Dieser erste Entwurf wurde im Bauausschuss präsentiert: An den Tegernseer Hof (l.) schließen sich ein Verbindungsbau und der Hoteltrakt (r.) an. Vorentwurf: AUREUS Immobilien und Anlagen GmbH
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Dieser erste Entwurf wurde im Bauausschuss präsentiert: An den Tegernseer Hof (l.) schließen sich ein Verbindungsbau und der Hoteltrakt (r.) an.

Bauausschuss bewilligt Vorhaben

Mehr Hotelzimmer im Tegernseer Hof: „Ideale Geschichte für Gmund“

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Alles auf Anfang heißt es für die Erweiterungspläne am Tegernseer Hof in Finsterwald. Wegen des Umfangs hat Eigentümer Nicol Christian Worbs nun doch einen längeren Genehmigungsweg vor sich. Das zeigte sich jetzt im Bauausschuss.

  • Bauausschuss bewilligt Anfrage für Erweiterungspläne des Tegernseer Hofs.
  • Bebauungsplanverfahren nun doch nötig.
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Gmund – Während viele Hoteliers und Gastronomen wegen der Corona-Pandemie ums Überleben kämpfen, richtet Familie Worbs den Blick nach vorne. Sie will die vorhandenen 18 Hotelzimmer um 23 weitere Doppelzimmer, ein Familienzimmer und einen Tagungsraum erweitern. Eigentlich läge vom Vorbesitzer Peter Hubert, dem Tegernseer Bräustüberlwirt, noch ein genehmigter Bauplan vor, doch Worbs plant neu. Er will einen 29 mal 13,4 Meter großen Querbau errichten, der durch einen Verbindungsbau an das bestehende Wirtshaus angeschlossen wird. Zugleich soll im rückwärtigen Tennenbereich ein neuer Hoteleingang mit Rezeption und Lift entstehen. Die bisher im Keller untergebrachte Toiletten-Anlage soll durch einen eingeschossigen Anbau im südlichen Bereich des Biergartens ersetzt werden.

Weil sich die Grundfläche damit verdoppelt, sei ein Bebauungsplan nötig, informierte Bauamtsleiterin Christine Wild die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses. Bürgermeister Alfons Besel (FWG) sah darin keinen Nachteil, auch wenn die Genehmigungsprozedur nun länger dauert. „Wir können damit die Nutzung sichern“, argumentierte Besel. Außerdem sei es ein Vorteil, wenn das Vorhaben vom Immissionsschutz begleitet werde. „Schließlich werden da Nachbarbelange beeinträchtigt.“ Insgesamt stimme es ihn sehr optimistisch, wenn ein Wirt nach vorne schaue und investiere, so Besel.

Mehr Hotelzimmer für Tegernseer Hof: Vorteil für Gmund

Korbinian Kohler (CSU), selbst Hotelier, schloss sich dem an, weil der Hotelbau von Vorteil für Gmund sei. Die Notwendigkeit eines Bebauungsplans sah er allerdings nicht. Er sehe den Hoteltrakt als untergeordnet gegenüber dem Haupthaus an, so Kohler. Wild entgegnete, dass es sich um eine Forderung des Landratsamts handle. Auch Franz von Preysing (CSU) kündigte an, den Hotelbau zu unterstützen. Der Anbau für die Toiletten am Biergarten gefiel ihm allerdings weniger. Die Bauherren sollten über einen anderen Standort nachdenken, empfahl er.

Georg Rabl (FWG) bezeichnete das Vorhaben als wichtige und ideale Geschichte für Gmund. „Es ist doch hervorragend, dass sich die Besitzer in die Umwandlung des Anwesens zu einem Hotel mit Wirtschaft hineinwagen“, fand Rabl, der auch von der Optimierung der internen Abläufe im Haus überzeugt war. Die Verbesserung der Toiletten-Situation begrüßte er ausdrücklich. Nicht ganz überzeugt war Tobias Bauer (CSU). Der Baukörper sei „brutal massiv“, daher empfahl er eine Drehung. Vize-Bürgermeister Herbert Kozemko (CSU) konnte die Stellung und den Verbindungsbau jedoch nachvollziehen. „Das Baurecht gibt’s her“, so Kozemko, Abstände zu Nachbarn würden eingehalten. Einstimmig wurden der Vorbescheidantrag befürwortet und die Aufstellung des Bebauungsplan beschlossen.

Nicol Kristian Worbs, der die Sitzung verfolgte, ist froh über die Zustimmung und hofft, dass die Genehmigung zügig vorankommt. Das ursprünglich geplante Loslegen schon im Frühjahr 2021 dürfte allerdings unrealistisch sein.

gr

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