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Versprechen eingelöst: Goldene Hochzeit in Wallfahrtskapelle Birkenstein - Erfolgreicher Kampf für Barrierefreiheit

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Von: Christina Jachert-Maier

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Den Segen erteilte Kurat Hans Schweiger Anette und Anton Grafwallner in der Wallfahrtskapelle Birkenstein. Sie mit dem Rollstuhl zu erreichen, ist kein Problem mehr.
Den Segen erteilte Kurat Hans Schweiger Anette und Anton Grafwallner in der Wallfahrtskapelle Birkenstein. Sie mit dem Rollstuhl zu erreichen, ist kein Problem mehr. © rp

Jahrelang hatte der frühere Kreis-Behindertenbeaufragte Anton Grafwallner (74) dafür gekämpft, dass die Wallfahrtskapelle Birkenstein barrierefrei wird. Seit 2017 ist sie es. Rollstuhlfahrer Grafwallner feierte dort mit seiner Anette Goldene Hochzeit.

Gmund - Sollten er und seine Anette die Goldene Hochzeit erleben, so hatte der Gmunder Anton Grafwallner (74) einst versprochen, werde es eine Andacht in der Wallfahrtskirche Birkenstein geben. Dass dieses besondere Gotteshaus auch von Rollstuhlfahrern besucht werden kann, darum hatte der frühere Behindertenbeauftragte des Landkreises, selbst an MS erkrankt, viele Jahre lang gekämpft. Er konnte sein Versprechen jetzt einlösen. Mit den nächsten Angehörigen wurde der besondere Hochzeitstag mit einem Gottesdienst in der Wallfahrtskapelle gefeiert, Kurat Hans Schweiger erteilte den Segen. Seit 2017 ist die Kapelle dank eines Aufzugs und einiger Umbauten barrierefrei.

Beim Fasching kennengelernt

Kennengelernt hat sich das Paar 1968 beim Gmunder Faschingszug. Später ging’s zum Tanz ins Wiesseer Hotel Zur Post. Es funkte nicht sofort, aber der Maschinenbaustudent und die Wiesseer Friseurin trafen sich immer wieder und wurden ein Paar. Nach der Hochzeit kamen Tochter und Sohn zur Welt. Heute haben die beiden vier Enkelinnen.

„Das Wichtigste in der Ehe ist Vertrauen“, sagt Grafwallner. Auf seine Frau, heute 73 Jahre alt, konnte er sich immer verlassen. Der Familienvater war um die 30, als die Krankheit sich bemerkbar machte. Heute kann er nur noch mit der rechten Hand den Joystick seines Elektro-Rollstuhls bedienen, telefonieren oder mit einem Finger am Computer schreiben. Seine Frau pflegt ihn mit Liebe und Hingabe. 2014 wurde sie mit dem Pflegepreis der MS-Stiftung ausgezeichnet.  

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