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Kein Parkplatz für Kaltenbrunn auf der grünen Wiese - zumindest vorerst, sagt das Landratsamt.

Klare Ansage: Käfer darf seinen Innenhof nur zum Parken nutzen

Landrat: Erstmal kein Parkplatz - später vielleicht doch

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Gmund - In einer Pressemitteilung räumt Landrat Wolfgang Rzehak dem Kaltenbrunn-Parkplatz für die Zukunft durchaus Chancen ein. Gleichzeitig gab's klare Worte zu Käfers Event-Arena.

Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) ist gegen eine Befreiung für die Wiese im Schutzgebiet über Gut Kaltenbrunn. Seine Behörde auch. Käfer kann sich erstmal von seinen 124 geplanten Parkplätzen verabschieden, die er gemeinsam mit der Gemeinde Gmund am Kreistag vorbei verwirklichen wollte. Per Pressemitteilung schickt Rzehak nun sein "Aber" hinterher, verbunden mit einer klaren Ansage.

Die Argumentation von Kaltenbrunn-Pächter Michael Käfer und der Gemeinde Gmund war: In der Ecke um Kaltenbrunn fehle es massiv an Parkplätzen, es bestehe ein öffentliches Interesse an einem großen Parkplatz für Badegäste, Wanderer, Mountainbiker. Deshalb sei eine Befreiung für die Wiese über Kaltenbrunn vom Schutzgebiet im öffentlichen Interesse.

Landrat relativiert Aussage

Nun relativiert der Landrat seine Aussage: „Wir sehen uns derzeit nicht in der Lage, diese Befreiung auszusprechen“, sagte er bei einer Besprechung mit der Polizei, dem Kaltenbrunn-Geschäftsführer Markus Kemeter und Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing (CSU). Man achte auf das Wörtchen "derzeit". Rzehaks zuständiger Abteilungsleiter Thomas Eichacker machte das rechtliche Dilemma nochmals deutlich: „Voraussetzung für eine Befreiung ist, dass nicht nur ein öffentliches Interesse am Bau eines Parkplatzes vorhanden ist, wie dies Voraussetzung für die Widmung als öffentliche Verkehrsfläche ist, sondern dass dieses öffentliche Interesse die Belange des Landschaftsschutzes überwiegt.“

Und im Moment sei das eben nicht der Fall. Im Moment. Laut Polizei Bad Wiessee bestehe derzeit keine gefährliche Verkehrssituation bei Kaltenbrunn. Die Lage sei "momentan gesichert". Das Landratsamt entschied daher, dass damit nicht genügend belastbare Fakten vorliegen, die dafür sprächen, dass sich die prekäre Situation des Sommers 2015 wiederholen könnte. Doch Zeiten ändern sich. 

Man werde die Parkplatzsituation im Bereich Kaltenbrunn weiter beobachten, heißt es in der Pressemitteilung. Käfer müsse belegen, dass besonders andere Fahrzeuge auf seinen Parkplätzen stehen. Falls dann alle Gebäude und alle Parkplätze ausgebaut sind, könnte auf der Basis belastbarer Daten die Angelegenheit erneut bewertet werden. Und gerade dieser letzte Satz spricht für sich: "Grundsätzlich ist eine Befreiung nicht ausgeschlossen, falls das öffentliche Interesse hinreichend belegt wird."

Klare Ansage: Keine Eventfläche im Innenhof

Insgesamt sind laut Landratsamt in den Bauplänen für Gut Kaltenbrunn 275 Stellplätze nachgewiesen, darunter mehr als 70 Stellplätze im Innenhof zwischen ehemaligem Gesindehaus, Rinder- und Pferdestall. Die Stellplätze gibt's noch nicht. Und wenn man den jüngeren Äußerungen seines Geschäftsführers zuhört, hätte Käfer den Innenhof wohl sowieso lieber als Event-Fläche genutzt. So sagte Kemeter gegenüber unserer Zeitung im Februar: Der neu gestaltete Innenhof solle bald mit Leben erfüllt werden. „Spätestens zum Tag der Blasmusik im September.“ Und tatsächlich finden bereits jetzt immer wieder kleine Events, für Firmenpartys zum Beispiel in einem Teilstück des Innenhofs statt.

Dazu hat das Landratsamt allerdings eine klare Meinung: Eine Nutzung dieser Flächen als Eventfläche sei nicht möglich, ergänzte Thomas Eichacker: „Wir weisen darauf hin, dass eine Reduzierung der in der Baugenehmigung nachgewiesenen Stellplätze nicht möglich ist und vom Landratsamt auch nicht geduldet würde.“

Freude bei den Gegnern

Bei der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) löste die Nachricht, dass die Parkplätze vorerst nicht kommen, am Donnerstag große Erleichterung aus. "Ich freue mich unglaublich", sagte SGT-Vorsitzende Angela Brogsitter-Finck, die mit ihrem Verein von Beginn an gegen den Parkplatz an dieser Stelle gekämpft hatte. Sogar eine Petition hatte die SGT zuletzt ins Auge gefasst. Das scheint nun nicht mehr nötig zu sein. Sie freue sich, dass die bestehenden Gesetze zum Landschafts- und Denkmalschutz in dieser Angelegenheit eingehalten worden seien, so Brogsitter-Finck. "Kaltenbrunn ist ein Heiligtum für uns - es ist mit seiner ganzen Umgebung unbedingt schützenswert." Auch in Zukunft, so kündigt die SGT-Vorsitzende an, werde man alles tun, um das Nordufer des Sees vor Verschandelungen zu schützen. Auch Herr Käfer müsse lernen, "dass man hier kleinere Brötchen backen muss".

kmm

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