Der Spaß am Biken ist schon da. Hier fahren die jungen Radler auf dem Skaterplatz. Gleich dahinter soll der Bike-Spielplatz entstehen.
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Der Spaß am Biken ist schon da. Hier fahren die jungen Radler auf dem Skaterplatz. Gleich dahinter soll der Bike-Spielplatz entstehen.

Gmunder Gemeinderat stimmt zu

Knappe Zustimmung für Bike-Spielplatz in Finsterwald

Der Gmunder Nachwuchs bekommt seinen Bike-Spielplatz. Mit hauchdünner Mehrheit segnete der Gmunder Gemeinderat die Pläne ab.

  • Der Bike-Spielplatz entsteht in Finsterwald hinter dem Tegernseer Hof.
  • Die Bike-Crew der Sportfreunde Gmund-Dürnbach ist für den Betrieb verantwortlich.
  • Die Gemeinde Gmund stellt das Grundstück zur Verfügung und übernimmt die Hälfte der Baukosten.

Gmund – Den Anstoß hatten Ralf Jirgens und Simon Englhardt von den Sportfreunden Gmund-Dürnbach sowie Realschul-Sportlehrer Markus Baum im Herbst 2020 mit ihrem Antrag für einen Bike-Park gegeben Die Idee, Trails durch den Wald zu führen, fand keinen Anklang, wohl aber das Projekt Bike-Spielplatz. Jetzt präsentierte Bürgermeister Alfons Besel (FWG) im Gemeinderat ein erstes Konzept der neu gegründeten Bike-Crew. Demnach verpachtet die Gemeinde dem Sportverein unentgeltlich einen Teil der gemeindeeigenen Wiese im Bereich des Tegernseer Hofs. Die 20 mal 150 Meter große Fläche schließt westlich an den Skater- und Eisplatz an. Man habe sich für den Standort Finsterwald vor allem wegen der Schulnähe und zentralen Lage entschieden, erklärte Besel. Der Alternative, das Vorhaben am Oedberg zu realisieren, erteilte er eine Absage. Nach Aussagen des Oedberg-Betreibers würde ein Bike-Spielplatz dort vorwiegend einer gewerblichen, touristischen Nutzung zur Verfügung gestellt. „Unsere Intention, die Förderung der Kinder und Jugendlichen des Tegernseer Tals, würde damit in den Hintergrund rücken“, argumentierte Besel.

Baukosten belaufen sich auf 70.000 Euro

Die Kosten für die Erstellung der Anlage sind auf 70 000 Euro kalkuliert. Die Hälfte wird über das Leader-Maßnahmenprogramm gefördert, die verbleibenden 35 000 Euro übernimmt die Gemeinde. Das Geld fließt unter der Auflage, dass der Platz für mindestens zwölf Jahre betrieben wird. Auch die Unterhaltskosten, geschätzt 17 000 Euro, werden aufgeteilt: 7000 Euro wollen die Sportfreunde beisteuern, 10 000 Euro sollen über private Spenden einfließen.

Die Stellungnahmen der Behörden seien überwiegend positiv ausgefallen, erklärte Besel. Im Bereich Naturschutz wurde allerdings moniert, dass am Waldrand mit einer Beeinträchtigung des höherwertigen Baumbestandes zu rechnen sei. Es gelte, Maßnahmen gegen das Befahren des angrenzenden Waldes zu treffen. Dazu hätten sich die Planer bereits verpflichtet, erklärte Besel. Die Bike-Crew werde den Platz einzäunen.

Nutzung ist nur bei Tageslicht erlaubt

Auch die Frage der Lärmbelästigung wurde angesprochen. Um hier vorzubeugen, soll der Bike-Spielplatz nur bei Tageslicht, längstens von 8 bis 21 Uhr, geöffnet werden. Eine Benutzung von Scheinwerfern oder Stirnlampen werde nicht erlaubt, ebenso wie Musik. Zudem soll die Anlage vorrangig den Mitgliedern vorbehalten bleiben, wobei für Gäste eine Tagesmitgliedschaft möglich sein soll. Im Rahmen einer Nutzungsvereinbarung liegt die Verantwortung für den Betrieb beim Sportverein.

Kritische Stimmen im Gemeinderat

Grundsätzlich begrüßte der Gemeinderat das Projekt. Aber es gab kritische Stimmen. Martina Ettstaller (CSU) zog abermals die Wahl des Standorts in Zweifel. Jugendreferentin Christine Zierer (FWG) hielt dagegen. Man könne immer hypothetisch Probleme sehen, sie dagegen sehe hier das Positive: „Wir haben kein Angebot für Jugendliche. Dieses Projekt ist ein Schritt in die richtige Richtung.“

Kritisch äußerte sich Laura Wagner (Grüne). Sie befürchtete eine „Störwirkung auf die umliegenden Flächen“ und monierte die zusätzliche Bodenversiegelung. Barbara von Miller (SPD) drängte auf eine kleinere Variante, die bei Bedarf später erweitert werden könnte. Mit gerade einer Stimme Mehrheit wurde das Projekt schließlich abgesegnet. Besel betonte dessen Bedeutung gerade in Corona-Zeiten, wo viele Jüngere unter der Perspektivlosigkeit der Situation litten.

Von Stefan Gernböck

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