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Die Bürgerversammlung im Neureuthersaal war auch heuer gut besucht.

Warum zahlt Gmund so viel an die TTT?

Kritische Nachfragen bei der Bürgerversammlung

Gmund – Ist nach Maximilian und Kaltenbrunn jetzt alles gut? Nicht unbedingt. Georg von Preysing bekam es bei der Bürgerversammlung mit geheimen Zahlenspielen und einer Rücktrittsforderung zu tun.

Gut besucht war die Gmunder Bürgerversammlung im Neureuthersaal, wenn auch nicht ganz so gut wie in den Vorjahren. Preysing stand dort in gewohnt kurzweiliger Art den Gmundern Rede und Antwort. Schriftliche Anträge waren nicht eingegangen. Zufrieden zeigte sich der Rathauschef in Sachen Maximilian. Die Arbeiten im Altbau gingen besser voran als es von außen den Anschein habe. Küche und Tiefgarage seien schon betoniert. Bei einer Baubegehung am vergangenen Mittwoch habe er sich davon überzeugen können, dass der dem Maximilian benachbarte Rewe-Markt bereits gefliest sei. Er rechne mit der Eröffnung im August oder September. 

Bis August sei auch der Rinderstall auf Gut Kaltenbrunn fertig, bis Ende des Jahres der Pferdestall, berichtete Preysing weiter. Für die Nutzung dieser Veranstaltungsräume sei ihm ein neues Konzept avisiert worden. An vorderster Stelle, so machte der Bürgermeister immer wieder deutlich, stünden für ihn aber die Kinder und Jugendlichen. Mit 1000 Euro jährlich etwa unterstütze die Kommune jedes Kindergarten- und Hortkind, mit 2000 Euro jedes Krippenkind. Die Kindertagesstätten seien voll, auch die erweiterte Mittagsbetreuung werde bestens angenommen, die umgebaute Grundschule sei fast schon wieder zu klein. 

Vorwurf: Preysing hat Tourismus an die Wand gefahren

Preysing ging auch auf einen Vorwurf ein, der bei einer Versammlung von Gmunder Vermietern gefallen war: Preysing habe den Tourismus an die Wand gefahren und solle zurücktreten. Ausgangspunkt dürfte das Minus in der Bilanz 2015 sein. Wie berichtet, ist die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr um 6,13 Prozent zurückgegangen. Preysing parierte den Vorwurf mit der Kinderfreundlichkeit seiner Gemeinde: „Die Tourismusförderung steht bei mir nicht an erster Stelle, sondern eher die Kinder.“ Dennoch arbeite er gerade an einer Aufstellung über alle von ihm vorgenommenen Tourismusmaßnahmen, um dieser Klage Fakten entgegenzusetzen. 

Warum zahlt Gmund so viel an die TTT?

Andreas Liedschreiber wollte später wissen, wie die Gemeinde Gmund zur Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) stehe und warum sich die Mitgliedsbeiträge der Gemeinde erhöht hätten. Preysing erklärte, dass Gmund einen Satz von sechs bis acht Euro pro Übernachtung an die TTT bezahle, während der bei anderen Gemeinden bei zwei Euro pro Übernachtung liege. Mehr wolle er dazu nicht sagen, weil der Gemeinderat noch keine Entscheidung getroffen habe. 

Es wundere ihn aber, dass Informationen aus einer nicht öffentlichen Sitzung nach außen gedrungen seien. Bekannt ist, was den Gemeinderat bewegt: Der Anteil, den Gmund an die TTT zahlt, erscheint dem Gremium zu hoch. 2015 waren es 260 000 Euro. Im Vergleich zu den anderen Tal-Gemeinden ist die Summe aber die kleinste. Bad Wiessee etwa musste 1,2 Millionen Euro berappen. Gmund kämpft darum, dass sein Anteil gesenkt wird – und hinter den Kulissen war schon vom Ausstieg aus der TTT die Rede.

Alexandra Korimorth

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