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Die Karte zeigt die vier Pilgerwege in Gmund.

Vier Wege führen zu spirituellen Orten

Pilgern in Gmund: Ab jetzt unterwegs auf neuen Pfaden

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Gmund - Wer weiß, was der Engel über der Türe des Hauses Gasse 17 macht? Dank Helmut Ritter und dem Arbeitskreis Ökumene bald alle, die es wissen wollen. Der Arbeitskreis hat vier Pilgerwege durch Gmund erarbeitet.

Machen Karten: (v.l.) Helmut Ritter, Andreas Kopp-von Freymann, Claudia Mühlbacher, Irene Lejeune, Wieland Steinmetz, Ute Neubauer und Johann Schmid.

Helmut Ritter hat einen langen Weg hinter sich. Damit ist jetzt nicht unbedingt der Lebenslauf des 80-jährigen Pfarrers im Ruhestand gemeint. 22,2 Kilometer sind die vier Gmunder Pilgerwege zusammen lang. 22,2 Kilometer ist Ritter immer wieder abgelaufen und hat gesucht, geforscht, mit Anwohnern gesprochen, fotografiert und geschrieben. Heraus kamen ganze 56 besondere Orte, verstreut in alle Ortsteilen, die Gmund zu bieten hat. 

Der Arbeitskreis Ökumene – das sind die beiden Gmunder Pfarreien und eine Reihe ehrenamtliche Helfer, unter anderem SPD-Gemeinderat Johann Schmid – machte daraus vier Rundwege. Der erste führt durchs Gmunder Zentrum und kann mit 3,6 Kilometer von weniger Gehfreudigen gemeistert werden. Der zweite widmet sich Gasse, Schwärzenbach und Ostin (siehe Karten). Nummer drei führt von der Tölzer Straße über Gut Kaltenbrunn bis Holz und zurück über Schneiderhäusl, Georgenried sowie Finsterwald (7,2 Kilometer). Der vierte deckt die Ortsteile Moosrain, Festenbach und Dürnbach ab (7 Kilometer). 

Ritter hätte wahrscheinlich am liebsten einen ganzen Führer geschrieben. Heraus kam eine Faltkarte, die inzwischen in der Gmunder Tourist-Info und im Rathaus ausliegt. Und die kann sich sehen lassen. Der Arbeitskreis hat sich nicht lumpen lassen und die Werbegrafikerin Monika Gloggnitzer beauftragt, die bereits die touristischen Gemeindekarten gestaltet hat. Das alles konnte über Spenden finanziert werden. Mit 3000 von 4050 Euro übernahm die Münchner Unternehmer-Gattin Irene Lejeune den Löwenanteil. Ihre eigene Kapelle, die Irenenkapelle in Schneiderhäusl, hat übrigens auch einen prominenten Platz im Pilgerweg drei. 

Und weil heutzutage das Gedruckte, so schön es auch sein mag, nicht mehr ausreicht, hat der Gmunder Musiklehrer Christoph Heptner ganz unentgeltlich eine eigene Internetseite mit allen Karten und Infos kreiert: gmunder-pilgerwege.de. Die Informationen, die Ritter zu jedem Weg punkt zusammengetragen hat, stehen auch auf der Kartenrückseite, geschmückt mit – und hier kommt dann auch der Pilger auf seine Kosten – Bibelversen, Psalmen und Gebeten. 

So auch bei dem Engel in der Gasse 17. Den hat der Hof wohl aus der Konkursmasse des Tegernseer Klosters nach der Säkularisierung 1803 herausgekauft, liest der Pilger im Vorbeigehen. Dazu gibt’s ein paar Detailinfos und zwei Psalme zum Thema Engel. Und dann geht’s schon weiter zur nächsten spirituellen Sehenswürdigkeit. 

Um klassische Pilgerwege handelt es sich bei den Gmunder Pfaden zwar nicht. Zumal man ja nicht wirklich irgendwo hinpilgert, eher halt im Kreis. Pfarrer Wieland Steinmetz erklärt das so: „Es geht darum, die christlichen Zeichen um uns herum zusammenzufassen und erlebbar zu machen.“

Insgesamt vier Wege hat der Arbeitskreis Ökumene durch Gmund angelegt. Wir haben uns den zweiten herausgepickt. Der Weg startet am Bergfriedhof in Richtung Gasse. Vorbei am Kreuz zum Gedenken an Hans Seestaller (1), und noch einem Kreuz (2), den eindrucksvollen alten Linden in der Gasse (3), dem Engel über der Türe der Hausnr. 17 (4) und weiter hinauf vorbei an der Tankstelle zum Oberbuchberghof (5) mit vielen Heiligen an seiner Giebelwand. Wieder zurück und nach rechts weiter zu einem Bildstock aus Tuffstein (6), vorbei an einem Feldkreuz (7), und weiter durch Ostin mit einem Bildstock (8), einer Madonna in blau (9), dem heiligen Florian (10). Dann weiter zum Schwärzenbach und damit zu der Taubenberger Hofkapelle (11) und hinauf zum Kruzifix über Schwärzenbach mit schönstem Ausblick (12). Schließlich wieder hinunter und über einen Wiesenweg und den Osterberg zurück zum Bergfriedhof (13).

kmm

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