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Bald Büro- und Geschäftshaus: Pferdestall auf Gut Kaltenbrunn. 

Pferdestall ganz neu

Käfers Plan B für Kaltenbrunn: Büros und Shops statt Events

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Käfer ändert seine Strategie, was ein ganzes Gebäude am Gut Kaltenbrunn angeht komplett. Das Parkplatzproblem hat er damit allerdings nicht ansatzweise gelöst. 

Gmund – Ursprünglich war vorgesehen und auch genehmigt, dass der ehemalige Pferdestall parallel zur Bundesstraße für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt wird. In der Remise, die den Innenhof zusätzlich eingrenzt, war ein Hofladen angedacht. Jetzt plant Michael Käfer, Pächter und Geschäftsführer der Gut Kaltenbrunn GmbH, doch anders. Zur jüngsten Sitzung des Ortsplanungsausschusses stand ein Antrag auf Nutzungsänderung zur Diskussion.

Pferdestall: Das ist Käfers Plan B

Sollte mal als Ausstellungsraum und für Veranstaltungen dienen: Pferdestall auf Gut Kaltenbrunn (hier: von der Bundesstraße aus gesehen).

Ebenerdig sollen nun im Pferdestall eine Werkstatt und Aufenthaltsräume für die Mitarbeiter entstehen. In der oberen Etage ist ein Großraumbüro vorgesehen, das durch mobile Wände in einzelne Abteile getrennt werden kann. Auch Toiletten sind geplant. In der Remise sollen im Erdgeschoss Verkaufsräume eingerichtet werden, das obere Stockwerk soll wegen der dort schlechten Belichtung lediglich als Lagerraum dienen. „Die Büros und der Verkaufsraum werden jederzeit an Interessenten vermietet“, erklärt Käfer-Sprecherin Marion Drux auf Nachfrage. 

Schlauer Trick: Käfer braucht jetzt weniger Parkplätze

Mit dieser Umnutzung sorgt Käfer für eine geringfügige Entschärfung der Parkplatz-Problematik: Statt der bisher – im Falle einer Nutzung für Events und Ausstellungen – geforderten 46 Stellplätze, müssen jetzt nur noch 23 Parkplätze für diesen Teil von Gut Kaltenbrunn nachgewiesen werden, wie Bauamtsleiterin Christine Lang bei der Sitzung erklärte. „Aus Sicht des Parkplatz-Bedarfs ist die Nutzungsänderung also eher günstig“, fand Bürgermeister Georg von Preysing (CSU). Im Übrigen verwies er darauf, dass die Nutzung mit dem Landesamt für Denkmalschutz abgesprochen sei. „Außerdem ändert sich an der Fassade ja nichts.“

Grünen-Rätin Wagner: Nur noch Münchner Schickimicki- und Bussi-Gessellschaft

Grünen-Rätin Helga Wagner, die bei der Sitzung bereits harsche Kritik am Maximilian-Anwesen geübt hatte, hatte auch für Kaltenbrunn keine guten Worte übrig: „Das ist nicht schön, wie es jetzt dasteht“, kritisierte Wagner. Preysing fragte Wagner, ob ein Hotel denn schöner gewesen wäre und spielte damit auf den Streit um die Pläne noch zu Zeiten Stefan Schörghubers an. Wagner konterte, dass Kaltenbrunn heute ein Ort für die Münchner Bussi- und Schickimicki-Gesellschaft sei. „Einheimische gehen da allerdings nicht so gerne hin, weil es viel zu teuer ist“, fand Wagner und kam zu dem Schluss: „Aber jetzt ist es auch schon wurscht, was Herr Käfer da tut.“ Preysing hielt dagegen: Man könne froh sein, dass so viel Geld in die Sanierung gesteckt wurde. Dann ließ er abstimmen. Am Ende waren alle, auch Helga Wagner, für die Nutzungsänderung.    

Parkplatzproblem damit nicht gelöst

Das Parkplatz-Problem bleibt in Hinblick auf die bevorstehende Biergarten-Saison aber bestehen. Denn offenbar ist noch keine Lösung in Sicht, wo alle Autos bei großen Veranstaltungen oder Badewetter stehen sollen. Bisher wurden Autos einfach entlang der Bundesstraße oder an der Kaltenbrunner Straße geparkt. Die Polizei verhängte Strafzettel. Eine Lösung wird aber offenbar nicht gesucht: „Momentan reichen die Parkplätze aus“, sagt Drux. „Und alle bisher nachgewiesenen Parkplätze bleiben auch bestehen.“ 

Und das sind auf dem Papier einige: „Derzeit sind für Gaststätte, Biergarten, Rinder- und Pferdestall auf Gut Kaltenbrunn insgesamt 275 Stellplätze genehmigt und nachgewiesen“, erklärt Gerhard Brandl vom Landratsamt auf Nachfrage. Die Schaffung eines dauerhaften Parkplatzes auf der Wiese oberhalb der Bundesstraße war den Betreibern im vergangenen Jahr von Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) untersagt worden. Bei Großveranstaltungen wie dem Tag der Blasmusik darf sie auf Antrag beim Landratsamt genutzt werden.

gr

Lesen Sie auch: Käfers Problemkind am Tegernsee: Ein exklusiver Rundgang in Bildern durch Gut Kaltenbrunn

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