+
Der so genannte "Familienbiergarten" kam bei vielen nicht so gut an. Jetzt soll's eine Alternative geben.

Neuer Geschäftsführer: "Haben uns verkalkuliert"

Käfer baut noch einen Biergarten in Kaltenbrunn

  • schließen

Gmund - Käfers Zwei-Klassen-Biergarten kam nicht bei allen an. Auch der Geschäftsführer gesteht Fehler ein - und überrascht mit neuen Plänen. Darunter: Noch ein Biergarten mit weiteren 250 Plätzen.

Der Sommer 2015 war ein Traum. Wettertechnisch. Michael Käfer wird er dennoch ein paar schlaflose Nächte bereitet haben, denn nicht alles lief so rund, wie er sich das erhofft hatte. Abgesehen vom traumhaften Wetter. Sorgen bereitete vor allem der Familienbiergarten. Ein Schild am Parkplatz wies Besuchern den Weg – getrennt nach Familien und normalen Besuchern. 

Neuer Geschäftsführer: "Haben uns verkalkuliert"

„Das war nicht ganz glücklich“, räumt Markus Kemeter ein. Der 50-Jährige ist neuer Geschäftsführer und sowohl für Gut Kaltenbrunn, als auch für die Käfer Schänke in München zuständig. Sein Wechsel an die Spitze ist auch ein Indiz dafür, dass es zuletzt nicht ganz rund lief. Kemeter gesteht: „Mit dem Familienbiergarten haben wir uns verkalkuliert.“ 

Also musste eine Lösung her, die zum Teil schon umgesetzt ist: Die grünen, in Reih und Glied aufgestellten Tische und Bänke sind abgeschliffen. Naturholz-Möbel laden nun zum Platznehmen ein. Auch die leuchtend roten Schirme sind weg. Unauffällige, beige Schirme sorgen künftig für Beschattung. „Dieser Biergarten soll ein Ort werden, an dem sich Familien auch wirklich wohlfühlen“, sagt Kemeter. Geplant sind Spielgeräte, eine lockere Bestuhlung, „vielleicht hier und da ein Strandkorb“. Erhalten bleibt der Selbstbedienungs-Bereich, um sich mit Hendl, Bier und Brotzeit zu versorgen. 

"Klassentrennung muss wieder raus aus den Köpfen"

„Die Klassentrennung muss wieder raus aus den Köpfen der Gäste“, hofft der Geschäftsführer. Diese Neuerung in Sachen Biergarten ist nicht die einzige: Unter dem Arbeitstitel „Radl-Biergarten“ entsteht gerade ein weiterer Bereich zum Sitzen und Schauen. Dort, wo jetzt Fahrräder abgestellt werden, gibt’s künftig 250 bis 300 Plätze. „Ein neuer, klassischer Biergarten, in dem wirklich jeder seinen Blick auf den Tegernsee kriegt“, verspricht Kemeter. In typischen Biergarten-Häusln, die ans bestehende Salettl angebaut werden, gibt’s Würstl, Obadzdn, Salat. Die genaue Ausgestaltung sei noch nicht sicher, so Kemeter. 

"Wenn's schön wird nächste Woche, geht's los"

Fest steht aber: „Wenn’s schön wird nächste Woche, geht’s los.“ Überhaupt das Thema Essen: Im bewirteten Garten am Hauptgebäude, unter Bäumen, mit Kissen und Decken, bleibt alles beim Alten, „gute gehobene Küche mit saisonalen Angeboten“. Hier setzt Käfer auf bewährte Hände am Herd und den bisherigen Küchenchef Andi Schinharl. 

Keine regionalen Lieferanten mehr?

Zum Gerücht, dass eine Reihe der bisherigen regionalen Lieferanten beim Neuanfang nicht mehr dabei sind, will Kemeter nur so viel sagen: „Wir stellen uns neu auf.“ Wieder mit an Bord sei auf alle Fälle die Naturkäserei. Die Bauarbeiten an den Gebäuden des ehemaligen Vierseithofs laufen derweil auf Hochtouren. Schließlich soll im Sommer oder im Frühherbst der ehemalige Rinderstall samt darüberliegendem Stadl in Betrieb gehen. Eventräume für gut 500 Personen stehen dann zur Verfügung. Auch der neu gestaltete Innenhof soll dann mit Leben erfüllt werden. „Spätestens zum Tag der Blasmusik im September“, kündigt der Geschäftsführer an. 

Parkchaos auch für 2016 vorprogrammiert

500 Eventbesucher, dazu etwa 600 Biergartengäste – wo sollen die alle parken? Schon 2015 herrschte teilweise Chaos an den Straßenrändern rund um Kaltenbrunn. Kemeter verspricht eine Lösung noch für diesen Sommer. „Wir sind am Verhandeln mit dem Landratsamt und den Naturschutzvertretern und schon sehr weit.“ Mehr ist dem Geschäftsführer nicht zu entlocken. Georg Rabl, derzeit Vertreter von Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing, weiß mehr: „Es kann nur eine Lösung geben, nämlich die Wiese oberhalb der Bundesstraße.“ Der Parkplatz könnte in Richtung Holz angelegt werden, „da gab’s früher schon mal eine Planung“. Auf der anderen Seite der Straße nach Finsterwald würde der Parkplatz keinen Sinn machen, auch wegen der Sichtbeziehung zum Ackerberg. Er glaube, dass es zu einem ordentlichen Parkplatz kommen werde, „nichts Provisorisches, sondern ein Parkplatz, der auch zukunftsfähig ist“. Offiziell über die Bühne gegangen sei noch nichts, sagt Rabl. „Die Wiese liegt im Landschaftsschutzgebiet und muss erst noch vom Kreistag herausgenommen werden.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Anstatt nur zu meckern ergreifen diese jungen Menschen selbst Partei
In genau einem halben Jahr – am 24. September – wird in Deutschland wieder gewählt. Wir haben das zum Anlass genommen, um nachzufragen, wie es um die Nachwuchspolitiker …
Anstatt nur zu meckern ergreifen diese jungen Menschen selbst Partei
Ein Bauantrag jagt den nächsten: Jetzt gab‘s eine Absage
Zig Mehrfamilienhäuser mit Tiefgaragen sollen in Rottach-Egern entstehen. Einigen hat der Gemeinderat zugestimmt. Das Vorhaben an der Karl-Theodor-Straße erhielt jedoch …
Ein Bauantrag jagt den nächsten: Jetzt gab‘s eine Absage
Wilderei: Der wohl teuerste Fisch ihres Lebens
Zwei Fischwilderer sind bereits verurteilt, gestern war die Dritte dran. Zwar stritt die Tegernseerin die Tat ab – eine Geldauflage in Höhe von 500 Euro musste sie am …
Wilderei: Der wohl teuerste Fisch ihres Lebens
Nach Verlobung: Details zur Neuer-Hochzeit bekannt
Verlobt sind Nationaltorhüter Manuel Neuer und seine Nina bereits. Jetzt sind erste Details zur geplanten Hochzeit ans Licht gekommen. Sogar die Kirche soll demnach …
Nach Verlobung: Details zur Neuer-Hochzeit bekannt

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare