Da geht’s rein zur neuen Chefin: Bürgermeister Alfons Besel gratuliert der Gmunder Schulleiterin Susanne Riedl zum Amtsantritt.
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Schwieriger Start: Schulleiterin Susanne Riedl, hier bei ihrem Dienstantritt bei Bürgermeister Alfons Besel.

Rektorin verteidigt Wechsel-Unterricht

Grundschule Gmund: „Wieder Ruhe reinbringen“

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Gmund – Das Thema Schulunterricht zerrt an den Nerven der Eltern – auch in Gmund. Hier machte Bürgermeister Alfons Besel (FWG) die aktuelle Situation jetzt im Gemeinderat zum Thema. Er berichtete davon, dass Mütter im Rathaus aufgeschlagen seien, „weil sie gerne ein anderes Unterrichtsmodell hätten“.

Denn: Im Gegensatz zu vielen anderen Grundschulen ist in Gmund aktuell kein Präsenz-, sondern nur Wechselunterricht möglich. „Die Klassenzimmer sind zu klein, die Stärke der Klassen zu groß“, erklärte Besel und berichtete, dass er sowohl mit Elternbeirat und Schulleitung, also auch mit dem Schulamt in Kontakt stehe.

Wünsche der Gmunder Eltern nicht erfüllbar

Er habe ganz aktuell mit Schulamtsdirektor Jürgen Heiß telefoniert und darum gebeten, Lehrkräfte aus der sogenannten mobilen Reserve in Gmund zuzuteilen, um dann Klassen teilen zu können. Doch dafür besteht wenig Hoffnung: „Der Schulamtsdirektor sagte, er stehe mit dem Rücken zur Wand, da er wegen eines hohen Krankenstands nicht genug Kräfte habe. „Für Gmund“, so Besel, „gibt’s also keine Lösung.“ Die Wünsche vieler Eltern seien nicht erfüllbar, jedoch sei die Notbetreuung gewährleistet. „Die Beschulung im eigentlichen Sinn ist nur im Wechselunterricht möglich“, fasste der Rathauschef zusammen. Daran führe in Gmund kein Weg vorbei, auch wenn es eine schwierige Situation sei.

Die neue Rektorin Susanne Riedl, die erst kürzlich ihr Amt angetreten hatte (wir berichteten), räumt auf Nachfrage ein, dass die Situation in den vergangenen Wochen „hochgekocht“ sei. Daher habe es eine dreistündige Sitzung mit dem Elternbeirat und der Schulleitung gegeben, weil viele Fragen und Forderungen seitens der Eltern im Raum gestanden seien. Im Nachgang habe es ein ausführliches Protokoll für die Eltern gegeben.

Rektorin räumt ein: Lehrermangel in Gmund „eklatant“

Fakt ist in Gmund: 175 Kinder zählt die Grundschule insgesamt. Durchschnittlich 20 bis 25 Kinder sitzen in einer Klasse – wenn alles normal läuft. Wegen dieser Klassenstärke werden die Schüler jetzt wechselweise unterrichtet, „das ist der Vorschlag des Kultusministeriums und mit dem Elternbeirat so besprochen“, sagt die Rektorin. Wechselunterricht heißt in Gmund: Kinder drücken zwei Tage pro Woche die Schulbank im Klassenzimmer, den Rest der Woche lernen sie daheim. Was die Ausstattung mit digitalen Geräten betrifft, so sei die Situation, „abgesehen von Problemfällen wegen schlechter Internetverbindung“, in Gmund recht gut. Die Familien seien meist ausreichend ausgestattet, auch gebe es Leihgeräte von der Schule. „Wir haben da alle Töpfe zur Förderung ausgeschöpft“, versichert Susanne Riedl. Sie betont, dass die Schule schon vor der Pandemie gut aufgestellt gewesen sei. „Eklatant“, so Riedl, sei jedoch der Lehrermangel. Sie versichert, das Bestmögliche zu gewährleisten.

Gmunder Kinder sollen in Sachen Übertritt keine Nachteile haben

Dies gelte vor allem auch für das Thema Übertritt. Dass Gmunder Kinder einen Nachteil hätten, weil sie eben nicht voll in Präsenz wie an anderen Schulen am Tegernsee unterrichtet werden, sieht die Rektorin nicht: „Alle haben einen Arbeitsplan, auch an den Nicht-Präsenz-Tagen, und alle legen ihre Leistungsnachweise ab.“

Die Schule versuche, „das bestmögliche Konstrukt für die Kinder“ zu gewährleisten. An den Auflagen wie 1,50 Meter Abstand könne eben nicht gerüttelt werden. Sie könne die angespannte Lage vieler Eltern schon verstehen, sagt Riedl, aber jetzt müsse es im Sinne der Kinder sein, „Ruhe reinzubringen.“

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