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Wohnmobile sind am Volksfestplatz in Gmund künftig offiziell willkommen.

Mehrheitsbeschluss im Gemeinderat

Wohnmobile in Gmund offiziell willkommen

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Gmund - Der Volksfestplatz in Gmund wird offiziell als Wohnmobilstellplatz freigegeben. Auch wenn viele Anwohner bereits reichlich genervt sind.

Bis zu 25 Wohnmobile belagerten diesen Sommer den Volksfestplatz, manche blieben teilweise mehrere Tage. Der Platz ist bisher offiziell nicht als Stellplatz ausgewiesen, doch unter Campern spricht sich herum, dass hier eine moderne, behindertengerechte Toilette zur Verfügung steht und das Seeufer nur wenige Meter entfernt liegt. 

„Brauchen wir das? Bringt uns das was?“, fragte Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) am Dienstagabend seinen Gemeinderat, der sich intensiv mit dem weiteren Vorgehen auseinandersetzte. Ständig bekomme er die Beschwerden von genervten Anwohnern zu hören, die sich in ihrer Ruhe gestört fühlen, berichtete Preysing. „Dabei brauche ich das Wohlwollen der Anwohner wegen des Volksfestes.“ Hinzu kommen Flohmärkte im vierwöchigen Rhythmus, die ab 5 Uhr morgens mit dem Aufbau beginnen, Lkw, die den Platz zum Be- und Entladen nutzen und andere Veranstaltungen. „Irgendwann reicht’s den Anwohnern verständlicherweise“, so Preysing. 

"Wohnmobilisten sind genauso Touristen"

Eine Grundsatzentscheidung musste also her. In der ausführlichen Debatte wurde deutlich: Die Mehrheit will den Volksfestplatz, den die Gemeinde von der Viehzuchtgenossenschaft gepachtet hat, auch künftig als Parkmöglichkeit anbieten. „Wohnmobilisten sollten wir ebenso als gute Gäste in Empfang nehmen wie andere Touristen“, plädierte Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG). CSU-Sprecher Alfons Wagner zeigte sich überzeugt, dass Gmund von den Wohnmobilisten profitiere, er forderte aber eine Begrenzung auf sechs bis zehn Plätze und die Einführung von Gebühren. Martina Ettstaller (CSU) war als eine der wenigen Mitglieder für einen Alternativ-Standort am Oedberg, sprach sich aber grundsätzlich für ein Wohnmobil-Angebot in Gmund aus. Auch SPD-Sprecher Johann Schmid gehörte zu den Befürwortern, war aber für geordnete Plätze und die Einführung von Gebühren. Er sei froh, dass sich die Gemeinde jetzt mit dem Thema befasse, „denn lange genug haben wir uns gedruckt vor einer Entscheidung.“ Laura Wagner (Grüne) war sich bewusst, dass der Gemeinderat nicht über die Bedenken der Bürger hinweggehen könne, sie tendierte aber zu einem anderen Standort. 

"Grausig fürs Ortsbild"

Michael Huber (SPD) gehörte zu den Gegnern und begründete seine ablehnende Haltung so: „Wohnmobilisten bringen uns nichts, sie sind grausig fürs Ortsbild, gehören nicht ins Zentrum, für ein Angebot sollten Privatleute und nicht die Gemeinde sorgen.“ Preysing war ebenfalls gegen die offizielle Ausweisung. „Auch andere Gemeinden sind in der Pflicht“, lautet seine Meinung. „Wir können nicht der Parkplatz vom Tal sein, und die anderen haben die Gäste.“

Mit 15:4 Stimmen sprach sich der Gemeinderat dann grundsätzlich dafür aus, einen Wohnmobil-Stellplatz in der Gemeinde anzubieten. Mit 12:7 Stimmen einigten sich die Mitglieder darauf, den Platz zu ordnen. Dies sei dringend nötig, so die überwiegende Meinung. „Die Situation auf dem Platz ist aus dem Ruder gelaufen, der jetzige Wildwuchs unerträglich“, argumentierte Barbara von Miller (SPD). 

Ein Fachmann wird sich nun mit der Planung befassen. Fest steht bereits: Im Bereich der öffentlichen Toilette sollen acht bis zehn Plätze ausgewiesen werden. Auch Strom, Wasserzapfstellen und eine Be- und Entwässerungsanlage soll der Platz bekommen. Wenn alle Kosten feststehen, will sich die Gemeinde mit den Gebühren befassen. Auch für eine Kontrolle wird gesorgt. 

Flohmärkte nur noch vierteljährlich

In Folge kamen auch die Flohmärkte auf den Prüfstand, die bisher von einem Privat-Unternehmen alle vier Wochen veranstaltet werden. Sie sollen bleiben, aber künftig, so die einstimmige Entscheidung des Gemeinderats, nurmehr vierteljährlich und dann erst ab 7 Uhr morgens stattfinden. Vereine sollen die bisher gewerblich betriebene Organisation übernehmen.

gr

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