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Ludwig-Erhard-Gipfel: Bewegende Preisverleihung an Freiheitskämpfer im Osten

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Von: Alexandra Korimorth

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Bei der Preisverleihung an die belarussische Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja (zugeschaltet per Bildschirm): (v.l.) Wolfram Weimer, Alexandra Logvinova (Vertraute der Preisträgerin), Christiane Goetz-Weimer, Ilse Aigner und Manfred Weber.
Bei der Preisverleihung an die belarussische Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja (zugeschaltet per Bildschirm): (v.l.) Wolfram Weimer, Alexandra Logvinova (Vertraute der Preisträgerin), Christiane Goetz-Weimer, Ilse Aigner und Manfred Weber. © Thomas Plettenberg

Bewegende Momente beim Ludwig-Erhard-Gipfel in Gmund: Die Teilnehmer würdigten die Träger des Freiheitspreises mit stehendem Applaus. Die Auszeichnung ging an die Freiheitskämpfer im Osten.

Gmund – Mit der Verleihung des Freiheitspreises der Medien steuerte der Ludwig-Erhard-Gipfel auf Gut Kaltenbrunn am Freitag (22. April) seinem Höhepunkt entgegen. Der Preis ging heuer an die Freiheitskämpfer in Osteuropa, allen voran an Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, und an die belarussische Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja. Letztere war live zugeschaltet und erhielt stehenden Applaus der Gipfel-Teilnehmer. Anschließend ging sie auf Fragen zur Unterstützung durch die europäischen Staaten und zum möglichen Kriegsausgang ein.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner bescheinigt Preisträgern „Heldentum“

Doch zuvor ergriff Landtagspräsidentin Ilse Aigner das Wort, um die Preisträger – die russische Journalistin Marina Owsjannikowa, die ebenfalls auf der Liste der Preisträger stand, wurde wegen „aktueller diplomatischer Verwerfungen“ unter „russische Freiheitskämpfer“ subsummiert – zu würdigen. Wer sich gegen Putin, Lukaschenko und einen Unrechtsstaat stellt, beweise wahren Heldenmut. Selenskyj und Tichanowskaja seinen herausragende Vorbilder. „Die Welt verneigt sich vor ihnen“, sagte Aigner, die persönlich einräumen musste: „Wir haben uns in Putin getäuscht.“ Verlegerin Christiane Goetz-Weimer stellte die beiden Preisträger noch einmal vor. Sie kämpften gegen das Böse, den Krieg und die Tyrannei und würden mit Worten und Taten, großem Mut und ihrem Leben ihre und „unser aller Freiheit“ verteidigen.

Ukrainischer Präsident Selenskyj: entschieden und klar, aber nicht verbittert

Laudator und Europaparlamentarier Manfred Weber lobte: „Selenskyj hat das Unmögliche möglich gemacht. Er hat seinen Staatsbürgern die Kraft und die Motivation gegeben, den Kampf aufzunehmen.“ Heute, zwei Monate nach Kriegsbeginn, meinten sogar viele, ein Erfolg der Ukraine sei möglich. Er bewundere Selenskyj dafür, dass er „entschieden, hart und klar“, angesichts des Leids aber nicht verbittert auftrete, sagte Weber.

Swetlana Tichanowskaja: „Die Demokratie wird sich durchsetzen“

Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja wurde als „mutige Stimme für Menschen“ gewürdigt, die in einem freien und demokratischen Belarus leben wollten. Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin wurde bei der Verleihung live via Bildschirm zugeschaltet. Stellvertretend nahm ihre Vertraute und Pressefrau Alexandra Logvinova die Auszeichnung vor Ort entgegen. Sie hoffe auf ein Ende des Lukaschenko-Regimes, für das es mehrere mögliche Szenarien gebe, sagte die Preisträgerin. „Der Kampf um Demokratie findet jetzt statt, und wir werden ihn gewinnen.“ Tichanowskaja bat, weiter Druck von innen und außen auf Lukaschenko auszuüben und ökonomischen und politischen Druck auf Diktaturen an sich. Sie zeigte sich überzeugt: „Das Regime wird nicht für immer existieren. Die Demokratie wird sich durchsetzten.“

ak

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