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Wird geräumt: die Gmunder Flüchtlingsunterkunft in der Seeturnhalle.

Seeturnhalle wird geräumt

Gmunder Flüchtlinge: Zum Abschied aufs Volksfest

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Gmund - Die Nachricht, dass die Turnhallen in Waakirchen und Gmund nicht länger als Flüchtlings-Unterkünfte dienen, kam überraschend. Das sind die Folgen für Helfer und Gemeinden.

Am Mittwoch, 1. Juni, ist es in Gmund soweit – dann wird die Seeturnhalle geräumt. In Waakirchen hat das Landratsamt den Auszug bereits vollzogen. „Irgendwann mussten wir damit rechnen“, sagt Silvia Hartl vom Waakirchner Helferkreis. Aber keiner habe geglaubt, dass es so schnell gehen würde. Dabei hatte das Landratsamt kaum eine andere Wahl. Mit der zügigen Räumung der Turnhallen folgte die Behörde einer Order der Regierung von Oberbayern, wie Sprecher Gerhard Brandl deutlich machte. Die neue Traglufthalle in Holzkirchen bietet genügend Raum, sie soll einen Großteil der Asylsuchenden nach ihrem Wegzug vom Tegernsee beherbergen. „Unsere Flüchtlinge haben das sehr ruhig und gefasst aufgenommen“, berichtet Silvia Hartl. Den Männern sei bewusst gewesen, dass sie keine Chance hätten, sich gegen einen Umzug zu wehren. Helferkreis und Landratsamt seien bemüht gewesen, sozialverträgliche Lösungen zu finden, betont Hartl. „Alle, die schon bei uns Arbeit gefunden haben, konnten wir am Ort halten.“ 

Betroffen ist eine Handvoll Asylbewerber, die nun in anderen Wohnungen in der Gemeinde untergebracht wurden. Die Zahl der Waakirchner Flüchtlinge ist damit von zuletzt 46 auf gut 20 geschrumpft. Allerdings möchten Bürgermeister-Gattin Hartl und ihre Mitstreiter vom Helferkreis auch die nach Holzkirchen umgesiedelten Schützlinge nicht einfach ihrem Schicksal überlassen. „Wir werden ein bis zweimal pro Woche nach Holzkirchen fahren, um sie zu unterstützen.“ Gerade in der Anfangszeit, wenn es darum geht, Kurse und schulische Angebote oder die schon begonnene Suche nach Arbeitsplätzen fortzuführen. „Das Ganze soll mit möglichst wenig Schaden für die Asylbewerber ablaufen“, sagt Hartl. 

Situation belastet alle Beteiligten emotional

Daran ist auch Hajo Fritz gelegen, der bisher mit viel Einsatz und Herzblut den Helferkreis in Gmund geleitet hat. Die Nachricht von der Räumung der Seeturnhalle kam für ihn so plötzlich und überraschend, dass er das Landratsamt um einen Aufschub bat – den die Behörde auch gewährte. So geht der Gmunder Umzug erst diese Woche über die Bühne. „Wir mussten uns ja erst im Helferkreis besprechen, dann haben wir die Asylbewerber informiert.“ Die Situation sei für alle Beteiligten „emotional belastend“, allerdings habe man auch in Gmund für alle Flüchtlinge, die bereits Arbeit gefunden haben, individuelle Lösungen gefunden. „Wir haben uns die Einzelfälle ganz genau angeschaut“, sagt Fritz. Dennoch: Gut 20 Flüchtlinge aus der Seeturnhalle müssen diese Woche in die Holzkirchner Traglufthalle umziehen. Die ehemalige Hausmeisterwohnung in der Seeturnhalle, weiß Fritz, bleibt allerdings belegt. Eine langfristige Betreuung über die Gemeindegrenzen hinweg kommt für Fritz allerdings nicht in Frage. Das macht in seinen Augen wenig Sinn. „Aber wir werden uns mit den Holzkirchner Betreuern treffen und die Story jedes einzelnen Flüchtlings erzählen“, meint der Gmunder. „Wir wollen das sauber übergeben.“ Am Dienstag heißt es Abschied nehmen von den Bewohnern der Seeturnhalle. „Dazu gehen wir alle zusammen aufs Volksfest“, kündigt Fritz an. 

Hat die neue Regierungs-Marschroute in Sachen Flüchtlinge auch eine Auswirkung auf das Gmunder Wohnungsbau-Vorhaben an der Hirschbergstraße? „Auf keinen Fall“, betont Gmunds Kämmerer Georg Glas auf Nachfrage. Er warte täglich darauf, dass die Regierung von Oberbayern den beantragten 30-prozentigen Zuschuss für das 3,2-Millionen-Projekt genehmigt. Wie berichtet, sollen in die beiden Häuser neben sozial schwachen Bürgern auch anerkannte Flüchtlinge einziehen. Wie viele das sein werden, ist noch ungewiss. Fest steht aber: 25 Flüchtlinge bleiben vorerst auch weiterhin in Gmund. Sie wohnen aktuell im Pfarrhaus, in einem Gemeindehaus an der Wiesseer Straße sowie in einer neuen Doppelhaus-Hälfte am Landbaderfeld, das der Besitzer an das Landratsamt zur Unterbringung von Asylbewerbern vermietet hat.

gab/gr

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