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Goldene Medaille für Wolfgang Hiller

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Von: Gerti Reichl

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Wolfgang Hiller Natur- und Umweltexperte aus Gmund
Wolfgang Hiller, Natur- und Umweltexperte aus Gmund © Privat

Der Bezirk Oberbayern zeichnet den Gmunder Natur- und Umweltexperten Wolfgang Hiller mit der Bezirksmedaille in Gold aus.

Gmund – Seinen wachsamen Augen entgeht so gut wie nichts: Er weiß, wie viele Graugänse sich rund um den Tegernsee wohlfühlen; wo Schwäne Probleme machen und wenn ja, wieviele es sind; er zählt und dokumentiert sogenannte „Sensationsvögel“, die im Sommer mitten auf dem See leben, und er weiß, wie viele Reiherenten heuer schon auf ihrem Zug von Nord- und Ostsee Richtung Süden an kleineren Gewässern im Mangfallgebiet Station machen. Kurzum: Wolfgang Hiller aus Gmund ist Experte für Natur und Umwelt und ganz offiziell der Vogelbeobachter für das Landesamt für Umwelt. Zudem ist der 87-Jährige mit einem siebenköpfigen Team für die Internationale Wasservogelzählung im Mangfallgebiet zuständig, im Fachjargon: „Monitoring für wandernde Wasservögel“. Der gebürtige Schwabe, der als Lehrer am Gymnasium Tegernsee die Fächer Chemie, Biologie und Erkunde unterrichtete, kennt sich zudem bestens aus mit der Erdgeschichte der Landschaft um den Tegernsee, hat dazu einen Gesteinsgarten im Park des Gymnasiums Tegernsee angelegt. „Ich will Aufklärungsarbeit in Sachen Natur leisten, damit die Menschen sie tolerieren und sensibel damit umgehen“, fasst der 87-Jährige sein leidenschaftliches Engagement zusammen, das ihm jetzt eine Ehrung einbrachte: die Bezirksmedaille in Gold des Bezirks Oberbayern für die Verdienste um Natur- und Umweltschutz.

Eigentlich sollte Hiller persönlich zur Verleihung ins Kultur- und Bildungszentrum Kloster Seeon fahren, um aus den Händen von Bezirkspräsident Josef Mederer die Ehrennadel entgegennehmen – in guter Gesellschaft mit weiteren Personen, deren ehrenamtliches Engagement damit gewürdigt wurde. Hiller war leider verhindert und konnte nicht nach Kloster Seeon fahren, wo Mederer davon sprach, „dass Vorbilder Mut machen, als Inspirationsquelle dienen oder eine Orientierungshilfe für das eigene Handeln und Tun bieten“. In seiner Laudation betonte Mederer laut einer Pressemitteilung auch: „Wir brauchen Menschen, die sich für die Gemeinschaft einsetzen, die ihre Fähigkeiten der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Wir brauchen Menschen, die als Vorbilder gelten können und die sich außergewöhnlich stark im Ehrenamt engagieren.“

Über eine Sekretärin ließ der Bezirkstagspräsident inzwischen ausrichten, dass Mederer persönlich bei Hiller in Gmund vorbeikommen werde, sobald sich ein Termin am Tegernsee oder in der Nähe ergebe, um die Ehrung nachzuholen. „Das freut mich doch sehr“, reagiert Hiller auf diese Nachricht.

Er weiß auch, was er Mederer dann nebenbei berichten werde: Bei der Mitte September durchgeführten Wasservogelzählung habe sich ergeben, dass von den Graugänsen, die sich zuletzt am Tegernsee zur Plage entwickelten und die inzwischen von Jägern zum Abschuss freigegeben wurden, „kein einziges Exemplar“ mehr am Tegernsee gezählt wurde. „Viele sind offenbar zum Ammersee, wo 550 Graugänse gezählt wurden“, weiß Hiller. Er wird auch berichten, dass am Tegernsee im September 13 Arten mit 726 Wasservogel-Individuen gezählt wurden. Eine Zahl, die in etwa der des Vorjahres entspreche. Er wird auch von der für diese Jahreszeit bereits bemerkenswert hohen Zahl an schwarz-weißen Reiherenten berichten (104 am Tegernsee, 598 am Seehamer See und 803 am Vagener Stausee) und anmerken, dass sich der Klimawandel bemerkbar mache. Nicht unerwähnt wird er lassen, dass er involviert sei in die Schutzverordnung, an der die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamts für den Winter am Tegernsee arbeite. Dass es dann vielleicht auch hier Ranger geben wird, die über das Verhalten der Freizeitgesellschaft wachen, davon wird er bei der nachträglichen Preisverleihung vermutlich auch berichten.  

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