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Eine Ausnahmeregelung: Anlässlich des Tags der Blasmusik in Kaltenbrunn durften im vergangenen Jahr die Besucher auf den oberhalb des Guts gelegenen Wiesen parken. Auch heuer ist das laut Landrat samt erlaubt.

Situation hat sich laut Geschäftsführer „entspannt“

Kaltenbrunn: Mit Gebühren gegen das Park-Chaos

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Das Parken rund um Gut Kaltenbrunn war lange Zeit ein Problem - teils herrschten chaotische Zustände. Laut Geschäftsführer hat sich die Situation inzwischen entspannt. Auch dank eines Gebühren-Systems.

Kaltenbrunn – Gut ein Jahr ist es her, da hat das Landratsamt Miesbach der Gemeinde Gmund und Kaltenbrunn-Pächter Michael Käfer einen ordentlichen Dämpfer verpasst. Käfer wollte damals auf der freien Wiese oberhalb des historischen Guts 124 zusätzliche, öffentliche Parkplätze errichten – die Gemeinde hatte dem trotz vieler Proteste bereits zugestimmt. Doch die übergeordnete Behörde stellte sich quer. Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) lehnte die für die Maßnahme nötige Befreiung vom Landschaftsschutz vorläufig ab. Käfer zog daraufhin seinen Antrag zurück, der damalige Geschäftsführer kündigte aber an, dass man die Parkplatz-Problematik – seinerzeit herrschten bisweilen chaotische Zustände – weiter beobachten und möglicherweise einen neuerlichen Vorstoß unternehmen werde. Der ist bislang ausgeblieben.

Mittlerweile habe sich die Situation bei normalem Betrieb – sprich, wenn keine Großveranstaltungen anstehen – „sehr entspannt“, erklärt Maximilian Hartberger, seit 1. Juni Geschäftsleiter von Gut Kaltenbrunn, auf Nachfrage. Der „Knackpunkt“ seien die heißen Wochenenden, an denen neben dem Biergarten- auch der Badebetrieb Hochkonjunktur hat, erläutert Hartberger. Um zu verhindern, dass an solchen Tagen die Parkplätze von Gut Kaltenbrunn bereits am Morgen von Badegästen belegt werden, habe man vereinzelt Parkgebühren erhoben, berichtet Hartberger.

Er spricht von fünf bis sechs Tagen, an denen der Kaltenbrunn-Betreiber auf dieses Mittel zurückgegriffen hat. 2,50 Euro waren dann für drei Stunden Parken fällig, jede weitere Stunde kostete noch einmal 2,50 Euro. Das hat manchen Badegast dazu veranlasst weiterzuziehen. „Wir müssen versuchen, unseren Gästen Parkplätze anzubieten“, sagt Hartberger, „Der ein oder andere hat gemeckert, grundsätzlich war aber Verständnis da.“ Die Gebühren bezahlt haben letztlich alle Parkenden, auch Kaltenbrunn-Gäste.

Der normale Gaststättenbetrieb ist das eine. Schwieriger wird es dann, wenn auf Gut Kaltenbrunn Großveranstaltungen stattfinden. Die nächste steht bereits vor der Tür: Am 3. September richtet die Gemeinde Gmund ihren traditionellen Tag der Blasmusik aus. Dazu wird der Innenhof genutzt, die 77 Stellplätze zwischen ehemaligem Gesindehaus, Pferde- und Rinderstall fallen somit weg.

Für das Landratsamt geht das in Ordnung. „Stattdessen kann die Wiese oberhalb des Guts zum Abstellen von Fahrzeugen benutzt werden“, teilt Behörden-Sprecher Birger Nemitz mit. Allerdings handelt es sich um eine reine Ausnahmegenehmigung. „Unsere Position zu einer dauerhaften Nutzung der Wiese oberhalb des Guts hat sich nicht geändert“, betont Nemitz. Will heißen: Ein ständiger Parkplatz an dieser Stelle im Landschaftsschutzgebiet kommt für das Landratsamt Miesbach auch künftig nicht in Frage.

Für Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) ist das Thema „Parkplätze in Kaltenbrunn“ trotzdem noch nicht ad acta gelegt. Der Rathaus-Chef sieht durchaus Bedarf an zusätzlichen öffentlichen Stellplätzen. „Langfristig sollte eine Lösung gefunden werden“, meint Preysing, der in dieser Sache den Gesprächsfaden mit dem Landratsamt schon bald wieder aufnehmen möchte. Wie eine solche Lösung aussehen könnte, dazu konnte Preysing vorerst noch nichts sagen.

gab

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