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Erneut eingerüstet: der Kirchturm von St. Quirin.

Kapelle ist wieder eingerüstet

Schiefer Turm von St. Quirin: Der Knick kommt weg

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Der schiefe Turm von St. Quirin sorgt für viel Gesprächsstoff. Jetzt wird er optisch begradigt, und auch sonst schreitet die Sanierung des Gotteshauses voran. Wenn auch sehr langsam.

St. Quirin – So mancher Passant dachte beim Blick auf die kleine Kirche St. Quirin, er habe einen Knick in der Optik. Doch die Schieflage des Turms wurde sichtbare Realität, als im Januar das Baugerüst entfernt und die neue Konstruktion mit der markanten, verschindelten Zwiebel obenauf, erkennbar wurde. Jetzt ist der Turm schon wieder eingerüstet, denn die Bauarbeiten beginnen von Neuem. „Der Turm wird repariert, der Knick kommt weg“, kündigt Norbert Schußmann, Kirchenpfleger der Kirchenverwaltung Tegernsee an.

Vor einem Jahr kam die Turmspitze zurück

Schiefer Turm von St. Quirin wird optisch begradigt

Wie kam es zu dem Schlamassel? Hatte etwa die Zimmerei aus dem Freisinger Raum nicht sauber gearbeitet? „Die haben sich genau an die Vorgaben des Statikers gehalten“, erklärt Schußmann. Die Kirche hänge zum See hin. Und so wurde auf das schiefe untere Teil des Turms ein gerades Mittelstück und darauf die Zwiebel gesetzt. So ist der Knick entstanden. Jetzt werde der Turm verstrebt und der obere teil so weit geneigt, dass der sichtbare Knick verschwindet, berichtet Schußmann.

Die Turm-Korrektur ist nicht die einzige Bau-Maßnahme. Rundum wurde bereits aufgegraben, um die Fundamente zu sanieren. Staunässe des angrenzenden Hangs machte dem Kirchlein zu schaffen, das zu den bedeutendsten Denkmälern im Tegernseer Tal gehört: Der Legende nach steht es dort, wo um das Jahr 800 die Reliquien des Heiligen Quirinus auf dem Weg von Rom ins Kloster Tegernsee zum letzten mal Halt machten, woraufhin eine „heilsame Quelle“ entsprang.

„Die Fundamente wurden nach alter Sitte in Lehm eingepackt und verdichtet“, berichtet Kirchenpfleger Schußmann, „die Gräben mit Rollkies wieder verfüllt, damit das Wasser abfließen kann.“

Kirche von St. Quirin: Untersuchungen zur Bausubstanz laufen an 

Damit nicht genug: Als nächstes, so Schußmann, laufen umfangreiche Untersuchungen zur Bausubstanz. „Man muss wissen, welche Steine für das Mauerwerk verwendet und wie immer wieder an- und umgebaut wurde.“ Kommen Fresken zum Vorschein? Was könnte sich unter dem Boden aus Ziegelklinker befinden? Eine stattliche Mannschaft an Experten ist mit der Untersuchung befasst: die Bau- und Kunstkommission am Erzbischöflichen Ordinariat, Vertreter des Landesamts für Denkmalpflege sowie der Denkmalschutzabteilung am Landratsamt Miesbach, der Kreisheimatpfleger, Kirchenpfleger Schußmann und auch Archäologen. Am Ende der Untersuchungen müsse ein Sanierungskonzept erarbeitet werden. „Wir wollen so viel wie möglich erhalten, die Kirche muss wieder benutzbar werden“, sagt Schußmann. Und dann ist da auch noch das Dach: Bei einem Sturm fegte es Walmziegel vom Dach, Nässe drang ins eigentlich schon sanierte Gebälk ein. die neuen Ziegel sind offenbar nur ein Provisorium.

Kirchensanierung St. Quirin: 1,7 Millionen Euro Kosten

Noch völlig offen ist, wann die Kirche wieder benutzbar sein wird, denn allein die Bauuntersuchungen werden laut Schußmann wohl bis ins nächste Jahr hinein andauern. Die Sanierung dauert nun schon seit 2017. Den Finanzbedarf werde das Turm-Schlamassel jedoch nicht ins Wanken bringen, glaubt Schußmann. Von rund 1,7 Millionen Euro ist die Rede.

Neues vom Prozess gegen Ex-Bankangestellte

Das Ordinariat bezahlt mit 85 Prozent den Löwenanteil. Der Ökumenische Kirchbauverein Tegernsee, Rottach-Egern und Kreuth übernimmt 50 000 Euro. Gmund, auf deren Gemeinde-Gebiet die Kirche steht, steuert 42 500 Euro bei, die Stadt Tegernsee macht 30 000 Euro locker. Auch Spenden von Privatleuten und Vereinen sind schon eingelaufen – und sind weiter willkommen.

gr

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