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Machen vorerst weiter wie bisher: vhs-Vorsitzende Anna-Maria Stark (l.) und Geschäftsführerin Eugenie Lückerath.

Lebhafte Debatte bei Kuratoriumssitzung in Gmund

Strukturreform der vhs: Viele Fragen, keine Antworten

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Die Volkshochschulen im Landkreis müssen sich einer Strukturreform unterziehen. Doch bisher sind wenige Details bekannt. 

Gmund – Anna-Maria Stark ist es gewohnt, Rede und Antwort zu stehen. Bis November 2018 leitete sie zehn Jahre lang den Kreisverband der Volkshochschulen (vhs), seit 15 Jahren ist sie Vorsitzende der vhs Gmund-Dürnbach. Bei der jüngsten Kuratoriumssitzung im Gmunder Rathaus, also dem Treffen des Vorstands, der Mitglieder und der Geschäftsführung, musste Stark erstmals Antworten schuldig bleiben. Antworten auf die Frage: Wie steht’s um die geplante Strukturreform?

Volkshochschulen bekommen künftig nämlich nur noch dann staatliche Fördermittel, wenn sie ein Qualitätsmanagement und mindestens 30 000 Teilnehmer-Doppelstunden nachweisen können. Weil im Landkreis nur die vhs Holzkirchen-Otterfing diese Anforderungen erfüllt, ist ein Verbund im Gespräch. Ein Lenkungskreis, dem Kornelius Schlehlein, Schatzmeister des bayerischen vhs-Verbands als Moderator, Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn, Gmunds Rathauschef Alfons Besel sowie Vertreter der Volkshochschulen Bayrischzell, Hausham, Holzkirchen-Otterfing, Miesbach und dem Tegernseer Tal angehören, sollte bis Mitte des Jahres konkrete Vorschläge machen. Grundsatzbeschlüsse wurden in den Kommunen schon gefasst, über Details aber noch nicht abgestimmt.

„Bisher gibt es weder einen Sachstandsbericht, noch Aussagen, auf die man sich verlassen könnte, und auch kein Konzept“, sagt Anna-Maria Stark. „Es macht mich wütend, wenn man so in der Luft hängt.“

Strukturreform der vhs: Wer zahlt wie viel?

Sie höre immer wieder Gerüchte, aber eben keine offiziellen Aussagen. Etwa zur künftigen Rechtsform eines Verbunds. Zwar sei auch ein kommunaler Zweckverband im Raum gestanden, aber man habe sich wohl bereits auf einen Verein geeinigt, so Stark, die von einer lebhaften Diskussion bei der Sitzung berichtet, wo folgendes Szenario ausgemalt wurde: „Letztlich müssten alle Volkshochschulen verschmelzen und sich der vhs Holzkirchen unterwerfen“, so Stark. „Doch das erscheint mir fragwürdig und gleicht einer Masse ohne Kontur.“ Abgesehen vom Gerangel um Posten. Zudem geht’s ums Geld. Wer zahlt wie viel? „Es heißt, dass für jeden Landkreisbürger ein Euro zur Erwachsenenbildung zu leisten sei. Dass da alle Kommunen mitmachen, kann ich mir nicht vorstellen.“

Stark gibt auch zu bedenken, dass die Schaffung eines Verbunds mit 80 000 Euro für zwei Jahre gefördert würde. „25 000 Euro pro Jahr für Personal und einmalige 30 000 Euro für die Schaffung eines Arbeitsplatzes.“

Die Vorsitzende hat ihre Zweifel, ob in einem großen Verbund die lokalen Interessen ausreichend gewürdigt würden. „Gerade in der vhs Gmund, die 1947 mit großem Weitblick gegründet wurde und die älteste vhs im Tal ist, gibt’s eine starke und emotionale Bindung.“ Daher sei die wichtigste Frage bei der Sitzung gewesen, was nach einem Zusammenschluss vor Ort in Gmund an Zuständigkeiten, Rechten und Funktionen bliebe. Eine Antwort konnte Stark nicht liefern. „Ich vermute, dass außer Finanzierung nichts bleibt.“

Fest stehe bisher nur: Standorte sollen erhalten bleiben, die derzeit fünf hauptamtlichen Leiter sollen übernommen werden. Es soll einen Vorstand, eine Geschäftsführung und einen Aufsichtsrat geben.

Insgesamt kann sich die Apothekerin im Ruhestand der Euphorie einer Strukturreform nicht anschließen. Vorstellen könne sie sich zunächst kleinere Zusammenschlüsse, auch überregional. Der Erhalt lokaler Schwerpunkte und die harmonische Weiterentwicklung würde sich die Vorsitzende wünschen. „Ich wollte nämlich nicht antreten, um dann das Licht auszumachen.“

Vorstandswahlen und Zahlen

Vorerst geht‘s weiter wie bisher in Gmund. Für weitere zwei Jahre wurden bei der vhs Gmund-Dürnbach gewählt: Anna-Maria Stark (Vorsitzende), Florian Ruml und Petra Stang (Stellvertreter), Isabelle Menzel (Schatzmeisterin), Erika Pilmes (Schriftführerin). 

Weitere Zahlen des Geschäftsberichts 2018: Veranstaltungen: 440 (Vorjahr: 463), Teilnehmer-Doppelstunden: 20 708 (Vorjahr: 20 539), Doppelstunden gesamt: 2744 (Vorjahr: 2818), Teilnehmer gesamt: 5986 (Vorjahr: 5202).

Hier lesen Sie weitere Berichte aus der Region.

gr

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