Beängstigendes Verschwinden von Mutter (41) und Tochter (16): Wie vom Erdboden verschluckt

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In der alten Seeturnhalle in Gmund leben 30 Flüchtlinge.

Gemeinderat Gmund

Asyl: Preysing wettert gegen Landratsamt

Gmund - Asylpolitik und kein Ende: Im Gemeinderat übte der  Gmunder Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) heftige Kritik am Landratsamt.

Die Unterbringung der Asylbewerber und die Flut, die künftig noch auf den Landkreis zurollt, bereitet Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) nicht nur Kopfzerbrechen. Er schiebt inzwischen einen ziemlichen Groll vor sich her, dem er bei der Sitzung des Gemeinderats Luft machte.

Gmund könne zum Glück auf einen sehr engagierten Helferkreis um Organisator Hajo Fritz zählen, so Preysing, doch werde er immer wieder mit der Frage konfrontiert, warum die Gemeinde nichts unternehme, wenn es um bessere Unterbringungsmöglichkeiten geht. „Diesen Schuh zieh’ ich mir nicht an“, sagte Preysing.

Im Fokus der Kritik steht die Frage, warum Flüchtlingsfrauen mit ihren zum Teil neugeborenen Babys von der beengten Seeturnhalle nicht in die darüber liegende Wohnung ziehen dürfen. Das Landratsamt untersagt dies wegen unzureichenden Brandschutzes. „Bis vor kurzem hat da noch eine einheimische Familie gewohnt, da ging’s auch“, wetterte Preysing. Die Brandschutzauflagen des Landkreises seien die strengsten weit und breit. Die Probleme bei der Unterbringung der Flüchtlinge seien also „hausgemacht“, so Preysing. „Entweder greift unser Landrat durch oder es tun irgendwann die Wähler“, so der Bürgermeister ganz klar an die Adresse des grünen Kreis-Chefs Wolfgang Rzehak. Preysing kündigte an, dass er zu „zivilem Ungehorsam“ aufrufen werde, wenn der Landkreis demnächst mit der Forderung kommt, weitere Gebäude für Asylbewerber zur Verfügung zu stellen.

Das war noch nicht alles, was Preysing an diesem Abend im Sitzungssaal vor den Augen und Ohren einiger Helferkreis-Mitglieder loswerden wollte. Die Asylpolitik im Landratsamt sei unkoordiniert, es gebe keinen zentralen Ansprechpartner, wetterte der Rathauschef. Dabei habe der Kreistag bereits im Dezember 2014 beschlossen, sieben zusätzliche Stellen im Landratsamt zu schaffen, um den höchst anspruchsvollen Aufgabenbereich überhaupt bewältigen zu können.

Konkret sei die Einstellung von drei Vollzeitkräften geplant sowie von vier 450-Euro-Kräften. Auch von einem Sozialpädagogen war dabei die Rede. „Dieser Beschluss ist bis jetzt noch nicht umgesetzt, weil der Kreishaushalt noch immer zur Genehmigung bei der Regierung von Oberbayern liegt.“ Zudem werde der Beschluss vom Kreisausschuss torpediert. Preysing ging nicht zimperlich mit Landrat Wolfgang Rzehak um und unterstellte ihm Führungsschwäche.

Ungeachtet dessen greift die Gemeinde, die derzeit 30 Asylbewerber unterbringt und künftig mit 52 Personen rechnet, zur Selbsthilfe: Auf Vorschlag von Johann Schmid (SPD) soll an der Turnhalle ein Gerüst angebracht werden, um den bislang fehlenden zweiten Fluchtweg und damit die Unterbringung von Müttern mit Kindern auf schnellstem Weg zu ermöglichen. Die anwesenden Helferkreis-Mitglieder im Saal spendeten nach dieser Entscheidung spontan Beifall.

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