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Käfer zeigt sein Riesen-Projekt am Tegernsee

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Von: Gerti Reichl

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Gmund - Am 25. Juni wird Gut Kaltenbrunn am Tegernsee eröffnet. Vorab konnten wir einen Blick auf das Riesen-Projekt von Großgastronom Michael Käfer werfen - und mit ihm sprechen.

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1 / 22Das Gut Kaltenbrunn aus der Vogelperspektive. Das Foto stammt aus dem Jahr 2011. Inzwischen hat sich einiges verändert, die einzelnen Gebäude sind aber erhalten: 1) Königsbau mit davor liegendem Gast- und Familienbiergarten. 2) Ärztehaus. 3) Pferdestall. 4) Rinderstall. 5) Gesindehaus. 6) Innenhof. 7) Salettl (abgerissen) - hier steht jetzt ein Anbau.
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2 / 22Großgastronom Michael Käfer hat das Gut von der Blue Lion GmbH - einer Schörghuber-Firma - gepachtet. © Thomas Plettenberg
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3 / 22Der Gastgarten gehört zum Restaurant im Königsbau und befindet sich vorderhalb vom Anbau. Hier werden die Gäste an den Tischen bedient. © Thomas Plettenberg
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4 / 22Der Gastgarten des Königsbaus. © Thomas Plettenberg
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5 / 22Blick von oben auf den Königsbau-Gastgarten. © Thomas Plettenberg
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6 / 22Der Anbau am Königsbau verfügt über viele Glasflächen, um den Blick auf den Tegernsee freizugeben. © Thomas Plettenberg
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7 / 22Einen tollen Ausblick hat man vom Gastgarten des Restaurants auf das Tegernseer Tal. © Thomas Plettenberg
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8 / 22Im sogenannten Familienbiergarten bedienen sich die Gäste selbst. © Thomas Plettenberg
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9 / 22Der Familienbiergarten. © Thomas Plettenberg
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10 / 22Der Familienbiergarten verfügt über eine eigene Küche mit Ausschank. Die Fronten stammen teilweise von einer Küche aus dem 1960er Jahren. © Thomas Plettenberg
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11 / 22Innen im Königsbau und dem daran angeschlossenen Anbau sind ausreichend Sitzplätze vorhanden. An der Wand hängen seltene Werke vom Heimatkünstler Josef Oberberger, einem Schüler von Olaf Gulbransson. © Thomas Plettenberg
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12 / 22Alte und neue Materialien wurden im Gastraum kombiniert. © Thomas Plettenberg
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13 / 22Gemütlich und ganz schön schick: Der Gastraum im Anbau. © Thomas Plettenberg
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14 / 22Im Gastraum des Königsbau gibt es einen historischen Kachelofen und alte, hochwertige Holzböden. © Thomas Plettenberg
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15 / 22Blick von der offenen Pâtisserie in den Gastraum. © Thomas Plettenberg
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16 / 22In der offenen Patisserie kann den Kaltenbrunn-Mitarbeitern beim Zubereiten von Süßem zugeschaut werden. © Thomas Plettenberg
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17 / 22Im Festsaal im Obergeschoss des Königsbaus ist viel Platz für große Gesellschaften. © Thomas Plettenberg
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18 / 22In der sogenannten Wittelsbacher-Stube im Obergeschoss des Königsbaus sorgt ein Ofen mit wertvollen Kacheln von der Manufaktur von der Fraueninsel im Chiemsee für Gemütlichkeit. Die Krüge darauf stammen aus einer Sammlung von Michael Käfers Vater Gerd, der im Mai gestorben ist. © Thomas Plettenberg
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19 / 22Alles edel, sogar auf der Toilette: Im Keller des Königsbaus befinden sich die stillen Örtchen. © Thomas Plettenberg
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20 / 22Ebenfalls im Keller ist die alte Destillerie zu finden. Hier will Käfer eines Tages wieder Schnaps brennen. © Thomas Plettenberg
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21 / 22So war's einmal und soll's auch wieder werden: Eine Plane verdeckt das Gesindehaus und zeigt, wie es einmal aussah. © Thomas Plettenberg
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22 / 22Hier geht's lang: Das Gut Kaltenbrunn ist riesig, da ist Orientierung erforderlich. © Thomas Plettenberg

„Eines der besten Wirtshäuser Oberbayerns“ will der Münchner Gastronom Michael Käfer (47) aus Gut Kaltenbrunn bei Gmund am Tegernsee machen. Das Anwesen hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 15 v. Chr. zurückreicht und ist seit 1975 im Besitz der Unternehmer-Familie Schörghuber. Am Donnerstag, 25. Juni, werden nach umfangreichem Umbau zwei Biergärten und Restaurants neu eröffnet. Zwei weitere Bauabschnitte folgen. Den symbolischen Schlüssel dafür hat Eigentümerin Alexandra Schörghuber an ihren neuen Pächter bereits überreicht. Im Interview plaudert Michael Käfer über sein neuestes Projekt.

Herr Käfer, Sie sind jetzt auch am Tegernsee angekommen und nehmen einen Platz in der langen Geschichte eines traditionsreichen Anwesens ein. Was ist das für ein Gefühl für einen erfolgsverwöhnten Menschen wie Sie?

Wir haben uns ja viel mit der Geschichte von Kaltenbrunn beschäftigt, aber bei der Schlüsselübergabe von Alexandra Schörghuber an mich am Donnerstagabend ist mir die Bedeutung noch einmal so richtig bewusst geworden. Das ist schon ein magischer Ort hier, für mich als Bayer der schönste Platz der Welt. Vor zwei Jahren, als die Pläne eingereicht wurden, war ich aber schon ein bisserl nervös und gespannt, was die Leute sagen, wenn wieder ein Münchner an den Tegernsee kommt.

Ist das Tegernseer Tal komplett Neuland für Sie?

Ich bin im Osten von München aufgewachsen und seit meiner Kindheit immer wieder hier. Besonders in meiner Jugendzeit war der Tegernsee recht spannend zum Ausgehen. Seit fünf Jahren bewohnen wir hier am Wochenende ein Haus.

Wie ist die Kooperation mit Alexandra Schörghuber zustande gekommen?

Immer wieder bin ich hier vorbei gefahren und habe mir irgendwann überlegt: Das geht doch nicht, dass Kaltenbrunn so leer steht. Vor zwei Jahren bin ich dann auf Frau Schörghuber zugegangen und war froh, dass sie offen für ein Gespräch war. Wir sind uns schnell einig geworden, und sie hat bewilligt, dass man hier einen ganz großen Umbau macht.

Hat Ihnen die Besitzerin freie Hand gelassen bei der Umsetzung des Konzepts?

Wir hatten großzügigerweise viel Mitsprache beim Bau. Die essenziellen Dinge, wie zum Beispiel hohe Fenster für den Seeblick, konnten wir einen Konsens finden. Natürlich hat uns der Denkmalschutz permanent begleitet. Dann waren auch Archäologen auf der Baustelle, und man hat tatsächlich zwei Münzen im alten Burggraben gefunden. Bei der Inneneinrichtung hatten wir komplett freie Hand.

Der erste Abschnitt ist geschafft. Ist alles so geworden, wie Sie es sich gewünscht haben?

Natürlich mussten wir da und dort Kompromisse eingehen, aber alles ist genauso geworden, wie wir das wollten.

Ihr Gastronomie-Konzept setzt auf Regionalität und Tradition. Wie eng arbeiten Sie mit lokalen Produzenten zusammen?

Hinter allem steht die Idee, das Gut mit seinem landwirtschaftlichen Charakter, den es früher einmal hatte, wieder aufleben zu lassen. Deshalb haben wir die ‘Erzeugergemeinschaft Käfer Gut Kaltenbrunn‘ gegründet, lassen die seltenen Murnau-Werdenfelser-Rinder züchten, planen eine eigene Fischzucht und Gemüsegärten, wollen Obstbäume pflanzen und künftig auch Schnaps brennen. Wir arbeiten mit örtlichen Bienenzüchtern und einem der letzten Steinschaf-Züchtern am Schliersee zusammen.

...aber es wird kein Tegernseer Bier ausgeschenkt.

Die Familie Schörghuber besitzt einige Brauereien, und es ist selbstverständlich, dass wir hier ihre Marken Hacker-Pschorr und Hopf ausschenken.

Sind Sie personell für den Ansturm zur Eröffnung gerüstet?

Wir sind gut gerüstet und könnten nötigenfalls auch auf Personal aus München zurückgreifen. Trotzdem freuen wir uns weiter über interessierte, engagierte Bewerber.

Hatten Sie schon Gelegenheit, mit der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal und den Gegnern der früheren Hotelpläne ein Bier zu trinken?

Wir hatten schon Gespräche, ja. Die Vorsitzende hat mir auch schon einen positiven Brief geschrieben. Das Beste wäre aber, wenn man den Streit von damals vergisst und in die Zukunft blickt. Wenn Stefan Schörghuber jetzt vom Himmel herabblicken könnte, dann würde ihm sicherlich gefallen, was hier entstanden ist.

Wann soll alles fertig sein, was erwartet die Besucher künftig?

Im Frühsommer soll der Hofladen entstehen. Dann wird der Rinderstall mit Platz für bis zu 600 Personen umgebaut, anschließend der frühere Pferdestall, wo sich im ersten Stock passender Einzelhandel ansiedeln soll. Der große Innenhof wird für Musikfeste, Opernfestivals, Sportveranstaltungen und Märkte zur Verfügung stehen. Mit dem Gärtnerplatz-Theater reden wir gerade wegen einer Sommer-Woche außerhalb Münchens. Ganz besonders freu’ ich mich auf die Eisstockbahnen im Winter. 2017 wird das Gesindehaus voraussichtlich fertig, das Ausbau-Konzept entwickeln wir gerade. Wir denken auch an Hochzeitszimmer.

Alexandra Schörghuber hatte Hotelpläne nach dem Tod ihres Mannes begraben. Werden Sie angesichts des riesigen Platzangebots für Veranstaltungen sie nicht doch noch überreden, neue Überlegungen anzustellen?

Wo sollen denn die Leute alle schlafen, die hier feiern?

Ganz klares Nein! Neue Hotelpläne wird es nicht geben, da muss man die Besitzerin einfach verstehen. Es gibt hier am Tegernsee tolle Hotels und auch kleinere Vermieter, die sich viel Mühe geben. Weil die meisten keine Veranstaltungsräume haben, sehen wir das als große Chance, mit den Kollegen zusammenzuarbeiten.

Wie viel Zeit werden Sie persönlich hier verbringen?

Ich werde sicherlich öfters da sein, denn hier steckt schon sehr viel Herzblut drin. Ich muss aber aufpassen, dass ich nicht zu viel Zeit hier verbringe, weil ich ja noch andere Projekte habe.

Wird Kaltenbrunn nun dank Ihres Namens zur neuen Promi-Location?

Nein, auf keinen Fall! Man hat mir erzählt, dass es früher gute Tradition am Tegernsee gewesen ist, dass der Herzog mit seinen Jägern im gleichen Lokal saß. Genauso ist es: Hier ist jeder gleich wichtig, das macht doch den Charme vom Tegernsee aus und unterscheidet ihn von anderen Orten wie Kitzbühel, wo sich manche Leute wichtiger machen. Hier macht sich keiner so richtig wichtig. Das Schöne ist, dass hier noch alles so normal ist, und da freuen wir uns drauf.

Das Interview führte Gerti Reichl

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