Bierflaschen sollen tabu sein im Kurpark in Seeglas. Der Gemeinderat will kommende Woche über ein Alkoholverbot in der Anlage diskutieren.
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Bierflaschen sollen tabu sein im Kurpark in Seeglas. Der Gemeinderat will kommende Woche über ein Alkoholverbot in der Anlage diskutieren.

Gmunder Gemeinderat plant Verordnung

Kommt ein Alkoholverbot für Seeglas?

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Lauschige Plätze am See laden zum Verweilen ein – bisweilen kommt es dort aber auch zu Vandalismus und Ruhestörungen. Wo der Ärger überhand nahm, haben die Kommunen am Tegernsee in den vergangenen Sommern bereits mit Alkoholverboten durchgegriffen. Ein solches ist nun auch für Seeglas im Gespräch.

Gmund/Tegernseer Tal – Die Seepromenade in Bad Wiessee, die Kuranlage in Rottach-Egern und eben auch das Ufer bei Seeglas sind Orte, an denen es in der Vergangenheit häufiger Ärger wegen Lärm, pöbelnder Jugendlicher oder Sachbeschädigungen gab. Meist ist dabei viel Alkohol im Spiel. „Im Bereich des Pavillons hat es zuletzt immer wieder Grenzüberschreitungen gegeben“, berichtet Gmunds Bürgermeister Alfons Besel (FWG) über die Situation in Seeglas. Himmelsliegen seien im See gelandet, Bauhof-Mitarbeiter hätten Müll und Erbrochenes beseitigen müssen. Das seien vielleicht fünf Prozent der Besucher, sagt Besel. Doch die würden nun ein Eingreifen erforderlich machen.

Alkoholverbot am Ufer bei Seeglas: Gemeinde plant moderaten Vorschlag

In der nächsten Gemeinderatssitzung am Dienstag, 27. April, wird das Gremium deshalb den Erlass einer Satzung über die Benutzung der öffentlichen Seeuferanlage Seeglas diskutieren. Auch ein Alkoholverbot wird Bestandteil sein. „Wir werden dazu einen moderaten Vorschlag unterbreiten“, sagt Besel.

Um eine solche Verordnung überhaupt eigenmächtig erlassen zu können, hatte sich Gmund zuletzt darum bemüht, dass das Uferstück in Seeglas vom Hoheitsgebiet der Stadt Tegernsee in die Zuständigkeit der Gemeinde Gmund übergeht. Dieser Prozess ist mittlerweile abgeschlossen, Seeglas – schon bisher für die meisten ein Teil Gmunds – gehört nun auch offiziell zur nördlichsten Talgemeinde.

Ob und in welcher Form es zu einem Alkoholverbot in Seeglas kommt, entscheidet letztlich der Gemeinderat. „Wir stecken noch im Meinungsbildungsprozess“, sagt Besel. Man wolle schließlich nicht pauschal alle Besucher treffen, die hier den Abend genießen und sich ein Bier oder ein Gläschen Wein gönnen möchten. Es gehe um spezielle Gruppierungen, die völlig übers Ziel hinausschießen würden. „Wir ringen da noch um die Wortwahl“, macht Besel deutlich.

Alkoholverbot bei Seeglas: Polizei würde Verordnung begrüßen

Begrüßen würde ein solches Verbot in jedem Fall die Polizei Bad Wiessee. „Das macht Sinn“, erklärt Inspektionsleiter Thomas Heinrich auf Nachfrage. Liege eine Verordnung vor, könne die Polizei bei Verstößen besser agieren, Platzverweise aussprechen und auch Anzeigen erstatten. „Das tut dann irgendwann weh“, meint Heinrich, Gerade in Seeglas sei es zuletzt im Sommer regelmäßig zu Einsätzen wegen Ruhestörungen oder Sachbeschädigungen gekommen. Die Corona-Krise verstärke diese Entwicklung noch.

Kurzerhand durchgegriffen hat im vergangenen Sommer der Wiesseer Bürgermeister Robert Kühn (SPD). Nachdem an der Seepromenade Gruppen von Feiernden für Lärm, Unrat und Schäden gesorgt hatten, erließ er auf eigene Faust ein nächtliches Alkoholverbot für den Bereich – später wurde die Verordnung vom Gemeinderat offiziell bestätigt. Das Verbot galt von 22 bis 6 Uhr und war bis 31. Oktober befristet. Zusätzlich wurde ein Sicherheitsdienst eingesetzt. Ob Bad Wiessee auch heuer auf die Maßnahme zurückgreifen wird, ist noch offen. „Ich bin kein Fan davon, pauschal die Rute drüber zu hauen“, sagt Bürgermeister Kühn. Man werde die Situation im Sommer zunächst in Ruhe beobachten, kündigt der Rathaus-Chef an. Möglicherweise reiche es ja aus, den Security-Dienst patrouillieren zu lassen und man könne von einem Verbot absehen. Es habe ja grundsätzlich niemand etwas dagegen, wenn sich die Jugendlichen hier treffen – es müsse eben ohne Müll, Lärm und Schäden über die Bühne gehen.

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