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Spannender Abend mit den Kandidaten

So war unsere Podiumsdiskussion zur Bürgermeister-Wahl in Gmund

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Drei Kandidaten bewerben sich ums Bürgermeister-Amt in Gmund. Am Donnerstag ließen sich die Bewerber erstmals öffentlich auf den Zahn fühlen. Hier eine Zusammenfassung in Wort und Bild:

Gmund  - Das Interesse ist überwältigend. Schon weit vor Beginn der Podiumsdiskussion begehren viele interessierte Bürger Einlass in den Gmunder Neureuthersaal. Kaum verwunderlich: Erstmals sind an diesem Abend die drei Bewerber ums Gmunder Bürgermeisteramt im direkten Vergleich zu erleben. Und viele Gmunder sind noch unentschlossen, wem sie am 25. Februar ihre Stimme geben werden. Auf die Frage von Moderator Stephen Hank, Redaktionsleiter der Heimatzeitung, wer seine Entscheidung schon getroffen habe, gehen im Publikum nur zögerlich die Finger nach oben. „Da ist noch etwas drin für Sie, meine Herren“, schlussfolgert Hank und setzt damit den Startschuss für einen spannenden Abend.

Ganz links auf der Bühne: CSU-Kandidat Franz von Preysing (39), Sohn des amtierenden Bürgermeisters. Gleich zu Beginn stellt Hank jene Frage, die wohl vielen Wählern auf den Nägeln brennt. „Wie wollen Sie aus dem Schatten Ihres Vaters heraustreten?“ Preysing reagiert gelassen: Er sei stolz auf das, was sein Vater in 18 Jahren erreicht habe. Doch der Bürger könne sich darauf verlassen: „Wenn der Franz gewählt wird, trifft auch der Franz die Entscheidungen.“

In der Sache, so stellt sich im Laufe der Diskussion heraus, unterscheiden sich die Positionen der drei Kandidaten oft kaum. Das Thema Verkehrsentlastung ist eines der wenigen, wo unterschiedliche Akzente erkennbar sind. Eine Umgehungsstraße lehnen alle drei Kandidaten kategorisch ab – „doch wenn wir sie nicht verhindern können, wäre für mich ein Tunnel die bestmögliche Lösung“, meint Preysing. Dem widerspricht FWG-Bewerber Alfons Besel (51) entschieden. Ein Tunnel bedeute fünf bis sechs Jahre Bauzeit, „da entziehe ich den betroffenen Landwirten die Existenzgrundlage“, sagt Besel, der 13 Jahre lang Geschäftsleiter in jenem Rathaus war, in das er jetzt als Bürgermeister zurückkehren möchte. Geschickt spielt Besel, derzeit Abteilungsleiter am Landratsamt Miebach, diesen Trumpf immer wieder aus.

Der Dritte im Bunde kommt aus den Reihen der SPD: Der 60-jährige Johann Schmid, seit knapp 21 Jahren im Gemeinderat vertreten, hat sich zu einer Kandidatur entschlossen. Warum erst jetzt?, will Moderator Hank wissen. „Der Wähler sollte diesmal eine echte Auswahl haben“, entgegnet Schmid. Und aufgrund seiner Erfahrung traue er sich das Amt mittlerweile auch zu.

Viele Themen – mitunter von unseren Lesern vorgegeben – werden an diesem Abend abgegrast. Beispiel: die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Wie ist das in einer teuren Gegend wie dieser überhaupt zu schaffen? Sparkassenbetriebswirt Preysing sieht nur zwei Möglichkeiten: Die Gemeinde müsse verstärkt eigene Wohnungen herstellen, auf die sie die Hand drauf habe, oder Einheimischenprogramme – vielleicht auch auf Basis von Erbbaurecht – auflegen. Kontrahent Besel („sehr gute Idee, Franzi“) führt den Gedanken noch weiter. Er könnte sich sogar ein Genossenschafts-Modell vorstellen, bei dem sich Jung und Alt mit Anteilen einkaufen und auf diese Weise zu Wohnraum kommen könnten.

Das Publikum, darunter Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) als wahlberechtigter Gmunder Bürger und der aktuelle Rathaus-Chef Georg von Preysing, verfolgt die Debatte höchst aufmerksam. Der Applaus, der immer wieder aufbrandet, verteilt sich auf alle drei Kandidaten. „Sie sind sich von Ihren Ansichten her sehr ähnlich“, stellt somit auch der Moderator fest und fügt zur Erheiterung der Besucher hinzu: „Trump und Clinton haben da mehr polarisiert.“

Die Podiumsdiskussion zur Gmunder Bürgermeisterwahl in voller Länge:

Die Stimmung nach dem Schlagabtausch: So fanden die Gmunder ihre Kandidaten, das sagen die Kandidaten selsbt

Gmund wählt einen neuen Bürgermeister - alles, was Sie zur Bürgermeisterwahl in Gmund 2018 wissen müssen

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