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240 Kuscheltiere haben die Gmunder Grundschüler, hier stellvertretend die Klasse 2b, für die Aktion von Viktor Wlasenko (hinten r.) gesammelt. Rektorin Gudrun Klotzsche (hinten, 2.v.r.) hat Unterstützung geleistet.  

Hilfsaktion von Viktor Wlasenko

Kuscheltiere für Kinder in Laos

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Kinder am Tegernsee haben meist alles – die Kinder im entfernten Laos haben nichts. Seit 2008 leistet Viktor Wlasenko in Südostasien Hilfe zur Selbsthilfe und baut Schulen und Kindergärten. 

Gmund „Helfen macht glücklich“. Zu dieser Erkenntnis kommt Viktor Wlasenko immer und immer wieder. Seit 2008, nachdem ein schrecklicher Sturm Myanmar überflutet, Häuser zerstört und viele Opfer hinterlassen hatte, ist der Architekt im Ruhestand in Myanmar und Laos aktiv. Unermüdlich sammelt er Spenden, organisiert Benefiz-Golfturniere und Flohmärkte. Was mit einer Studienreise mit der vhs, 5000 Euro und 250 Brillen im Gepäck begann, hat sich inzwischen zu einer Hilfsaktion mit viel Dynamik entwickelt: Den Bau von acht Grundschulen hat der 71-Jährige inzwischen ermöglicht, den Bau von zwei Klosterschulen, einem Aus- und Fortbildungszentrum sowie einer Wasserleitung hat er unterstützt, dazu kommt Hilfeleistung bei der Berufsausbildung, für missgebildete Kinder, Medikamenten- und Brillenspenden. „Ich leiste immer nur Hilfe zur Selbsthilfe“, betont Wlasenko. „denn die Dorfbewohner verwirklichen die Projekte selbst.“

Bilder von den Hilfsreisen aus Laos

Der Gmunder bringt in allen Fällen die Anschubfinanzierung mit, Spenden der deutsch-laotischen Gesellschaft und verschiedene Stiftungen leisten den nötigen Rest. So auch für seine beiden jüngsten Projekte: Eine Schule in Ban Apier für 150 Kinder sowie ein Kindergarten mit Vorschule für 86 Kinder im Dorf Ban Nohntong, vier Stunden von der Hauptstadt Vientiane entfernt.

Wlasenko reist im November zur Eröffnung und bringt nicht nur Bücher, Hefte, Bleistifte und Bälle zum Spielen mit, sondern auch 240 Kuscheltiere – gesammelt von 240 Kindern der Grundschule Gmund. „Die Kinder dort haben keine Spielsachen, sie spielen mit alten Reifen oder binden sich Schnüre um.“ Das hat Wlasenko den Gmunder Kindern zum Trost, dass sie sich von ihren Kuschelgefährten getrennt haben, berichtet. Und auch, dass die Menschen in Laos zwar nicht hungern müssten, aber sehr arm seien, dass die Kinder in Hütten ohne Fenster und Türen unterrichtet werden, dass bis zu sechs

Kinder in einer Schulbank sitzen und die Bewohner über 30 Jahre auf eine Schule gewartet haben. Zur Eröffnung der Schule, die 25 000 Euro kostet, werden erstmals der Deutsche Botschafter, Abgeordnete und der Parlamentspräsident anwesend sein.

Nach der Reise im Dezember will der 71-Jährige in der Gmunder Schule wieder berichten, wie alles gelaufen ist: Die strapaziöse Reise, während der in einfachen Hütten und auf dem Boden übernachtet wird. Vom Essen, das für deutsche Mägen nur schwer genießbar sei. Vom Leben in Laos, dem meist bombardierten Land der Welt. Und von seiner Trauer über die derzeit grausame Gewalt gegen Rohingya in Myanmar, wo seine Hilfe begann. „Ich bin entsetzt“, sagt Wlasenko darüber und gesteht, dass er eigentlich andere Vorstellungen vom Buddhismus hatte. Doch jetzt freut er sich auf die Kinder, die Eröffnung der Schule und die Freude, wenn sie die Kuscheltiere aus Gmund in Empfang nehmen.

Weitere Infos

Wer mehr über das Projekt erfahren möchte: www.giveachance.de

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