die Resolution, die nach ausführlicher Debatte und mit der Gegenstimme von Korbinian Kohler verabschiedet wurde.

Das steht in der Resolution der Gemeinde Gmund:

Gmund fordert, die derzeitigen Planungen zum Hochwasserausgleich am Tegernsee einzustellen. Der jetzt geplante Eingriff sei mit unkalkulierbaren ökologischen Folgen verbunden, heißt es in der Begründung dazu. Er stelle einen irreparablen Eingriff in das sensible Ökosystem am Tegernsee und der Mangfall dar. Das Orts- und Landschaftsbild am Nordufer werde mit dem geplanten Einlaufwerk massiv in Mitleidenschaft gezogen. Die unter Schutz stehende Naturoase am Ausfluss des Sees in die Mangfall werde zerstört. Zudem lasse der massive Eingriff in die Mangfall negative Auswirkungen auf Grundwasserverhältnisse, Uferbereiche und Mangfallsohle befürchten. 

Gmund fordert zudem das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim (WWA) auf, verträgliche Planungsalternativen zu erarbeiten. Künftige Planungen sollten den Tegernsee als Natursee respektieren, das Ökosystem Tegernsee und Mangfall unbeeinträchtigt lassen und die Mangfall in ihrer prägenden Eigenart bewahren. Im Zusammenspiel unterschiedlicher Maßnahmen könne ein wirksamer Hochwasserschutz für alle Gewässeranlieger entstehen, so die Begründung. 

Desweiteren fordert Gmund die Gemeinde Rottach-Egern auf, Hochwasserschutzmaßnahmen vor Ort in Angriff zu nehmen. In der Resolution heißt es: Um zügig einen ausreichenden Hochwasserschutz zu erreichen, seien lokale Hochwasserschutzmaßnahmen unumgänglich. „Den Hochwasserschutz auf viele Schultern zu verteilen, ermöglicht es gezielt zu schützen und die Eingriffe auf ein für alle erträgliches Maß zu reduzieren.“

Alle Infos aus der Region lesen Sie hier.

gr

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