Guter Wind und frühlingshafte Temperaturen: Kiter und Surfer tummeln sich auf dem Tegernsee und sorgen für eine Debatte um Schutzzonen.
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Guter Wind und frühlingshafte Temperaturen: Kiter und Surfer tummeln sich auf dem Tegernsee und sorgen für eine Debatte um Schutzzonen.

Debatte um Wassersport im Winter am Tegernsee und die Gefahren für den Naturschutz

Kiter reagieren auf Vorwürfe und fordern: „Bojen müssten ganzjährig gesetzt sein“

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Kiter und Naturschutz am Tegernsee – ein heißes Thema, das hohe Wellen schlägt. Jetzt beziehen die Wassersportler Stellung.

  • Naturschützer sehen Gefahren durch ganzjährigen Betrieb auf dem Tegernsee.
  • Kiter beziehen Stellung und schlagen Runden Tisch mit dem Landratsamt vor.
  • Auch ausreichende Parkmöglichkeiten gefordert.

„Wir sind wirklich für die Natur und betreiben unseren Sport mit der Natur“, versichert Christof Reber (49) aus Waakirchen. Er spreche für einen harten Kern von etwa 15 bis 20 Kitern, der sich bei passendem Wind frühmorgens bei St. Quirin trifft. Dass es gerade so viele seien, sei der ungewöhnlichen Wetterlage um diese Jahreszeit geschuldet. „Unsere Einstiegsstelle liegt außerhalb der Schutzzone“, stellt Reber klar, räumt aber ein, dass es durchaus Punkte gebe, über die man sprechen müsse. Zum einen über das Parkplatzproblem. „Es wäre schön, wenn wir eine ausgewiesene Parkfläche bekommen könnten, damit die Autos nicht in der Wiese und auf dem Geh- und Radweg stehen müssen“, führt Reber als Beispiel an. Auf dem Parkplatz des Staatlichen Bildungszentrums an der Bahnlinie gegenüber sei man lediglich „geduldet“.

Kiter bei St. Quirin: Sie plädieren für ganzjährige Bojen vor Schutzzonen

Noch viel wichtiger, sagt Reber, sei das Thema Bojen. „Die müssten ganzjährig gesetzt sein.“ Vor allem müssten sie über Ankerketten aus Edelstahl verfügen. Die gelben Bojen sind zur Eingrenzung der Schutzzonen nur im Sommer gesetzt. Das Landratsamt plant gerade eine Neuanschaffung. Im Namen der Kiter-Gemeinde schlägt Reber nun vor, dass sich Wassersportler und die Naturschützer am Landratsamt zu einem Runden Tisch treffen sollten. „Wir bringen uns gerne ein“, betont der Waakirchner. Auch eine finanzielle Beteiligung könnten sich die Kiter vorstellen. Bei einem Online-Meeting der Kiter am Wochenende seien all diese Punkte besprochen worden.

Kiter über Wassersport im Winter am Tegernsee: „Stand-Up-Paddler das größte Problem“

Zusammenarbeit wäre auch in den Augen von Stephan Albrecht (52) aus Ostin wichtig, „zumal die Spannungen nicht neu sind und der Betrieb auf dem See immer mehr wird“. Wegen Corona, und weil viele Kiter jetzt am Tegernsee unterwegs seien, die normalerweise in andere Erdteile reisen, nehme Kiten weiter zu. Von den Stand-Up-Paddlern wolle er gar nicht reden. „Die sind das größte Problem“, findet Albrecht. Die Quiriner Fangemeinde plant unterdessen, sich zu vereinigen, um offiziell gegenüber Behörden oder Anfragen auftreten zu können.

Auch Peter Kathan, Vorsitzender des Yacht-Clubs Bad Wiessee, hat eine Meinung zu dem Thema: „In unserer Satzung ist seit 1971 geregelt, dass unsere Mitglieder aus Naturschutzgründen zwischen 1. November und 31. März keinen Sport auf dem Tegernsee machen sollen.“ Die Debatte um die Schutzbojen sei richtig: „Wir würden uns einbringen“, sagt Kathan. „Das weiß das Landratsamt auch.“  

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