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Gut frequentiert ist der Oedberg in diesen Tagen, die gute Schneelage macht’s möglich. Die Anlage soll aber auch im Sommer Besucher anziehen. Deshalb wird die Zahl der Stellplätze für Wohnmobile aufgestockt. 

Am Oedberg

Wohnmobilpark darf ausgebaut werden

Die Zahl der Wohnmobilstellplätze an der Freizeitanlage am Oedberg soll aufgestockt werden. Das Ziel ist ein kontinuierlicher Besucherstrom. Doch den Gemeinderat plagen Bedenken.

Gmund – Anlass zu intensiver Diskussion boten in der jüngsten Sitzung des Gmunder Gemeinderats die Pläne zum Ausbau des Wohnmobilparks am Oedberg. Ein wenig schwang die Sorge mit, dass die Freizeitanlage zu stark wächst.

„Es herrscht ein großer Trend zum Wohnmobil, aber im Landkreis gibt es dafür kaum Infrastruktur“, brach Bürgermeister Alfons Besel (FWG) eingangs eine Lanze für das Projekt und seine ökonomische Bedeutung: „Laut Statistik lassen Wohnmobilisten 40 Euro pro Person und Tag an dem Ort, an dem sie bleiben.“ Auch die wirtschaftliche Bedeutung der Radfahrer nehme zu, betonte er mit Blick auf die am Oedberg geplante Radstation, an der Zweirad-Touristen ihre Gefährte abstellen könnten.

„Der Oedberg ist ein Besuchermagnet, und wir sind mit solchen touristischen Einrichtungen nicht gerade gesegnet.“ Zusätzlich zu den bestehenden Wohnmobil-Stellplätzen soll die Zahl auf 47 Plätze steigen. In einem bereits bestehenden Stadel sollen sanitäre Anlagen für die Gäste untergebracht werden. Dazu müsste das Gebäude geringfügig vergrößert werden, was man nachträglich in die Planung einbezogen habe, erläuterte Lothar Zettler vom Planungsbüro LARS-Consult. „In dem Plan ist nichts drin, was Sie nicht bereits beschlossen haben.“

Ob man schon absehen könne, wie das Angebot angenommen wird, wollte FWG-Gemeinderätin Christine Zierer wissen. „Es ist ein nachhaltiger Bedarf da. Vergleichbare neue Anlagen wie etwa in Garmisch-Partenkirchen oder Natters haben alles andere als Belegungsprobleme“, versicherte Georg Reisberger, Geschäftsführer der Oedberg GmbH. Auf allen Messen, die er besucht habe, habe er mit seinem Projekt Begeisterung ausgelöst.

Beworben werde der Wohmobil-Park zwar erst ab Sommer über entsprechende Internetportale, doch eine einmonatige Online-Analyse via Google Analytics habe schon jetzt 6000 Zugriffe auf die Seite und mindestens 20 Anfragen für den Sommer ergeben. „Wir brauchen ein wetterunabhängiges Angebot für den Oedberg, nicht jeder Winter ist so toll wie dieser“, appellierte Reisberger an die Gemeinderäte.

Bei aller Befürwortung der Pläne führte aber ein Nachsatz bei manchen Ratsmitgliedern zu Irritationen: Entwickle sich alles nach Wunsch, würden die geplanten 47 Stellplätze nicht ausreichen. Man müsse dann über eine Erweiterung nachdenken, meinte Reisberger. „Das ist ein sensibles Gebiet, wir haben hier die Themen Wasser- und Landschaftsschutz“, fand Michael Huber (SPD). Man müsse „das Areal irgendwann klar abstecken“.

Klar gegen eine Ausweitung der Fläche sprach sich Helga Wagner (Grüne) aus. „Das ist das Maximum“, urteilte auch Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG), befürwortete aber klar den Wohmobilpark mit den derzeit geplanten Ausmaßen: „Das ist eine Sache, die gefehlt hat.“

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Weniger eng sah Zierer die Sache: „Was haben wir denn groß an Freizeit zu bieten in Gmund? Man muss doch nicht von vorneherein sagen ‚Bis daher, aber dann langt’s.“ Angetan war auch Martina Ettstaller (CSU). Mit der geplanten Spielarena auf dem Gelände würde neben dem Streichelzoo auch ein wetterunabhängiges Angebot für Familien geschaffen. „Hier geht’s nicht um ein Kasperltheater, sondern um die Existenz. Wenn nichts passiert, wird sich am Oedberg bald nicht mehr viel tun“, machte Reisberger deutlich. Das Gremium segnete die Pläne mit drei Gegenstimmen ab.

Stefan Gernböck

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