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Glücklich verheiratet: Josefine und Johann Probst aus Gmund an ihrem Hochzeitstag vor 50 Jahren und heute.

„Wenn es mit Kind funktioniert, dann heiraten wir auch.“

Gmunder feiern Goldene Hochzeit: Das ist ihr Geheimnis

Gmund - Josefine und Johann Probst aus Gmund sind seit 50 Jahren glücklich verheiratet. Und das, obwohl die beiden bereits vor der Eheschließung für einen echten Skandal sorgten.

Im September 1963 haben sich Josefine (72) und Johann Probst (73) auf der Sonnenhütte am Sudelfeld kennengelernt. Die Hütte ist inzwischen abgebrannt. Das Feuer zwischen „Hans“ und „Fini“ lodert aber immer noch. Kürzlich feierten die Großeltern von sechs Enkeln goldene Hochzeit. 

Dass es zwischen den beiden stimmt, zeigt sich im Gespräch schon nach wenigen Minuten. Nach wie vor können die beiden zusammen lachen. „Jemand hat mal gesagt: Euch zwei hätten die Tauben nicht besser zusammentun können“, scherzt Josefine. Doch worin liegt das Geheimnis einer erfolgreichen Ehe? „Man muss das Gefühl von vor der Ehe mitnehmen und sich immer wieder daran erinnern“, sagt Johann. Außerdem müsse man zurückstecken können, sich vertrauen und sich auf den Partner verlassen können, sagt Josefine. 

Kennengelernt haben sich die beiden auf der Sonnenhütte am Sudelfeld. Diese war in den 1960er-Jahren ein beliebter Treffpunkt. Gemeinsam mit ihren Freunden verbrachten am 30. September 1963 auch Josefine und Johann Probst dort den Abend. Johann im einen Eck, seine Zukünftige im anderen. Sie sei ihm sofort aufgefallen, erinnert sich der damals 20-jährige. „Ich habe mir gedacht: So ein fesches Dirndl, die frag’ ich ob sie tanzen will.“ Die Hemmschwelle war gering, die Kommunikation von Tisch zu Tisch fand auf der Sonnenhütte via Telefon statt. Sonst gab's damals kaum Telefone in den Bergen, aber auf der Hütte gab's tatsächlich so genannte Tischtelefone. Die 19-Jährige aus Großholzhausen bei Brannenburg willigte ein, das Paar hatte sich gefunden. 

Zwei Jahre später kam Tochter Josefine, das erste von drei Kindern, zur Welt. Damals ein Skandal, schließlich waren die Eltern noch nicht verheiratet. „Wir wollten nicht heiraten, nur weil ein Kind unterwegs war“, erzählt Josefine. „Wir haben uns gesagt: Wenn es mit Kind funktioniert, dann heiraten wir auch.“ Eine für damalige Verhältnisse sehr fortschrittliche Einstellung. 

Auch Johann war seiner Zeit stets voraus. 1969 hatte er den landwirtschaftlichen Betrieb seines Vaters am Waldhof übernommen, 1980 stellte er als einer der ersten überhaupt auf Bio um. Vielen seiner Kollegen war das ein Dorn im Auge. „Wir sind deswegen gemieden worden“, sagt Probst. Inzwischen ist er im Holzgewerbe tätig, trotz seiner 73 Jahre. „Ich hatte die Idee, eine mobile Säge für übergroße Bäume anfertigen zu lassen“, sagt er. Um die Nachfrage auszuloten, inserierte das Ehepaar in einer Fachzeitschrift. „Nach acht Tagen hatten wir Aufträge für ein ganzes Jahr, aber noch keine Säge“, erzählt Josefine. 

Heute sichert das Unternehmen den beiden ihren Unterhalt. „Wir genießen, dass wir uns was leisten können“, sagt Josefine. So verbringen die beiden mehrmals im Jahr ein Wochenende in Österreich und besuchen dort eine Volksmusiksendung. Auch in einem Wellness-Hotel in Passau entfliehen die beiden gerne dem Alltag. Das Wichtigste aber sei die Gesundheit – und eine positive Einstellung. „Zum Jammern gäbe es immer was“, sagt Josefine. „Ich fühle mich aber sauwohl."

Bastian Huber

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