Im Gmunder Rathaus herrscht Notbetrieb.
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Im Gmunder Rathaus herrscht Notbetrieb.

Nach Corona-Ausbruch im Gemeinderat: Bürgermeister Alfons Besel und 13 Mitarbeiter bis 20. Mai in Quarantäne

Gmunder Rathaus jezt im Notbetrieb

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Die Gemeinderatssitzung vom 27. April zieht weitere Kreise: Jetzt sind Bürgermeister Alfons Besel und 13 Rathaus-Mitarbeiter bis 20. Mai in Quarantäne.

Gmund –Wie das Landratsamt am Montag mitteilte, ist bei einem neunten Mitglied des Gemeinderats eine Corona-Erkrankung bestätigt. Damit ist wohl Rathauschef Alfons Besel (FWG) selbst gemeint, dessen Ergebnis des PCR-Tests Ende vergangener Woche noch ausstand. Er bestätigt auf Nachfrage, dass auch bei ihm eine Erkrankung vorliege, die sich spürbar bemerkbar mache.

Bis 20. Mai, so Besel, müsse er nun in Quarantäne bleiben und von zuhause aus die Amtsgeschäfte führen. „Das ist problemlos machbar, da wir uns im Rathaus schon früh mit dem Thema Homeoffice beschäftigt haben“, so der Bürgermeister. Da auch sein Stellvertreter Herbert Kozemko (CSU) erkrankt ist, musste am Montag allerdings die Dritte Bürgermeisterin Christine Zierer (FWG) einen Präsenz-Termin wahrnehmen.

Nach Corona-Ausbruch im Gemeinderat: Jetzt auch Bürgermeister und 13 Mitarbeiter in Quarantäne

Im Laufe des Montags wurden von 22 Mitarbeitern im Rathaus 13 in Quarantäne geschickt, sie werden teilweise im Homeoffice weiter arbeiten. Nur sechs Mitarbeiter dürfen weiter im Rathaus arbeiten, darunter Geschäftsleiter Florian Ruml. Da er zum einen bereits einmal geimpft sei, zum anderen bei der Sitzung eine FFP2-Maske getragen habe und seine Tests negativ ausfallen, könne er mit den verbleibenden Kollegen einen Notbetrieb aufrechthalten, so Ruml. Bis 20. Mai wird die Gemeindeverwaltung nur eingeschränkt verfügbar sein. Die Bürger werden gebeten, sich in weniger dringenden Fällen erst nach dem genannten Zeitraum an die Verwaltung zu wenden.

Unterdessen ist Ruml überzeugt, dass die Gemeinde bei den Hygiene-Regeln für die Sitzungen nachsteuern werde. Dies lässt Besel bereits durchklingen: „Wir werden sie überarbeiten“, so Besel, wenngleich er betont, sich an alle Vorgaben gehalten zu haben. Dass es dennoch nach der Sitzung zu Ansteckungen kam, lag wohl auch daran, dass bisher keine Masken-Pflicht am Ratstisch herrschte.

Der Fall sorgt für große Bestürzung, nicht nur in Leserbriefen, sondern auch Online wird er kommentiert. Es habe auch Anrufe bei ihm und im Bürgermeister-Büro gegeben, räumt Besel ein. Dabei habe er Anrufe mit kritischen Stimmen bekommen, aber auch mit Zuspruch und Genesungswünschen. Was die betroffenen Gemeinderäte und deren Familien betrifft, so wisse er bisher zum Glück nur von relativ „harmlosen“ Verläufen.

Nach Corona-Ausbruch: Nächste Sitzung erst im Juni

Dass Besel die folgenschwere Sitzung schwer mitnimmt, war ihm in einer Video-Botschaft anzumerken. Er hatte darin um „aufrichtige Entschuldigung“ gebeten und eingestanden, dass ihm sein Fehler, nämlich keine strengen Regeln angeordnet zu haben, „aufrichtig leid tue.“ Alle Sitzungen im Mai sind bereits abgesagt. Erst Anfang Juni werde der Gemeinderat wieder tagen und dann die für heute geplante Haushaltsberatung nachholen.  

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