Ein letztes Prosit als Bierkönigin: Im Mai scheidet Veronika Ettstaller (23) endgültig aus ihrem Amt. Wegen Corona war die Gmunderin auf Bitten des Brauerbunds in die Verlängerung gegangen.
+
Ein letztes Prosit als Bierkönigin: Im Mai scheidet Veronika Ettstaller (23) endgültig aus ihrem Amt. Wegen Corona war die Gmunderin auf Bitten des Brauerbunds in die Verlängerung gegangen.

„Es war eine große Chance, die mein Leben verändert hat“

Veronika Ettstaller (23) blickt auf ihre Zeit als bayerische Bierkönigin zurück

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
    schließen

Ungewöhnlich lang trug Veronika Ettstaller die Krone der bayerischen Bierkönigin. Jetzt geht ihre Amtszeit langsam dem Ende entgegen. Die Gmunderin (23) erzählt von einer aufregenden Zeit.

Gmund – Vor rund einem Jahr nahm Veronika Ettstaller das erste Mal Anlauf für ihren Abschied aus dem Amt der Bayerischen Bierkönigin. Doch dann kam Corona – und der Brauerbund bat die 23-Jährige, in die Verlängerung zu gehen. Nun steht der Abschied aber endgültig vor der Tür. Im Interview schaut die Gmunderin auf ihre extra lange Amtszeit zurück.

Vroni, jetzt wird es tatsächlich Ernst und Du nimmst als 10. Bayerische Bierkönigin Abschied aus einer einzigartig langen Amtszeit. Wie fühlst Du Dich?

Veronika Ettstaller: Momentan habe ich ein lachendes und ein weinendes Auge. Lachend, weil es endlich weiter geht und es wieder eine neue Bierkönigin gibt. Und weinend, weil ich mir natürlich einen anderen Abschied gewünscht hätte: einen richtig zünftigen in der Starkbierzeit und als Begleiterin der sieben neuen Bierprinzessinnen. Ich werde das Amt auch nicht wie gewohnt beim Finale im Löwenbräukeller übergeben können, denn die Veranstaltung wird am 20. Mai online übertragen. Das wird eher eine kleine Feier, bei der jede Kandidatin auch nur fünf Familienmitglieder mitbringen darf. Das ist schon schade, denn ich bin so dankbar für diese Zeit und hätte mich gerne auch entsprechend verabschiedet.

Vergangenes Jahr hattest Du ja schon Deinen eigenen Königinnensud für eine Abschiedstour angesetzt…

Veronika Ettstaller: Ja, den haben wir auf Eis gelegt. Den verteile ich dieses Jahr zusammen mit einem kleinen Geschenk. Ich plane gerade eine Abschiedstour quer durch Bayern, um mich bei all den Brauereien gescheit zu verabschieden und mich für die Unterstützung zu bedanken.

Wie war denn das Zusatzjahr? Konntest Du überhaupt Termine wahrnehmen?

Veronika Ettstaller: Ich wurde ja durch den ersten Lockdown im ersten Teil der Amtszeit nach 280 Terminen ausgebremst. Und habe natürlich gerne verlängert, als ich darum gebeten wurde. Es war ja absehbar, dass die neue Amtszeit weit hinter den Aufgaben der vergangenen Jahre zurückbleiben würde und dass die Bierkönigin 2020 gar nicht so richtig zum Zug kommen wird. Letztlich habe ich nur 35 Termine zwischen den Lockdowns wahrgenommen. Auch die geplante Texas- und die Indien-Reise sind ausgefallen. Es war also schon deutlich anders.

Gab es trotzdem Highlights?

Veronika Ettstaller: Ja. Durch die Tatsache, dass die Brauereien kleine Veranstaltungen geplant haben, ging es richtig griabig und familiär zu. Zum Beispiel beim „Volksfest dahoam“, wo der BR und der Brauerbund zehn Leuten einen Foodtruck und ein Fassl Bier spendiert haben, das ich dann anzapfen durfte. Das hat wahnsinnig Spaß gemacht. Es war so schön zu sehen, dass die bayerische Lebenskultur gelebt wird – trotz dieser schwierigen Zeit.

Was hast Du für Dich persönlich aus dieser Zeit mitgenommen – außer die „Bierköniginnenkutsche“?

Veronika Ettstaller: Das Auto muss ich leider wieder abgeben. Damit macht dann meine Nachfolgerin ihre Touren. Aber jetzt mal im Ernst: Durch das Amt bin ich erst zu meinem Studium gekommen. Ich studiere jetzt im vierten Semester Brau- und Getränketechnologie in Weihenstephan – als eine von jetzt noch acht Frauen des Jahrgangs. Vorher hätte ich mir nie vorstellen können, irgendwas Technisches zu studieren. Deshalb möchte ich mich auch ganz herzlich bei allen bedanken, die mich auf dem Weg zur Bierkönigin und während der Amtszeit so unterstützt haben. Es war eine große Chance, die mein Leben verändert hat und mir Dinge ermöglicht hat, die ich nie vergessen werde.

Was wünschst Du Deiner Nachfolgerin?

Veronika Ettstaller: Eine wirklich schöne Amtszeit trotz der schwierigen Situation. Dass sie viele Termine wahrnehmen kann und dass sie ihr Amt so gestalten kann, wie sie es selbst gerne hätte.

Und wie geht es für Dich weiter?

Veronika Ettstaller: Ich habe noch ein paar „Königinnentermine“ wie den Online-Anstich am 20. Mai und auch ein paar Einladungen zu Bierfesten nach meiner Amtszeit. Was mich sehr, sehr freut, weil ich die bayerische Kultur sehr gerne in die Welt hinaus getragen habe. Dann konzentriere ich mich aber ganz auf mein Studium. Und wenn ich meinen Brauermeister und den Ingenieurstitel habe, möchte ich in einer Brauerei arbeiten und natürlich Bier nach dem bayerischen Reinheitsgebot brauen – egal wo das dann sein wird auf der Welt.

ak

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare